
Drama Crans-Montana – nie wieder!Die Rolle der Medien und der gesellschaftliche Schock
Ein Meinungsbeitrag von Roger E. Schärer
Friedrich Dürrenmatt, der grosse Schweizer Autor und Philosoph – eine starke Stimme, an der es uns heute mangelt – formulierte einmal treffend:
„Der Mensch lernt in der Katastrophe, menschlich zu leben, was er im Frieden nicht kann.“
Das hat sich bestätigt. Die grosse Anteilnahme, der geteilte Schmerz und die Trauer haben die Schweiz daran erinnert, wie zerbrechlich wir sind und wie schnell Unheil über uns kommen kann.
In grosser Betroffenheit bleiben Fragen, die dringend beantwortet werden müssen.
Defizite in der Katastrophenvorsorge
Vor drei Jahren haben renommierte Mediziner für Rettungs- und Katastrophenmedizin darauf hingewiesen, dass bei Ereignissen wie Erdbeben sowie Flugzeug- und Zugunglücken mit mehr als 25 Schwerverletzten die Schweiz ein Problem hat und die Übersicht über die verteilten Kapazitäten fehlt.
Es war die Walliser Bundesrätin Amherd, die für den Bevölkerungsschutz verantwortlich war, welche diese Kritik zurückwies. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) kam aber im letzten August mit seinem Bericht zum Schluss, es sei eine Fehleinschätzung, dass unser Gesundheitswesen solche Katastrophen und Ausnahmesituationen problemlos bewältigen könne.
Es gehört zur Sicherheitspolitik – neben militärischer Aufrüstung und Verteidigung – die Bevölkerung zu schützen.
Internationale Hilfe und diplomatische Spannungen
Unsere europäischen Nachbarn sind eingesprungen. Es war beeindruckend, wie der italienische Vizepremier und Aussenminister Tajani unverzüglich in Crans-Montana der italienischen Opfer gedachte und einen Kranz niederlegte.
Da muss die Frage erlaubt sein: Wo war unser Tessiner Aussenminister, der mit seinem italienischen Kollegen vor Ort zusammentreffen müsste, um die sich abzeichnenden schwierigen Spannungsfelder bilateral aufzunehmen?
Das tiefe Misstrauen Italiens, der Rückruf des italienischen Botschafters sowie der Druck der italienischen Regierung auf die Schweiz hätten womöglich abgefedert werden können. Die Beziehungen zwischen Bern und Rom sind stark beschädigt.
Führende italienische Industriellenfamilien wie die Agnellis haben ihren Rückzugsort in Crans-Montana. Die führenden Familien Barras und andere haben aus ihrem Crans-Montana ihre Goldgrube gemacht. In den schweizerischen Tourismusregionen wie Graubünden, Berner Oberland und Waadt ist das Profitmachen der grosse Antrieb.
Politische Verantwortung und Abwesenheit
Wo ist auch der oberste Schirmherr des Bevölkerungsschutzes, Bundesrat Pfister, am Neujahrstag geblieben? Bundespräsident Parmelin hat am 1. Januar mit raschen Informationen über die Katastrophe mit 40 Opfern und über 100 Schwerverletzten die Dimension erkannt und war vor Ort.
Notwendige Konsequenzen und Lehren
Es gilt, Lehren zu ziehen und ein verlässliches, departementsübergreifendes, koordiniert geführtes nationales Krisen- und Kommunikationsmanagement zu sichern, das auch an Silvester und Neujahr überzeugend funktioniert.
Gleichzeitig gilt es im Wallis, Tessin und im italienischen Teil Graubündens endlich gegen internationale organisierte Kriminalität konsequent vorzugehen. Der Barbetreiber steckt mutmasslich tief in diesem Umfeld, sofern die zahlreichen Medienberichte dazu zutreffen. Unsaubere Geschäftemacherei und politische Amigokultur gilt es entgegenzuhalten.
Das weltweit kommentierte Drama Crans-Montana hat – wie damals der Finanzplatzskandal am Paradeplatz – dem Image der verlässlichen Qualitätsnation Schweiz enorm geschadet.
Nie wieder!


Gerade die Deutschen mit Ihren maroden Strassen, Schulen, Katastrophenbewältigungen (Aatal wartet heut noch auf Geld) . Ihre nutzlosen ÜberRegulierung sollten zuerst vor der eigen Haustüre wischen . Besser sein ist etwas anderes und D ist da überall meilenweit entfernt.
Der Autor ist kein Deutscher…