Festival für Neue Musik Forum Wallis 2026
Heute Samstag, dem 6. Juni geht es mit dem Festival für Neue Musik Forum Wallis Schlag auf Schlag weiter: Um 18 Uhr ist der zweite Teil der akusmatischen Reihe Ars Electronica Forum Wallis 2026 auf dem 16-Kanal-Akusmonium am MEbU in Münster im Goms zu hören. Hierbei handelt es sich um eine kurierte Auswahl aus etwa 200 eingereichten Kompositionen. 6 Schweizer Premieren und eine Uraufführung sind heute auf dem Programm:
Bernard Bruno
lune(s)
Lund-Jensen Pascal
Building the Anthropocene
Prod’homme Lucie
Espèces de gros sons
Vande Gorne Annette
Haikus, 3: Été, 2: Songe d’un après-midi d’été
Catena Stefano
Travelling Without Moving
Normandeau Robert
Puzzle
Naylor Steven
kune kune

Bei der Uraufführung handelt um ein Werk des in Zürich lebenden Komponisten und Klangkünstlers Pascal Lund-Jensen. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis steht die Gestaltung klanglich-räumlicher Dispositive sowie die Erforschung der Frage, wie Klang Räume erweitern, transformieren oder neu imaginieren kann. Seine Arbeiten befassen sich mit künstlichen klanglichen Eingriffen in reale Orte und der Konstruktion imaginärer Klangumgebungen. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit entwickelt Lund-Jensen Software-Instrumente und forscht sowohl am Immersive Arts Space als auch am Institute for Computer Music and Sound Technology der ZHdK in Zürich.
In seinem Werk Building the Anthropocene werden im Verlauf des Stücks reale Räume verzerrt, verändert und mit abstrakten Räumen verschmolzen. Spektrale und rhythmische Strukturen wurden aus den Feldaufnahmen extrahiert und in den Vordergrund gerückt. Dadurch entstehen Zwischenzustände, in denen die Zerlegung realer Orte und die Konstruktion imaginärer Orte ineinander übergehen. Die Komposition basiert auf Feldaufnahmen, die entlang der Küste von Nordsjælland in Dänemark entstanden sind. Entlang der gesamten Küstenlinie verhindern Küstenschutzmaßnahmen die Erosion der Sandklippen und schützen vor allem Ferienhäuser davor, ins Meer abzustürzen. Diese Maßnahmen verzögern die natürliche Küstenerosion und unterbrechen die Verlagerung der Küstenzone. Building the Anthropocene wirft die Frage auf, ob solche Eingriffe Lebensräume und Topografien langfristig tiefgreifend verändern und damit weitere Hinweise auf das Anthropozän liefern. Pascal Lund-Jensen wird vor Ort sein und dem Konzert beiwohnen. Das Konzert dauert in etwa eine Stunde.
Um 20 Uhr 30 folgt in der Kirche Himmelfahrt Mariens in Münster einem Improvisationskonzert mit dem Trio Christoph Erb (Klarinette), Magda Mayas (Keys) und Antoine Läng (Vocals(. Alle drei gehören zu den renommiertesten Improvisatoren sowohl in der Schweiz wie auch international und man darf sich mit guten Grund auf die überbordende musikalische Fantasie und die kammermusikalischen Feinheiten der drei Musikerinnen und Musiker freuen. Auch dieses Konzert dauert in etwa eine Stunde. Der Eintritt zu beiden Konzerten ist frei (Kollekte).
Das Forum Wallis ist ein Festival für Neue Musik, das 2026 sein 20jähriges Bestehen feiert. Es ist nach wie vor eines der wenigen Gefäße im Wallis, das sich konsequent der Neuen Musik verschreibt und so dem Publikum regelmässig die Möglichkeit bietet, die große und faszinierende Vielfalt der zeitgenössischen Musik hierzulande live zu entdecken. Zum einen bietet es der einheimischen Szene ein ansprechendes Podium, zum anderen spiegelt es deren Arbeit in internationalen Kontexten. Das Festival wird von der Walliser Ortssektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik IGNM/ISCM, der IGNM-VS geführt.
Alle weiteren Programminformationen sind unter http://forumwallis.ch online zu finden.


