Dramatische Lärmbelastungen in Meiringen, Bedenken wegen Belastungen in LeukEinwohner, ob in Meiringen oder auch in Leuk, wehren sich gegen Belastungen
Ein Meinungsbeitrag von Roger E. Schärer
Der unerträgliche Fluglärm im Talkessel von Meiringen geht vor Bundesgericht. Meiringen verlangt die Schliessung des Flugplatzes. Der gesundheitsbelastende Lärm beim Militärflugplatz Meiringen steht für grundsätzliche Lärmprobleme und Umweltbelastungen der Armee. Der Betrieb und der horrende Fluglärm im engen Talkessel bedroht die Bevölkerung und die Landwirtschaft mit dem neuen lautesten Tarnkappen-Kampfjets F-35 noch mehr. Die Milchleistungen der Kühe sind existenzbedrohend zurückgegangen. Die Anwohner zeigen gesundheitliche Belastungen. Nun gehen die Bewohner vor Bundesgericht, um den Flugplatz zu schliessen. Schon die Resultate der Lärmessungen des lärmintensivsten F-35 mussten 2023 mit öffentlichem Druck erstritten werden.
Es macht Hoffnung, dass die Bevölkerung sich gegen unsägliche Projekte stemmt. Die Walliser Bevölkerung geht mit einer Petition gegen die gigantischen Antennen von Musk in Leuk vor.
In Holland gehen Anwohner eines F-35-Flugplatzes wegen unerträglichem, gesundheitsschädigendem Lärm vor Gericht und verlangen die Schliessung. Bei der Beschaffung dieses Kampfjets, der uns nicht nur über 1,4 Milliarden Mehrpreiskosten einbringt, wurde vergessen, die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur auf den bestehenden Militärflugplätzen zu budgetieren. Über 300 Millionen wird das zusätzlich kosten. Die Beschaffungsplanung für den F-35 hat die nötigen Infrastrukturinvestitionen auf den Militärflugplätzen nicht berücksichtigt. Es sind nochmals 300 Millionen zusätzlich dafür aufzuwenden und vom Steuerzahler zu berappen. Insofern ist die Schliessung des Militärflugplatzes Meiringen sinnvoll.
Die Lärmproblematik der Armee manifestiert nicht nur die Luftwaffe. Die Armee hat beeindruckende Massnahmen getroffen, um mit Simulation Schiesslärm zu vermeiden. So die Panzer-Simulationsanlagen auf dem Waffenplatz Thun. Auch in Thun regt sich Widerstand gegen die Lärmbelastungen in den angrenzenden Dörfern.
Alle grossen Städte in der Schweiz haben ihre Kasernen und die die Bevölkerung enorm belastenden stadtnahen Schiessplätze ausgelagert. Zürich zeigt mit Birmenstorf Modellcharakter. Die Städte Sion, Bern, Genf, St. Gallen, Winterthur, Fribourg, Sion und Aarau haben Kasernen und Waffenplätze ausgelagert. Im Aargau sind noch die Standorte Brugg, Bremgarten und Wangen erhalten. Das sind Fachausbildungen für Pontoniere, Genie-, Rettungs- und Transporttruppen ohne Schwergewicht einer lärmverursachenden Waffenausbildung.
Einzig Chur, eine sich beeindruckend entwickelnde Stadt mit neuen Quartieren direkt am Waffenplatz, will mit millionenteurer neuer Kaserne und dem unmittelbar an die Stadt angrenzenden Ausbildungs- und Schiessplatz Rossboden aus unverständlichen Traditionsgründen an seiner städtischen Garnison festhalten. Die unsäglichen Lärmbelastungen auch mit Nachtschiessen sind für die wachsende Stadt untragbar. Dies, obwohl im Hinterrhein und Luzisteig weitab von belastenden Immissionen weit bessere Bedingungen für die Infanterieausbildung zur Verfügung stehen.
Es macht Hoffnung, dass sich in Chur bemerkenswerter Widerstand aus Bevölkerung und Politik zeigt. Auch gegen den Panzer-Schiessplatz auf dem Simplon zeigt sich Widerstand. Unsere Milizarmee muss durch die Bevölkerung getragen werden. Vertrauen, Ansehen und Image der Armee werden auch durch diese Themen geprägt. Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung sind grundsätzliche Voraussetzungen für Sicherheit.
Roger E. Schärer ist Oberst a.D., ehemaliger Berater NDB
Weiterführendes
www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203018
www.nau.ch/news/schweiz/mit-f-35-kampfjets-droht-mega-larm-anwohner-zittern-66968889?utm_source=chatgpt.com
www.nau.ch/news/schweiz/walliser-wehren-sich-gegen-musks-starlink-antennen-67010930?utm_source=chatgpt.com
