Wir leben in einer schnellebigen Zeit, die Uhren scheinen sich immer schneller zu drehen, alles immer hektischer zu werden.

Man guckt noch kurz hin, nicht mehr lange. Selbst Kunstausstellungen werden schnell durchgegangen, regelrecht „abgearbeitet“ und zack, man hat schon alles gesehen. Glaubt man.

Gegen diesen Trend wehrt sich aktuell das Kunstmuseum Wallis.

Der Salon Suisse hatte für 2019 der Direktorin des Kunstmuseums Wallis, Céline Eidenbenz, an der Kunstbiennale in Venedig freie Hand erteilt.

In Anlehnung an das italienische Programm, das sich dem Thema  s l ow (Langsamkeit) widmet, paßt sich das Kunstmuseum an den Rhythmus des Mondkalenders an und zeigt jeden Monat ein neues Werk oder eine neue Werkgruppe aus seiner Sammlung.

Eine Serie von Veranstaltungen wird in Sitten organisiert, darunter „Retours de Venise“ am Internationalen Museumstag am 19. Mai.

Salon Suisse der Kunstbiennale Venedig 2019

Der von der nicht unumstrittenen Kulturstiftung Pro Helvetia organisierte Salon Suisse findet parallel zur Ausstellung des Schweizer Pavillons an der Kunstbiennale in Venedig statt.

Dieser umfaßt eine Reihe von Darbietungen (Neudeutsch „performances“), Konferenzen und kulturellen Veranstaltungen und bietet die Möglichkeit, mit Kunst in einer anregenden Atmosphäre zu experimentieren, so die Veranstalter.

Alle Veranstaltungen finden im Palazzo Trevisan degli Ulivi an drei Wochenenden von September bis November statt (detailliertes Programm https://biennials.ch).

s l o w : Langsamkeit als Motto

Für die Ausgabe 2019 der Schweizer Biennale schenkte Pro Helvetia Céline Eidenbenz, Direktorin des Walliser Kunstmuseums, einen Freibrief.

Sie will nun nicht weniger als „den Rhytmus der Schöpfung“ hinterfragen:

Das von ihr gewählte Thema heißt langsam und hinterfragt den Rhythmus der Schöpfung und deren innere Langsamkeit, so das Kunstmuseum Wallis.

Und sie will mehr Sinnlichkeit und gegen Produktivismus kämpfen:

Unter der Annahme, dass die Verlangsamung zu mehr Sinnlichkeit und besserer Resistenz gegen Produktivismus führt, beleuchtet s l o w Langsamkeit und Kunst, so das Kunstmuseum weiter.

Befinden wir uns im „kulturellen Fieber“?

Damit werden unterschiedlichste Themen behandelt, die von Untätigkeit bis zu kulturellem Fieber reichen, so die Auffassung von Eidenbenz.

Einmal querbeet:
Um das Thema zu erarbeiten, lud Celine Eidenbenz Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund ein: Künstler, Kunsthistoriker, Interpreten, Musiker, Köche , Choreographen, Ärzte und usw. Durch ein partizipatives Programm, das Teil eines interdisziplinären Ansatzes ist, fördert ihre „s l o w“ Resonanz, Nähe und Geselligkeit, ist das Kunstmuseum Wallis überzeugt.

Echo auf das venezianische Programm

„Chi va piano“ bietet die Möglichkeit im Kunstmuseum in Sitten mit langsamer Kunst zu experimentieren.

Vom 18. Mai bis 10. November 2019 ist das Publikum eingeladen, in den Raum „Au Quatrième“ des Kunstmuseums einzutauchen, um die Auswirkungen der Zeit auf die Beobachtung zu messen, sich die Zeit für einen genaueren Blick zu nehmen, zu verweilen und zu schlendern.

Der Raum präsentiert  nacheinander rund zehn bewundernswerte Werke. Eingeladen sind namhafte Künstler wie Nicolas Faure, François Boson, Sophie Calle, Miquel Barceló, Alexandre Calame und Magadalena Abakanowicz.

Im Rhythmus des Mondkalenders

Das eigens für diese Ausstellung geschaffene Werk der Schweizer Künstlerin Marie Velardi (*1977) mit dem Titel Luna setzt das Tempo durch eine im Raum platzierte Monduhr. Deren einziger Zeiger dreht dem Zyklus des Mondes folgend um das Zifferblatt. Werksveränderungen geschehen nach dem Rhythmus des Mondkalenders, d.h. alle 29,5 Tage während des Vollmonds.

Langsame Kunst – Kunst lange betrachten

Was passiert, wenn wir ein Kunstwerk fünf Minuten, eine Viertelstunde oder sogar eine Stunde lang betrachten? Die Ausstellung bietet die Möglichkeit für jeden, genau dies zu erfahren.

Wer zuhause Gemälde von Künstlern an der Wand hängen hat, kennt es: Man kann vor manchem Bild stundenlang sitzen und es ansehen.

Wie das Kunstmuseum damit umgeht, wenn Leute länger als 5 oder 15 Minuten vor einem Gemälde sitzenbleiben wollen und es noch langsamer bzw. länger betrachten möchten und es somit „blockieren“ würden für andere Museumsbesucher, dazu wurde seitens des Museums nichts mitgeteilt.

Wer also ein Gemälde länger betrachten möchte, der wird es wohl oder übel schon kaufen müssen und sich selbst ins Wohnzimmer hängen müssen.

Einzig das Problem natürlich, daß Gemälde großer Künstler sehr teuer sind und es immer nur ein einziges von ihnen gibt.

Und dies, obwohl es viele gerne länger genießen wollten als nuuur kurz im Kunstmuseum, auch wenn das Kunstmuseum in Sitten 5 oder 15 Minuten für „langsam“ und lange hält, darüber können die Meinungen durchaus auseinandergehen.

Wer trotzdem gerne Gemälde großer Maler länger betrachtet und keine Multimillionen zur Verfügung hat, um bei Kunstauktionen mitzusteigern, für den gibt es dennoch Möglichkeiten.

Die der Kunstkopie zum Beispiel.

Das klingt erstmal illegal und anrüchig, ist aber weder das eine noch das andere. Sondern völlig legal. Sofern es sich um Gemälde historischer Maler handelt, deren Urheberrechte abgelaufen sind.

Natürlich ist ein Plakat oder Druck nicht mit einem handgemalten Gemälde vergleichbar und sogar hier gibt es heutzutage kostengünstige Alternativen.

Um in Italien zu bleiben: Wer beispielsweise einen echten Leonardo da Vinci bei sich im Haus haben möchte, kann dies für günstiges Geld bewerkstelligen und legal noch dazu.

Die weltberühmte Mona Lisa ist gegenwärtig schon für 319 Euro als echtes Gemälde als Kunstkopie zu haben. Bei einem Anbieter namens Kunstkopie-Gemälde.