Walliser Obstbau und Volkserziehung für KlimaschutzStaatliches Werkzeug zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks für eine nachhaltige und regionale Ernährung
Mit der Erstellung der ersten CO2-Bilanz für die Walliser Obstproduktion mach der Kanton Wallis einen wichtigen Schritt bei der Klimawende in seiner Landwirtschaft, so die Dienststelle für Landwirtschaft.
Dieser Ansatz ermögliche die Entwicklung eines Meß- und Steuerungsinstruments, das darauf abziele, die Treibhausgasemissionen der Branche besser zu verstehen.
Gleichzeitig zeige es konkrete Ansatzpunkte für den Wandel zu einer nachhaltigeren Produktion auf.
Etliche Behörden, Departments und Dienststellen involviert
Im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen dem Departement für Finanzen und Energie (DFE) und dem Departement für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) wurde mit Unterstützung eines spezialisierten Unternehmens eine CO₂-Bilanz der Walliser Obstproduktion (Apfel-, Birnen- und Aprikosenanbau) erstellt.
Sie berücksichtigt die Treibhausgasemissionen aller für die Obstproduktion erforderlichen Tätigkeiten, vom Obstgarten bis zum Verlassen des Betriebs, so die Dienststelle für Landwirtschaft weiter.
Wallis produziert fast ein Drittel des Schweizer Obstes
Mit fast einem Drittel der gesamten Schweizer Obstproduktion nimmt der Kanton Wallis eine zentrale Rolle bei der nationalen Versorgung mit Tafelobst ein. Die Ergebnisse dieser ersten CO₂-Bilanz zeigen, daß der Walliser Obstbau für eine Produktion dieser Größenordnung eine besonders geringe Emissionsintensität aufweist. Die jährlichen Gesamtemissionen der Walliser Obstproduktion werden auf etwa 6070 Tonnen CO₂-Äquivalent geschätzt. Dies entspricht dem CO₂-Ausstoß von zwölf Flugzeugen auf einem Hin- und Rückflug von Genf nach New York. Der Kraftstoffverbrauch ist bei weitem der größte Emissionsverursacher. Deshalb ist der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energien der wichtigste Hebel zur Verringerung des CO₂-Fussabdrucks des Sektors, so die Dienststelle für Landwirtschaft, die weiter Folgendes schreibt:
Ergänzend zu der auf Produktionsebene durchgeführten Bestandsaufnahme wurde ein Berechnungstool entwickelt, um die Betriebe bei der Klimawende zu unterstützen. Es wurde speziell für die Gegebenheiten des Walliser Obstbaus entwickelt und ist das erste einfache, effiziente und einsatzbereite Tool, mit dem Walliser Obstbäuerinnen und Obstbauern ihre eigenen Treibhausgasemissionen schnell und zuverlässig berechnen können. Dieses Tool wird in Kürze eingeführt, um die Umsetzung nachhaltigerer Praktiken konkret zu fördern.
Dieses Vorgehen steht im Einklang mit den Zielen der Strategie «Obst- und Gemüsebau bis 2030», welche die Förderung eines nachhaltigen und widerstandsfähiges Agrar- und Ernährungssystems verfolgt. Die erzielten Fortschritte tragen dazu bei, eine immer vorbildlichere Produktion von Walliser Obst zu fördern und bieten den Konsumentinnen und Konsumenten gleichzeitig klare Anhaltspunkte für ihre Ernährungsentscheidungen. Eine in der Schweiz verkaufte Walliser Frucht verursacht drei- bis hundertmal weniger Emissionen als eine Frucht, die importiert wird. Der Verzehr von Walliser Obst ist also gut für die Gesundheit und für das Klima.
(pd, rm)
