Die mittlere Prämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung steigt im nächsten Jahr um 0,2 Prozent. Die Entwicklung variiert je nach Kanton zwischen -1,5 und 2,9 Prozent.

Der Anstieg fällt im Vergleich zu den Vorjahren moderat aus, was auch auf die bereits getroffenen Maßnahmen zur Kostendämpfung zurückzuführen ist. Es sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich, damit die Kosten nur in dem Umfang steigen, welcher medizinisch begründbar ist.

Die mittlere Prämie beläuft sich 2020 auf 315,40 Franken. Seit Inkrafttreten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 1996 ist sie jährlich um durchschnittlich 3,8 Prozent gestiegen.

Die mittlere Prämie berücksichtigt alle in der Schweiz bezahlten Prämien und entspricht der durchschnittlichen Prämienbelastung pro Person.

Im Wallis gibt es einen überdurchschnittlichen Ansteig

Die Prognosen zeigen: In zehn Kantonen (AG, BE, BS, LU, SH, SO, SZ, VD, ZG, ZH) liegen die durchschnittlichen Anpassungen der mittleren Prämie unter 0 Prozent, in fünf Kantonen (AR, GR, NE, TI, VS) über 1,5%. In den übrigen elf Kantonen (AI, BL, FR, GE, GL, JU, NW, OW, SG, TG, UR) liegt der Anstieg zwischen 0 und 1,5 Prozent.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat alle Prämien für ein ganzes Jahr genehmigt.

Durchschnitt 374 Franken

Die mittlere Prämie für Erwachsene in der Schweiz beläuft sich auf 374,40 Franken. Sie steigt gegenüber dem Jahr 2019 um 0.3%. Die Prämie für Kinder beträgt 98,70 Franken und bleibt damit gleich hoch wie 2019.

Diejenige der jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren beläuft sich 2020 auf 265,30 Franken, was einer Reduktion von 2 Prozent gegenüber dem letzten Jahr entspricht. 2019 waren die Prämien der jungen Erwachsenen aufgrund einer Anpassung des Risikoausgleichs bereits um 15,6 Prozent gesunken.

Moderater Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren

Die Prämien widerspiegeln die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Aufgrund der demographischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts steigen die Kosten im Gesundheitswesen und damit die Prämien der Krankenkassen weiter an. Ziel des Bundesrates ist, dass die Kosten nur in einem medizinisch begründbaren Umfang steigen.

Nach einem Anstieg von 1,1 Prozent im Jahr 2019 fällt die für 2020 angekündigte Erhöhung von 0,2 Prozent moderat aus.

Exorbitante Krankenkassen-Kosten: hohe Arzteinnahmen, hohe Phamareinnahmen

Die in den letzten Jahren getroffenen Maßnahmen zur Dämpfung der Kosten zeigen Wirkung insofern als daß wenigstens keine weitere Kostenexplosion erfolgt. So ermöglichte die 2018 erfolgte Anpassung des TARMED eine Einsparung von rund 500 Millionen Franken. Die regelmäßigen Senkungen der Arzneimittelpreise seit 2012 bewirkten Einsparungen von etwa 1 Milliarde Franken.

Der Bundesrat ist jedoch der Ansicht, dass zusätzliche Maßnahmen für die weitere Eindämmung des Kostenanstiegs erforderlich sind. Ohne zusätzliche Maßnahmen werden die Kosten und dadurch auch die Prämien in Zukunft wieder stärker steigen.

Am 21. August 2019 hat der Bundesrat dem Parlament ein Paket mit neun Maßnahmen überwiesen, das alle Gesundheitsakteure in die Verantwortung nimmt. Ein zweites Maßnahmenpaket ist für den Anfang des nächsten Jahres vorgesehen.

Wechsel der Grundversicherung

Bis Ende Oktober müssen die Krankenversicherer ihre Versicherten individuell über die für nächstes Jahr geltenden Prämien informieren. Die Versicherten können anschließend bis Ende November ihre Versicherung kündigen oder eine andere Versicherungsform wählen.