Pro Teilzeit: Mehr Teilzeitstellen als im VorjahrWeniger Arbeiten - mehr Teilzeit gefordert
Ende 2025 war gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme der Vollzeitstellen zu verzeichnen, während Teilzeitstellen insgesamt zunahmen. Etwas anders sieht es im Baugewerbe aus.
Im Ausbaugewerbe gingen die Teilzeitstellen der Männer zurück und relativierten die letztjährige markante Zunahme. Insgesamt setzte sich der langjährige Trend des steten Wachstums der Teilzeitstellen fort, so Pro Teilzeit.
Der Verein Pro Teilzeit hat in seinem Teilzeitbarometer (siehe Anhang) die Beschäftigungsstatistik des Bundesamts für Statistik nach Geschlecht und Beschäftigungsgrad analysiert. Im 3. Quartal 2025 gab es total 2’822 Stellen mehr als im Vorjahresquartal.
Während es zu einer Abnahme bei den Vollzeitstellen kam (-22’338 Vollzeitstellen), gab es ein Wachstum von Teilzeitstellen (+ 25’161 Teilzeitstellen). Dieses fiel bei Männern und Frauen ähnlich hoch aus. Der Rückgang der Vollzeitstellen erfolgte vor allem bei den Männern (-21’188 Vollzeitstellen bzw. -0,9%).
Abnahme von Teilzeitstellen der Männer im Ausbaugewerbe
Im Baugewerbe zeigte sich eine andere Entwicklung. Im Hoch- und Tiefbau nahmen nur die Vollzeitstellen der Frauen leicht ab (-55 Vollzeitstellen bzw. -1,2%). Im Ausbaugewerbe gingen entgegen dem Gesamttrend die Teilzeitstellen bei den Männern zurück (-1019 Teilzeitstellen bzw. -4,9%) und machten einen Teil des markanten Zuwachses des Vorjahrs wieder rückgängig. Der Teilzeitstellenanteil der Männer liegt im Ausbaugewerbe nun bei 8,6% (-0,4 Prozentpunkte), im Hoch- und Tiefbau bei 7,2% (+0,8% Prozentpunkte).
Weiterhin grosse Ungleichverteilung nach Sektoren und Geschlecht
Insgesamt setzte sich der langjährige Trend des steten Wachstums der Teilzeitstellen fort. Trotzdem bleibt Teilzeitarbeit weiterhin sehr ungleich verteilt – zwischen den Geschlechtern und zwischen den Branchen. Während im Dienstleistungssektor fast jede zweite Stelle eine Teilzeitstelle ist (47,3%), ist dies im Sektor Bau und Industrie nur jede sechste Stelle (17,9%). Die Ungleichverteilung nach Branchen ist besonders ausgeprägt bei den Männern: In den Dienstleistungsbranchen arbeiten drei von zehn Männern Teilzeit (29,7%), im Sektor Bau und Industrie einer von zehn (9,6%).
Projekte für Vereinbarkeit im Holzbau und Gebäudehüllengewerbe
Der Verein Pro Teilzeit engagiert sich unter anderem für mehr Teilzeitarbeitsmöglichkeiten in den Baubranchen und setzt dazu gemeinsame Projekte mit den Sozialpartnern (Arbeitgebenden- und Arbeitnehmendenorganisationen) um. Denn das Bedürfnis der Mitarbeitenden nach Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Mit den Projekten sollen Lösungen für die Branchen erarbeitet werden.
Die aktuellen Projekte:
«Teilzeitbau – Vereinbarkeit im Gebäudehüllengewerbe» zusammen mit Gebäudehülle Schweiz und den Gewerkschaften Unia und Syna: https://www.teilzeitbau-gebäudehülle.ch/
«Arbeitsmodelle für Vereinbarkeit im Holzbau» gemeinsam mit Holzbau Schweiz und den Arbeitnehmendenorganisationen Unia, Syna, Baukader Schweiz und kaufmännischer Verband: https://www.arbeitsmodelle-holzbau.ch/
In beiden Projekten erfolgte als Grundlage eine Umfrage zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei Mitarbeitenden und Unternehmen, um die Bedürfnisse von beiden Seiten zu erfahren. Die Resultate der Umfrage können auf den jeweiligen Projektwebsites eingesehen werden. Arbeitsgruppen mit Arbeitgebenden von verschiedenen Betrieben der ganzen Deutschschweiz begleiten die Projekte.
(pd, rm)
