Home Aktuelles, Nachrichten Wallis Guttet-Feschel lädt zur Ur- und Burgerversammlung ein
Entscheidung über Abriß und Neubau / 2-Millionen-Kredit
Guttet-Feschel lädt zur Ur- und Burgerversammlung einEntscheidung über Abriß und Neubau / 2-Millionen-Kredit

Guttet-Feschel lädt zur Ur- und Burgerversammlung ein

Entscheidung über Abriß und Neubau / 2-Millionen-Kredit
0

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Guttet-Feschel sind am Montag, 1. Juni 2026, zur ordentlichen Urversammlung eingeladen. Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr in der Turnhalle. Im Mittelpunkt stehen die Jahresrechnung 2025 sowie ein Entscheid zum Projekt «Pfarrgarten».

Nach der Begrüßung und der Wahl der Stimmenzähler wird zunächst das Protokoll der außerordentlichen Urversammlung vom 16. März 2026 zur Genehmigung vorgelegt. Anschließend präsentiert der Gemeinderat die Jahresrechnung 2025 mit Bilanz. Ergänzend dazu wird das Kontrollorgan seinen Bericht erstatten.

Braucht es einen Neubau für 2 Millionen Franken?

Besondere Aufmerksamkeit dürfte das Traktandum zum Projekt «Pfarrgarten» auf sich ziehen. Die Versammlung entscheidet über die Kreditbewilligung für den Rückbau des bestehenden Pfarrhauses und dessen Ersatz durch einen Neubau. Mit dem Vorhaben steht ein Projekt zur Diskussion, das für die zukünftige Entwicklung des Dorfkerns von Bedeutung ist.

Informationen aus dem Gemeinderat

Unter dem Traktandum «Informationen aus dem Gemeinderat» orientiert die Exekutive über aktuelle Geschäfte und laufende Projekte. Den Abschluß bildet der Punkt «Verschiedenes», bei dem Anliegen und Fragen aus der Bevölkerung eingebracht werden können.

Burgerversammlung Guttet-Feschel

Parallel dazu findet ebenfalls um 19.30 Uhr in der Turnhalle die Burgerversammlung statt. Auf der Traktandenliste stehen die Genehmigung des Protokolls, die Jahresrechnung 2025 mit Bilanz und Bericht des Kontrollorgans sowie das Traktandum «Verschiedenes».

Die Unterlagen zu beiden Versammlungen liegen während der gesetzlichen Frist von 20 Tagen bei der Gemeindekanzlei auf und können zudem auf der Gemeindewebseite unter dem Bereich «Verwaltung > Gemeindeversammlung» eingesehen werden.

Vorwort des Gemeindepräsidenten Philip Loretan

In einem Vorwort appeliert Gemeindepräsident Philip Loretan an den Gemeinschaftssinn. Das Vorwort im Wortlaut (Hervorhebungen Walliser Zeitung):

Werte Mitbürgerinnen & Mitbürger. Die vorliegende Jahresrechnung 2025 ist weit mehr als eine bloße Zusammenstellung von Zahlen und Konten; sie ist ein Spiegelbild der Ereignisse, der Werte und der unvorhersehbaren Herausforderungen, die unser Dorf im vergangenen Jahr geprägt haben. Wenn wir auf das vergangene Rechnungsjahr blicken, so sehen wir ein Bild, das von großer Disziplin, aber auch von der Notwendigkeit zur Flexibilität gezeichnet ist.

Der Gemeinderat pflegt eine sehr satte Budgetdisziplin, doch trotz aller Vorsicht bleibt die Erreichung einer ausgeglichenen Rechnung in der heutigen Zeit eine anspruchsvolle Aufgabe. Wir bewegen uns in einem Umfeld, in dem das Haushaltsgleichgewicht in verschiedenen Bereichen sensibel reagiert und teilweise nur schwer planbar ist.

Um dieser Entwicklung proaktiv zu begegnen, hat der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Massnahmen definiert, welche im Budget 2026 sowie in der weiteren Finanzplanung konsequent umgesetzt werden.

Die Gründe für die aktuellen Budgetabweichungen sind vielfältig und liegen oft in Bereichen, in denen wir als Gemeinde unsere direkte soziale Verantwortung wahrnehmen.

Die Kosten für die Kinderbetreuung in den Kitas, die Unterstützung unserer älteren Generation in den Altersheimen sowie allgemeine Verpflichtungen im Sozialbereich sind spürbar gestiegen und lassen sich nur bedingt steuern.

Zu diesen gesellschaftlichen Verpflichtungen gesellten sich im vergangenen Jahr auch unvorhersehbare materielle Belastungen. Einerseits verursachten die intensiven Schneefälle erhebliche Räumungskosten und Schäden, andererseits mußten wir unabhängig davon größere Reparaturen an unseren Maschinen und Geräten vornehmen. Die notwendige Beschaffung von Ersatzteilen und die Instandstellung unseres Fuhrparks waren unumgänglich, um die täglichen Aufgaben der Gemeinde und den Unterhalt unserer Infrastruktur zuverlässig sicherzustellen.

Inmitten dieser wirtschaftlichen Überlegungen gab es jedoch Momente, in denen nicht die nackten Zahlen, sondern die Menschlichkeit und der Zusammenhalt im Vordergrund standen. Die Solidarität in Krisensituationen ist ein hohes Gut.

