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Lokale Synergien und logistische Herausforderungen
Infoveranstaltung zum Projekt Gornerli ZermattLokale Synergien und logistische Herausforderungen

Infoveranstaltung zum Projekt Gornerli Zermatt

Lokale Synergien und logistische Herausforderungen
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Am zweiten Informationsabend zum Mehrzweckspeicher Gornerli stand der Aspekt Logistik im Zentrum. Vertreter der Grande Dixence SA, der Einwohnergemeinde Zermatt, des Elektrizitätswerks Zermatt sowie der Zermatt Bergbahnen betonten die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit, um dieses Projekt, das Energie, Hochwasserschutz und Tourismus gleichermaßen in und für Zermatt stärkt, zu realisieren.

Der zweite Informationsabend für die Bevölkerung von Zermatt zum Mehrzweckspeicher Gornerli fand am Mittwoch, 4. März, in Anwesenheit von 270 Personen in der Triftbachhalle statt. Vertreterinnen und Vertreter der Grande Dixence SA gaben einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand des Projekts und erläuterten erstmals Details bezüglich der für das Bauvorhaben erforderlichen Logistik.

Das für dieses Projekt beauftragte Ingenieurbüro SRP aus Brig beschrieb detailliert die verschiedenen geplanten Transportmittel (Bahn, Seilbahn, Lastwagen), der Zugfahrplan, die Standorte der temporären Seilbahnen, der Verkehr im Dorf. Im Weiteren informierten die Verantwortlichen der Grande Dixence über Lösungen für eine sichere Ausfahrt der Skitourengänger aus dem Gornera-Tal, sowie zu landschaftlichen Aspekten.

Jeder sieht Vorteile in der Multifunktionalität

Im Rahmen des Anlasses unterstrich Martin Hug, CEO der Zermatt Bergbahnen AG (ZBAG), die Bedeutung einer gesicherten Wasserreserve für die rasche und effiziente Beschneiung des Skigebiets innert 72 Stunden. «Die Zeitfenster für die Beschneiung des Skigebietes werden offensichtlich immer kürzer. Die Beschneiungssicherheit der ganzen Destination lässt sich nachhaltig nur durch integrale Lösungen und starke Partnerschaften zwischen Grande Dixence SA, Einwohnergemeinde Zermatt, Elektrizitätswerk Zermatt AG (EWZ) und ZBAG umsetzen», sagte Martin Hug. «Das Gornerli ist zwar kein Beschneiungsprojekt, schafft aber die besten Voraussetzungen, um die Leistungsfähigkeit der Schneeanlagen der ZBAG zu erweitern. Das Gornerli ist kein alleiniges Projekt der Grande Dixence, sondern vielmehr ein Zermatter Generationenprojekt.»

Patrick Kronig, Direktor der Elektrizitätswerk Zermatt AG, betonte die Chancen einer zukünftigen Anbindung an die Infrastruktur der Grande Dixence: «Mit dem ganzjährig verfügbaren Wasser aus dem Gornerli kann die EWZ ihren Kundinnen und Kunden zukünftig eine sichere Eigen- und Notstromversorgung zur Verfügung stellen. Entsprechende Projektvarianten sind beim EWZ in Ausarbeitung und werden in den Projektablauf des Gornerli integriert. Erste Abschätzungen haben ergeben, daß sich eine solche zukunftsorientierte Strategie wirtschaftlich, technisch sowie energiepolitisch nur mit dem Bau der Staumauer anwenden und realisieren läßt.»

Markus Julen, Gemeinderat von Zermatt und zuständig für Bauwesen und Tiefbau, ging auf die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels ein. «Das Projekt Gornerli wird einen immensen Beitrag zum Hochwasserschutz in der Region leisten. Mit der Realisierung des Projekts ergeben sich zahlreiche Synergien, z.B. in den Bereichen Verkehr und Trinkwasserversorgung.» Alle drei Referenten unterstrichen die strategische Bedeutung des Projekts für die künftige Entwicklung der Region.

Zum Abschluß betonten die Vertreter der Grande Dixence SA die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit wichtigen lokalen Partnern sowie den verschiedenen Fachstellen der Einwohnergemeinde. Ziel sei es, den unterschiedlichen Bedürfnissen – von der Wasserversorgung über die Energieproduktion bis hin zur touristischen Entwicklung – bestmöglich gerecht zu werden, um das Projekt nachhaltig in die regionalen Strukturen einzubetten.

Das Projekt Gornerli in Kürze

Das Gornerli ist ein neuer Mehrzweckspeicher oberhalb von Zermatt. Als integraler Bestandteil der bestehenden Anlagen von Grande Dixence, soll es die bedarfsgerechte Verschiebung der Stromproduktion vom Sommer in den Winter ermöglichen – und zwar in der Höhe des Jahresverbrauchs von rund 140’000 Haushalten. Damit würde das Gornerli einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der nationalen Stromversorgung – insbesondere im Winter – leisten, wenn die Schweiz traditionell auf Stromimporte angewiesen ist.

Die Staumauer wird auch einen zusätzlichen Hochwasserschutz für das Mattertal bieten.

Dank dem bedeutenden Wasserreservoir kann bei Bedarf auch die Wasserversorgung für die Bevölkerung, den Tourismus und die Landwirtschaft sichergestellt werden. Es ist das größte der 16 Projekte, die aus dem Runden Tisch Wasserkraft des Bundes hervorgegangen sind.

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(pd, rm)
(Foto: zVg)

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