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Weltliteratur und Neue Musik am MEbU
Deutsche Lyrik im GomsWeltliteratur und Neue Musik am MEbU

Deutsche Lyrik im Goms

Weltliteratur und Neue Musik am MEbU
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Am Sonntag dem 15. März um 19 Uhr 30 bringt das Walliser Neue Musik-Duo UMS’nJIP (Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen) ihr neuestes Programm Deutsche Lyrik am MEbU (Münster Earport) im Goms zur Uraufführung. Dann ist deutsche Weltliteratur in Musik gesetzt angesagt: Gespielt werden neue Werkaufträge an Mehmet Ali Uzunselvi und Christophe Schiess auf Texte von Robert Walser, Goethe und Fontane, 4 Lieder aus der Armenischen Nachtigall von Javier Hagen auf Nachdichtungen Nahapet Kuchaks von Hans Bethge. Flankiert werden diese Kompositionen von weiteren Werken aus der Feder von Max E. Keller und UMS’nJIP auf Gedichte von Heine, Eichendorff und Mörike. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um Reservation wird gebeten. http://mebu.umsnjip.ch

Weitere Konzerte finden mit diesem Programm in Bern (PROGR) und Zürich (Walcheturm) statt.

Mit ihrem Programm Deutsche Lyrik vermitteln UMS’nJIP einen Einblick in denkbar bunt-verschiedene zeitgenössische Kompositionsverfahren und beleuchten gleichzeitig klassische deutschsprachige Lyriker neu: Walser, Mörike, Brentano, Bethge, Heine, Eichendorff, Goethe und Fontane.

Mehmet Ali Uzunselvi (*1980), einer der einflußreichsten türkischen Komponisten der jüngeren Generation, arbeitet seit 2012 mit UMS’nJIP zusammen, neben 5 Auftragswerken aus seiner Feder haben UMS’nJIP als eines der ersten je eingeladenen ausländischen Ensembles überhaupt am Sesin Yolculugu Festival im berühmten CRR Istanbul auch Werke seiner Kompositionsstudenten uraufgeführt. In seinem neuesten Werk vertont er mit einem leichten schönbergschen Pierrot Lunaire-Duktus 5 Mikrogramme des Schweizer Dichters Robert Walser.

Mehmet Ali Uzunselvi beim Proben mit UMS’nJIP

Christophe Schiess’ Wiegenlieder sind verinnerlichte Miniaturen voller Poesie. Auch er ist ein langjähriger Weggefährte des Duos und legt hiermit seine dritte Arbeit für UMS’nJIP vor. Im Gegensatz dazu ordnen sich die drei Heine-, Bethge- und Mörikezyklen von UMS und JIP jeweils einem einzigen konzeptuellen Überbau unter, sprich, die Gedichtgruppen durchlaufen immer als Ganzes jeweils einen einzigen musikalischen Prozeß. Zu hören sind hierbei Mörikes berühmtes Um Mitternacht, die 4 Gedichte Am Meer, Die Stadt, Der Doppelgänger und Ihr Bild aus dem Buch der Lieder von Heinrich Heine, allgemein aus dem Schwanengesang von Schubert bekannt, sowie 4 leichtfüssige Liebesgedichte aus der Armenischen Nachtigall, welche der Orientalist Hans Bethge aus dem armenischen Original von Nahapet Kuchak ins Deutsche übertragen und Javier Hagen in Musik gesetzt hat.

Christophe Schiess beim Proben mit UMS’nJIP

Formal kontrastierend dazu, kontrapunktisch sozusagen, sind die Brentano-Lieder von Hans-Martin Linde aus den 1990ern (hier als Premiere mit Männerstimme besetzt), und Der verspätete Wanderer nach Eichendorff von Max E. Keller, den Keller, ein Pionier des Schweizer Jazz, 2017 für UMS’nJIP komponiert hat.

Christophe Schiess beim Proben mit UMS'nJIP--Ulrike Mayer-Spohn
Christophe Schiess mit Ulrike Mayer-Spohn beim Proben mit UMS’nJIP

Max E. Keller im Zusammenspiel mit UMS’nJIP

UMS’nJIP und das Kunstlied. Über 300 Auftragswerke und 1500 Konzerte in über 40 Ländern haben UMS’nJIP (Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen) seit 2007 hinter sich und dabei einzelne Werke – und dies ist in der Neuen Musik weltweit beinahe einmalig – über 100 mal gespielt. Parallel zu ihrer Arbeit als Interpreten sind sie auch als Komponisten tätig und wurden für ihre Werke 35 Male international ausgezeichnet. In ihrer Arbeit hinterfragen sie immer wieder klassische Gattungen – in diesem Fall das Kunstlied. Die dem Kunstlied innewohnende Raffinesse auf kompositorischer wie textlicher Ebene ist eine besondere Herausforderung. Die persönliche Affinität und Anlage des Duos (Stimme, Blockflöten und Elektronik) bieten ein reizvolles Terrain für eine ganz besondere Annäherung an eine Gattung, welche wie kaum eine andere eine Symbiose von Text und Musik zu erreichen wußte.

Max E. Keller im Zusammenspiel mit UMS'nJIP
Max E. Keller im Zusammenspiel mit UMS’nJIP

Über UMS’nJIP

UMS’nJIP gehören zu den aktivsten Ensembles für Neue Musik der Gegenwart, mit Aufführungen vom Palacio de Bellas Artes Mexico City, Colón Buenos Aires, der Shanghai New Music Week, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona, Steghi Athen, Alexandrinsky St. Petersburg, CRR Istanbul über die Biennale Musica Venezia bis nach Binn. 2022 lassen sie sich im Goms im Wallis nieder und gründen mit dem MEbU (Münster Earport) unweit des Rhonegletschers einen Kunstraum für zeitgenössische Musik.

(pd, rm)

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