So haben wir im vergangenen Jahr, gestützt auf das Einverständnis der Urversammlung vom Juni 2025, eine nicht budgetierte Unterstützungsleistung an die Gemeinde Blatten geleistet, die nach dem verheerenden und auslöschenden Bergsturz vor dem Nichts stand.

Ebenso haben wir uns dazu entschieden, unsere lokale Konsumgenossenschaft durch einen Forderungsverzicht auf ein Darlehen vor der Bilanzdeponierung zu retten. Dies war eine bewußte Entscheidung für den Erhalt unserer Dorfstruktur und der lebensnotwendigen Nahversorgung, auch wenn diese Rettungsmaßnahme das kurzfristige Rechnungsergebnis belastet hat.

Trotz dieser Sonderbelastungen dürfen wir auf stabile Verhältnisse im Bereich der Einnahmen blicken. Unsere Regiebetriebe für die Wasser- und Abwasserbewirtschaftung sowie die Abfallentsorgung arbeiten heute mit einem weitsichtigen Planungshorizont von 15 Jahren, was uns eine wichtige Sicherheit gibt.

Obschon wir gerade im Bereich der Wasserversorgung aufgrund notwendiger Investitionen noch eine Unterdeckung verzeichnen, prüft der Gemeinderat derzeit diverse Überlegungen, um dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, ohne dabei die Gebühren zu erhöhen.

Philipp Loretan, Gemeindepräsident, zur Jahresrechnung 2025 (Trakt. 4)

Ein kritischer Punkt bleibt jedoch das Inkasso offener Steuerbeträge von rund Fr. 300’000.00. Hier liegt ein starker Fokus der Arbeit der Verwaltung, auch wenn uns teilweise mehrjährige und in der Durchsetzung sehr herausfordernde Fälle gegenüberstehen. Aufgrund einer vertieften Analyse dieser offenen Posten haben wir uns dazu entschieden, das Delkredere vorsorglich um Fr. 45’000.00 zu erhöhen, um die finanziellen Risiken realistisch abzubilden.

Im Namen des Gemeinderates möchte ich all jenen meinen aufrichtigen Dank aussprechen, die ihren Pflichten und insbesondere ihrer Steuerpflicht pünktlich nachkommen.

Sie sind das Fundament und die tragenden Säulen unserer Gemeinde und des Kantons. Wer arbeitet und seinen Beitrag leistet, trägt nicht nur unser Sozialsystem, sondern ermöglicht letztlich die Gesamtheit der Positionen, die in dieser Jahresrechnung abgebildet sind.

Es ist dieser Gemeinschaftssinn, der uns Gemeinde voranbringt. Ich lade Sie deshalb herzlich ein, an der kommenden Urversammlung teilzunehmen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren, bringen Sie sich in die Diskussionen ein und übernehmen Sie damit Mitverantwortung für unser Gemeinwesen.

Nur im gemeinsamen Dialog und durch aktives Engagement können wir die Zukunft von Guttet-Feschel erfolgreich und nachhaltig gestalten. Ich freue mich darauf, Sie an der Versammlung zu begrüßen.

Die folgenden Finanzzahlen fassen den wirtschaftlichen Erfolg zusammen und verdeutlichen die Kostenstruktur der Gemeinde.

 

Kreditantrag Projekt «Pfarrgarten» (Trakt. 5)

Anknüpfend an die Information der außerordentlichen Urversammlung vom März 2026 hat der Gemeinderat die Analyse der Immobilie «Pfarrhaus» abgeschlossen. Basierend auf den Ergebnissen wird der Bevölkerung der Rückbau des bestehenden Gebäudes sowie ein Neubau mit drei Wohnungen unter dem Projektnamen «Pfarrgarten» vorgeschlagen.

Ein wesentlicher Meilenstein wurde bereits mit dem Verkaufsauftrag für das Gasserhaus in Worb erreicht, welchem eine große Mehrheit der Stimmbürger zugestimmt hat. Diese Kompetenz zur Veräußerung der Liegenschaft bildet die Grundlage für die Finanzierung des neuen Vorhabens. Wie angekündigt, präsentiert der Gemeinderat an der kommenden Versammlung das nun vorliegende, ausgereifte Vorprojekt. Der entsprechende Kreditantrag beläuft sich auf insgesamt Fr. 2’200’000.00. Dieser Betrag umfaßt neben den eigentlichen Abriß- und Neubaukosten auch die Sanierung der Kirchstraße sowie die abschließende Gestaltung der Anschlüsse zum Kirchplatz. Die Realisierung des Projekts «Pfarrgarten» ist dabei ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, dass die Teilfinanzierung durch den Erlös aus dem Verkauf des Gasserhauses sichergestellt wird. Durch diese Verknüpfung wird eine solide Finanzierungslösung angestrebt, die sowohl die Wohnraumentwicklung als auch die Erneuerung der öffentlichen Infrastruktur ermöglicht. Alle Detail-Unterlagen (Protokoll, Unterlagen zur Erfolgsrechnung und Bilanz, etc.) sind auf der Webseite der Gemeinde Guttet-Feschel einsehbar.

Weiterführendes, Quellen

https://www.guttet-feschel.ch/sitzung/6998824

(pd, rm)
(Graphiken: Gemeinde Guttet-Feschel)

Fehler gefunden? Jetzt melden.

IHRE MEINUNGEN

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Close