Home Aktuelles, Nachrichten Wallis Alpines Eßkulturerbe kandidiert für Unesco-Register
Walliser Roggenbrot als Weltkulturerbe?
Alpines Eßkulturerbe kandidiert für Unesco-RegisterWalliser Roggenbrot als Weltkulturerbe?

Alpines Eßkulturerbe kandidiert für Unesco-Register

Walliser Roggenbrot als Weltkulturerbe?
0

Die Schweiz hat heute bei der Unesco die multinationale Kandidatur «Alpines Eßkulturerbe. Gemeinschaftlich getragene Bewahrungsprogramme» zur Aufnahme in das Unesco-Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes eingereicht. Diese Kandidatur, die auf einem wiedererwachten Interesse an nachhaltiger Ernährung fußt, wird von Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz gemeinsam eingereicht und von der Schweiz koordiniert.

Das alpine Eßkulturerbe umfaßt eine ganze Reihe von Kenntnissen, Praktiken und Fertigkeiten, die mit der Ernährung in den Bergregionen des Alpenbogens zusammenhängen. Dazu gehören etwa das Käsen in Höhenlagen, auf alpine Lebensräume abgestimmtes Anbauen und Backen von Getreide, das Sammeln von Wildpflanzen, die Pflege traditioneller Obstgärten oder die Bergimkerei. Diese Praktiken, die durch die ökologischen Bedingungen in Höhenlagen und gefestigte Traditionen der Zusammenarbeit zwischen den Tälern geprägt sind, stellen ein lebendiges Erbe dar, das eng mit der Landschaft, mit landwirtschaftlichen Systemen und Lebensweisen der Alpengemeinschaften verbunden ist.

Die Kandidatur bei der Unesco soll die gemeinschaftlich getragenen Bewahrungsprogramme anerkennen, die darauf abzielen, das alpine Eßkulturerbe zu identifizieren, zu dokumentieren, weiterzugeben und aufzuwerten. Sie zeigt die Formen der Zusammenarbeit auf, die sich im Alpenbogen entwickelt haben, um den Austausch zu stärken, unterstützt die Weitergabe von Wissen an jüngere Generationen und fördert nachhaltige Produktions- und Konsumweisen.

Die Initiativen bauen auf dem transnationalen Netzwerk auf, das im Rahmen des EU-Projekts mit dem denglischen Namen “AlpFoodway” (2015–2019) geknüpft wurde und heute von zahlreichen Organisationen, Institutionen und Gemeinschaften weitergeführt wird.

Roggenbrot aus dem Wallis und dem Puschlav

Verschiedene Projekte veranschaulichen diese Dynamik, wie das grenzüberschreitende Alpenbrotfestival Lo Pan Ner, das dem traditionellen Roggenbrot gewidmet ist und jeden Herbst in mehreren Alpendörfern, vor allem im Wallis und im Puschlav (Valposchiavo), gefeiert wird.

Das Bundesamt für Kultur koordiniert die Kandidatur in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Partnerorganisationen, mit Frankreich, Italien und Slowenien. In der Schweiz stützt sich die Vorbereitung des Dossiers insbesondere auf das Projekt Polo Poschiavo, das Zentrum zur Erforschung der alpinen Bevölkerung Centre régional d’études des populations alpines (CREPA), das Culinarium Alpinum, die Stiftung zur Förderung des Genusses (Stiftung Goût), das Kulinarische Erbe der Schweiz und die Schweizerische Vereinigung der AOP-IGP.

Die Schweiz übernimmt zum ersten Mal die Koordination einer Kandidatur für das Unesco-Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes, das beispielhafte Programme auszeichnet, die andere Regionen der Welt inspirieren können. Nach Prüfung des Dossiers ist mit einer Entscheidung frühestens im Dezember 2027 zu rechnen.

Unesco-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes

Mit dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes will die Unesco ein Kulturerbe schützen, das weniger mit Bauten oder Räumen zusammenhängt, sondern in erster Linie mit der Zeit sowie mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen. Dieses Erbe umfaßt lebendige Traditionen wie mündliche Ausdrucksformen, darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken. Es widerspiegelt die kulturelle Vielfalt und zeugt von der menschlichen Kreativität.

(pd, rm)
(Archivbild)

Fehler gefunden? Jetzt melden.

IHRE MEINUNGEN

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Close