
Jacques Moretti aus U-Haft entlassen – Meloni empört über EntlassungItalien holt Botschafter zurück
Weltweit reibt man sich die Augen über das Vorgehen der Walliser Justizbehörden im Fall der Brandkatastrophe im „Le Constellation“.
Zuerst wurde das Moretti-Paar nicht einmal festgesetzt, eine Verdunkelungsgefahr wurde nicht gesehen, selbst nachdem noch in der Nacht des Brandes die Profile von sozialen Medien gelöscht worden waren. Viele weitere Ungereimtheiten wie der Verzicht auf Obduktionen warfen international Schlagzeilen.
Nun ist es die Entlassung von Jaques Moretti, die für weltweite Negativ-Schlagzeilen sorgt.
Die italienische Regierung protestiert gegen den Entscheid des Zwangsmaßnahmengerichts indem sie sogar den italienischen Botschafter in der Schweiz nach Rom zurückbeorderte.
Der Entscheid des Walliser Gerichts stelle eine schwere Beleidigung und einen weiteren Schmerz für die Familien der Opfer dar, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der italienischen Regierung vom vom heutigen Tage.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Außenminister Antonio Tajani haben in der Folge Botschafter Gian Lorenzo Cornado nach Rom zurückgerufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Kaution von 200.000 Franken
Für seine Haftentlassung mußte Jacques Moretti 200.000 Franken Kaution hinterlegen. Ungeklärt ist derweil weiterhin, wie die Morettis innert kurzer Zeit zu Millionenbeträgen kamen, mit denen sie mehrere Immobilien ohne Bankkredite kauften.
Jacques Moretti darf nach der Haftentlassung die Schweiz nicht verlassen so eine Auflage. Er mußte Ausweisdokumente bei der Staatsanwaltschaft Wallis hinterlegen.
Außerdem ist er verpflichtet, sich täglich bei einer Polizeistelle zu melden.
Da die Schweiz am Schengen-Dublin-Abkommen teilnimmt und keine Grenzkontrollen mehr stattfinden fragt sich, was es nützt, jemanden die Ausweisdokumente abzunehmen mit der Auflage, er dürfe die Schweiz nicht verlassen.
Empörung in Italien
Die italienische Regierungschefin Georgia Meloni äußert sich zur Haftentlassung wiefolgt: „Ich bin empört über die Nachricht von der Freilassung von Jacques Moretti, dem Besitzer des Lokals Le Constellation in Crans-Montana. Ich halte dies für eine Beleidigung des Andenkens an die Opfer der Tragödie von Silvester und eine Kränkung ihrer Familien, die unter dem Verlust ihrer Angehörigen leiden. Die italienische Regierung wird die Schweizer Behörden zur Rechenschaft ziehen.“
Der italienische Außenminister Antonio Tajani äußert sich auf X zu der Haftentlassung von Jacques Moritti: „Ich finde keine Worte, um die Freilassung von Jacques Moretti in der Schweiz zu kommentieren. Diese Entscheidung ist ein echter Affront gegenüber den Familien, die ihre Kinder in Crans-Montana verloren haben, und ignoriert die Trauer und den tiefen Schmerz, den diese Familien mit dem italienischen Volk teilen. Wir werden unsere Unterstützung und Solidarität mit den Eltern der Opfer dieses unglaublichen Unglücks verstärken. Wir werden weiterhin zusammenarbeiten, damit die Schweizer Behörden die Wahrheit und die Verantwortlichkeiten für das Geschehene aufklären.“
Derweil stornieren erste Leute bereits ihre Ferien in Crans-Montana, wollen dort keinen Urlaub mehr machen.

