Home Aktuelles, Nachrichten Wallis 1. Mai 2026 – Tag der Arbeit im Oberwallis
Unia Oberwallis: "Menschen schützen statt Grenzen!"
1. Mai 2026 – Tag der Arbeit im OberwallisUnia Oberwallis: "Menschen schützen statt Grenzen!"

1. Mai 2026 – Tag der Arbeit im Oberwallis

Unia Oberwallis: "Menschen schützen statt Grenzen!"
0

Der von der Unia organisierte Tag der Arbeit im Oberwallis findet im Zeughaus Kultur in Brig statt.

Ab 17:00 Uhr gibt es musikalische Unterhaltung von the Rudifutschers und Demasiado Corazón. Für Verpflegung ist gesorgt.

Ab 18: Uhr werden die Ansprachen zu den dargelegten Themen gehalten: Tamara Funiciello, SP Nationalrätin Hanny Weissmüller, SEV, Präsidentin des Lokomotivpersonals Sebastian Werlen, SP-Grossratssuppleant Judith Matter, Co-Präsidentin Queer VS.

Die Unia Oberwallis schreibt zum 1. Mai 2026, dem Tag der Arbeit: „Menschen schützen statt Grenzen!“ Die Welt befinde sich auf unsicherem Boden. Kriege, Handelshemmnisse und wirtschaftliche Krisen prägen den Alltag und setzen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer massiv unter Druck, so die Gewerkschaft. 

Gerade in dieser Situation brauche es Verantwortung und solidarische Lösungen. Doch statt Stabilität zu schaffen, setze die SVP auf Eskalation: Mit ihrer extremen Abstimmungsinitiative nehme sie bewußt in Kauf, die Schweiz politisch, wirtschaftlich und sozial zu destabilisieren.

Auch auf kantonaler Ebene zeigtesich eine gefährliche Haltung: Existenzsichernde Maßnahmen werden blockiert oder abgelehnt, so die Unia, die weiter Folgendes schreibt (kursiv).

Am Tag der Arbeit ist deshalb klar, wofür wir stehen: für den Schutz der Menschen – nicht für (neue) Grenzen. Eine Annahme der Chaos-Initiative hätte gravierende Folgen. Der Bruch mit unseren wichtigsten europäischen Partnern wäre programmiert, die bilateralen Verträge stünden vor dem Aus, zehntausende Arbeitsplätze wären gefährdet. Gleichzeitig würde der bewährte Lohnschutz ausgehebelt. Wer die Personenfreizügigkeit abschafft, beseitigt jene Schutzmechanismen, die Lohndumping verhindern und faire Arbeitsbedingungen sichern.

Die arbeitenden Menschen dürfen nicht den Preis für verantwortungslose politische Experimente bezahlen. Deshalb stehen wir am 1. Mai 2026 gemeinsam ein – laut, solidarisch und entschlossen. Chaos und enorme wirtschaftliche Belastung Gerade in einer Zeit, in der die aggressive US-Politik die Schweiz und die EU wirtschaftlich wie politisch stark unter Druck setzt, ist es brandgefährlich, die Brücken zu unseren Nachbarländern einzureißen.

Der Wegfall der Personenfreizügigkeit würde zudem die AHV empfindlich schwächen: Hunderttausende Beitragszahlende und Milliarden an Einnahmen gingen verloren – bei steigenden Preisen und sinkender Kaufkraft für Rentnerinnen und Rentner.

Die Chaos‑Initiative der SVP führt zur Kündigung der Personenfreizügigkeit und stürzt die Schweiz in einen riskanten wirtschaftlichen Alleingang. Das Beispiel Brexit zeigt klar, wohin dieser Weg führt: Handelshemmnisse und zusätzliche Bürokratie treiben die Teuerung an. Steigende Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig geschwächtem Lohnschutz führen zu massivem Kaufkraftverlust.

