Vom 3. Juni 2017 bis am 7. Januar 2018 quartiert sich das Kunstmuseum Wallis im Le Pénitencier, dem ehemaligen Gefängnis von Sitten und seinen drei Stockwerken ein und präsentiert Unterwegs – eine Ausstellung rund um das Thema Laufen im Sinne eines körperlichen und sozialen Engagements. Vom Fussabdruck zur Grenzüberschreitung, vom Bergsteigen zur politischen Demonstration: Das Laufen wird anhand von Walliser, Schweizer und internationalen Werken und Objekten verschiedener Epochen und Disziplinen dargestellt.

Den Begriff des Laufens thematisieren

Laufen – ein alltäglicher Automatismus, der es erlaubt, Gipfel zu erklimmen und die Welt zu erkunden. Das Marschieren, eine wesentliche Voraussetzung der Freiheit, gilt darüber hinaus als Instrument der Mobilisierung zur Einforderung von Rechten. Seit den 1960er-Jahren zählt es zu den künstlerischen Ausdrucksformen. Die Ausstellung thematisiert das Laufen mittels acht Kapiteln und künstlerischen Interventionen, die vom Land Art bis zur gesellschaftlichen Mobilisierung reichen.

Ausgehend von der Verbindung zwischen Laufen und Natur, befasst sich die Ausstellung mit Spuren, Errungenschaften, dem Eingehen von Risiken, dem Stürzen, dem Engagement und hinterfragt gesellschaftliche Phänomene, wie den Gehorsam, den zivilen Ungehorsam oder die Mobilisierung. Im Le Pénitencier werden Werke von Hamish Fulton, Francis Alÿs, Martina Gmür, Fischli & Weiss, Douglas Gordon, Richard Long und Not Vital präsentiert. Jedes Werk bezieht sich auf das Thema Laufen unter dem Blickwinkel des körperlichen und geistigen Engagements und bekräftigt die Idee, wonach jedem Schritt eine Entscheidung zugrunde liegt.

Eine speziell für die Ausstellung entwickelte Produktion von Hamish Fulton

Die Gebäudefassade präsentiert ein monumentales Werk, das vom englischen Künstler Hamish Fulton (*1946) speziell für diese Ausstellung realisiert wurde. Nach dem Motto «No walk, no art» («Ohne Laufen keine Kunst»), benutzt Fulton das Laufen auf der ganzen Welt als vollwertiges künstlerisches Medium seit 1973. Im Gegensatz zum Land Art, konzentriert er seine Arbeit auf die gelebte Erfahrung in der Landschaft und auf ihre visuelle Wiedergabe. Der vom Kunstmuseum Wallis eingeladene Künstler wird einen einsamen Fussmarsch durch die Stadt Sitten unternehmen. Aus diesem Umherirren zwischen Valeria und Tourbillon wird ein monumentales grafisches Werk hervorgehen, das an Ort konzipiert und produziert wird und die Besucher bereits am Abend der Vernissage empfängt. Das Kunstmuseum wird das Werk in seine Sammlung aufnehmen, um den Werkbestand zum Thema Landschaft und zeitgenössische Kunst zu bereichern.

Eine Ausstellung über das Laufen in einem ehemaligen Gefängnis?

In einem ehemaligen Gefängnis eine Ausstellung zum Thema Laufen zu präsentieren hat etwas Widersprüchliches an sich. An diesem Ort der Freiheitseinschränkung war das Gehen nur kontrolliert und begrenzt erlaubt. Die im Rahmen dieser Ausstellung präsentierten Werke öffnen den Horizont und erkunden endlose natürliche Gebiete.