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Zwischen Leichtigkeit und Verantwortung
Hike & Fly Oberwallis ist erschienenZwischen Leichtigkeit und Verantwortung

Hike & Fly Oberwallis ist erschienen

Zwischen Leichtigkeit und Verantwortung
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Von Yannick Ziehli

Es gibt Momente, in denen ein Berg mehr ist als ein Ziel. Der Weg hinauf weckt die Sinne, der Flug hinunter öffnet den Horizont. Beim Zuhören der Erlebnisberichte der Autoren wurde klar, dass nicht alle diese Horizonte immer erreicht wurden.

An manchen Tagen aber wurden sie übertroffen. Etwa dann als Bernhard Senn vom Weissmies nach Domodossola gleitete.

Solche Erfahrungen prägen den neuen „Hike & Fly Guide Oberwallis“, der am Dienstagabend im Zeughaus Kultur in Brig vorgestellt wurde. 

Die Autoren Bernhard Senn, Thomas Kalbermatter und Roger Fischer teilen nicht nur die Leidenschaft für diesen Sport.

Sie verbindet auch eine gewisse Selbstironie, die den Abend durchzog, etwa als Senn über die Übereinstimmung ihrer Frisuren scherzte.

Vor allem aber eint sie der Wunsch, einen Zugang zu den Bergen und zu einer achtsamen Form des Unterwegsseins zu schaffen.

Bernhard Senn erläuterte den Aufbau des neuen Hike-&-Fly-Führers und zeigte, wie Touren, Karten und Symbole im Buch strukturiert sind.
Bernhard Senn erläuterte den Aufbau des neuen Hike-&-Fly-Führers und zeigte, wie Touren, Karten und Symbole im Buch strukturiert sind.

Vom ersten Gedanken zum 416-seitigen Buch

Der Impuls für das Projekt kam von Roger Fischer, der in Grindelwald lebt und bereits drei ähnliche Bücher geschrieben hat.

Eigentlich wollte er mit dem nächsten Werk bis zur Pensionierung warten. Die Erfahrung habe gezeigt, wie zeitintensiv und fordernd solche Publikationen sind.

Doch Senn und Kalbermatter überzeugten ihn rasch, dass das Oberwallis ein eigenes Buch verdient.

Die Region bietet so viel, dass allein sie ausreichend Stoff für einen umfangreichen Führer liefert.

Am Ende entstand ein Werk mit sechzig sorgfältig recherchierten Touren, die sich auf fünf Gebiete verteilen.

Vom Val d’Anniviers bis zum Furkagebiet, ergänzt durch Kartenausschnitte, Hinweise zur Flugplanung und Abschnitte zu Wild- und Naturschutz.

Der Führer beschreibt nicht nur Wege, sondern sensibilisiert auch für Schongebiete, saisonale Einschränkungen und den Respekt gegenüber einer Landschaft, die ihre eigene Belastbarkeit hat.

Die Frage nach der Verantwortung

Den Autoren ist bewusst, dass ein solches Buch auch Kritik auslösen kann. Immer wieder wurde die Sorge laut, die Veröffentlichung schöner Orte könne zusätzlichen Verkehr in sensible Zonen bringen. Sie widersprechen dem nicht grundsätzlich, sehen aber in ihrem Werk eine Chance zur Aufklärung. Gut aufbereitete Informationen, so ihr Gedanke, könnten zu einem verantwortungsvolleren Verhalten beitragen.

Blick in die Zukunft

Ein Akzent des Abends kam von Christophe Dargent, Bergführer und Autor eines Westschweizer Hike-and-Fly-Guides. Er präsentierte eine Schwierigkeitsbewertung, die an das alpine Gelände angelehnt ist.

Eine Art Skala, welche die Beschaffenheit des Startplatzes ebenso berücksichtigt wie dessen Exposition und die technischen Anforderungen an Flug und Landung. Eine Systematik, die in Zukunft an Bedeutung gewinnen könnte.

Zur Sprache kam auch die andere Seite des Sports. Peter von Känel, eine prägende Figur der Szene, erzählte von seinem schweren Unfall in den Lofoten.

Nach den vielen eindrucksvollen Bildern und Erzählungen des Abends wirkte seine Schilderung wie ein Gegengewicht, das das zuvor Beschriebene erdete.

Die Freude des Fliegens ist real, aber sie trägt einen Preis. Hike & Fly mag leicht wirken, doch es bleibt eine Tätigkeit, die Erfahrung und Demut verlangt.

Während der Talkrunde diskutierten Christophe Dargent, Michael Maurer, Bernie Hertz und Peter von Känel über Entwicklung, Sicherheit und Zukunft des Hike & Fly.
Während der Talkrunde diskutierten Christophe Dargent, Michael Maurer, Bernie Hertz und Peter von Känel über Entwicklung, Sicherheit und Zukunft des Hike & Fly.

Mehr als ein Sport

Die Vernissage in Brig zeigte, dass Hike & Fly mehr ist als eine sportliche Disziplin. Es ist ein Spiel mit der Topografie, ein Erforschen der eigenen Möglichkeiten und eine Begegnung mit einer Natur, die kein Dekor ist, sondern ein Gegenüber. Der neue „Hike & Fly Guide Oberwallis“ vermittelt diese Haltung.

Er führt durch Routen, aber auch durch Denkweisen.

Und er deutet an, dass Freiheit und Achtsamkeit nicht Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig stärken können, wenn man ihnen Raum gibt.

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