Diese Initiative ist ein direkter Angriff auf die Löhne der arbeitenden Bevölkerung. Als Gewerkschaft lehnen wir einen solchen Alleingang auf Kosten der Arbeitnehmenden Bevölkerung vehement ab. Fachkräftemangel und fehlendes Demokratieverständnis Doch es geht um weit mehr als um Einkommen. Auch die Versorgungssicherheit steht auf dem Spiel. Starre Zuwanderungskontingente verschärfen den Fachkräftemangel massiv – besonders im Gesundheitswesen, das in hohem Mass auf gut ausgebildetes Personal aus dem Ausland angewiesen ist. Fehlen diese Fachkräfte, leidet die Qualität der Pflege ebenso wie die Stabilität und Verlässlichkeit der gesamten Gesundheitsversorgung.

Ein Blick auf die Statistik genügt, 50% der Ärzt:innen sind aus dem Ausland, 33% des Pflegepersonals sowie rund 70% des Reinigungspersonals. Medienmitteilung des Oberwalliser Gewerkschaftsbundes Brig, 29. April 2026 Langfristig bedroht eine Begrenzung der Zuwanderung zudem unsere Sozialwerke. Sinkende Beitragszahlen bei gleichzeitig steigender Zahl von Pensionierten setzen die AHV stark unter Druck und stellen selbst das Rentenalter infrage. Eine Annahme der sogenannten Chaosinitiative würde daher nicht schützen, sondern Chaos verursachen – mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen für die gesamte Bevölkerung.

Die Schweiz schützt man nicht, indem man neue Grenzen zieht und die Rechte der hier lebenden Menschen angreift. Die SVP greift mit dieser Initiative nicht nur die Lebensbedingungen von uns allen an, sondern blockiert auch aktiv Lösungen und dringend nötige Verbesserungen, indem sie den demokratisch gefällten Willen der Bevölkerung unterläuft.

Beispiel? Trotz der klaren Annahme der Pflegeinitiative durch 61 % der Stimmbevölkerung und fast 190’000 eingereichten Unterschriften liegt dem Parlament derzeit mit dem abgeschwächten BGAP ein Gesetzesentwurf vor, der die Initiative ihres Inhalts beraubt. Pflegende haben diese Woche auf dem Bundesplatz sichtbar gemacht, was sonst überhört wird: Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen.

Werden zentrale Forderungen ignoriert, arbeitet das Parlament faktisch am Willen der Bevölkerung vorbei – und gefährdet damit nicht nur die Pflege, sondern auch das Vertrauen in unsere Demokratie. Ein Lohn muss fürs Leben reichen Ein weiterer parlamentarischer Angriff auf nationaler Ebene auf demokratische Entscheide in Bezug auf die kantonalen Mindestlöhne steht ebenfalls kurz vor dem Abschluss – und ist ein direkter Angriff auf die arbeitenden Menschen.

Es ist inakzeptabel, dass ein nationales Parlament per Gesetz tiefere Löhne durchsetzen und bessere Löhne verhindern will. Damit wird ein grundlegendes Prinzip missachtet: Arbeit muss existenzsichernd sein. Wer Vollzeit arbeitet, muss von diesem Lohn leben können.

Statt soziale Verantwortung zu übernehmen, verweigern sich Regierungen und Parlamente konsequent existenzsichernden Mindestlöhnen. Diese aggressive neoliberale Wirtschaftspolitik hat einen hohen Preis – und bezahlt wird er nicht von den Entscheidungsträgern, sondern von der Gesellschaft. Wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit ihre Miete, Krankenkassenprämien und Gesundheitskosten nicht mehr bezahlen können, ist das ein politisches Versagen. Anstatt gegenzusteuern, werden demokratisch eingeführte Mindestlöhne bekämpft und gleichzeitig noch weitere Kosten wie die Mindestfranchise erhöht. Das ist kein Zufall, sondern politische Absicht – und sie führt zu einer weiteren massiven Belastung der Bevölkerung.

Man stelle sich die einfache Frage: Wer bezahlt die Kosten, wenn Arbeitnehmende von ihrem Lohn nicht leben können? Jetzt und im Alter? Tag der Arbeit im Oberwallis Der Tag der Arbeit steht für Solidarität, Schutz und Würde. Er soll Menschen vereinen – nicht spalten. Er schützt Menschen, nicht Profite.

Und er kennt keine Grenzen, sondern fordert Respekt für alle, die diese Gesellschaft täglich am Laufen halten.

(pd, rm)
(Bild: Unia Oberwallis)

Fehler gefunden? Jetzt melden.

IHRE MEINUNGEN

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert