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"Modernisierung" & "gesellschaftliche Verantwortung"
Jahresbericht der Staatsanwaltschaft Wallis"Modernisierung" & "gesellschaftliche Verantwortung"

Jahresbericht der Staatsanwaltschaft Wallis

"Modernisierung" & "gesellschaftliche Verantwortung"
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Die Staatsanwaltschaft Wallis veröffentlichte ihren Jahresbericht.

Im Jahr 2025 bestätige die Staatsanwaltschaft ihre Effizienz mit 13’086 neuen Fällen und und einer Erledigungsquote von 94,9 % der Untersuchungen innerhalb eines Jahres, so schreibt sie.

Die Institution halte ein hohes operatives Leistungsniveau aufrecht und setze gleichzeitig auf ihre Modernisierung sowie ihre gesellschaftliche Verantwortung.

Die Tätigkeit der Staatsanwaltschaft ist auf vier Ämter verteilt, drei regionale Ämter, welche eine ganzjährige 24-Stunden-Präsenz gewährleisten, sowie ein zentrales Amt, die insbesondere für komplexe Verfahren zuständig ist. Dazu gehören namentlich Wirtschaftskriminalität, Verfahren gegen Polizeibeamte, gewählte Beamte oder Staatsangestellte sowie Fälle von Behandlungsfehlern oder Straftaten mit großer Medienresonanz.

Die drei Leitenden der regionalen Staatsanwaltschaften, die stellvertretende Generalstaatsanwältin sowie die Generalstaatsanwältin bilden das Büro der Staatsanwaltschaft. Das Büro hat sich im Berichtsjahr zehnmal getroffen und befaßt sich insbesondere mit sämtlichen Fragen im Bereich der Personalressourcen, von der Anstellung bis zur Verteilung der Arbeitskräfte innerhalb der Staatsanwaltschaft.

Personal

Das Jahr 2025 war im Mai durch die Wiederwahl der Mitglieder des Büros durch den Großen Rat geprägt. In der Folge wurden sämtliche Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in ihren Funktionen bestätigt. Die Vereidigungen erfolgten im Rahmen einer offiziellen Zeremonie.

Die Institution hat vier Magistratinnen während ihres Mutterschaftsurlaubs begleitet.

Zudem veränderte sich der Personalbestand durch den Rücktritt eines Magistraten sowie den Eintritt eines weiteren in den Ruhestand.

Darüber hinaus führte die längere krankheitsbedingte Abwesenheit des Ersten Staatsanwalts des Unterwallis zu einer Reorganisation, nachdem sein Stellvertreter zum Kommandanten der Kantonspolizei Wallis ernannt worden war.

Das Engagement und die Solidarität der Teams zur Bewältigung dieser Absenzen waren entscheidend für die Aufrechterhaltung der Qualität und des Gleichgewichts innerhalb der Institution. Die Walliser Staatsanwältinnen und Staatsanwälte engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen, Kommissionen und Gremien auf regionaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Kindesmißhandlung, häuslicher Gewalt und organisierter Kriminalität, für welche neue kantonale Koordinatoren ernannt wurden.

Die Personalfluktuation der Staatsanwaltschaft beträgt 3,13 %. Männer stellen 36 % der Staatsanwälte und 66 % der Gerichtsschreiber. Im administrativen Bereich liegt der Männeranteil bei 22 %. Das Durchschnittsalter innerhalb der Staatsanwaltschaft beträgt 43 Jahre.

Gesellschaftliche Verantwortung

Im Bewußtsein ihrer gesellschaftlichen Verantwortung wurde eine vertiefte Reflexion über die institutionellen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der Staatsanwaltschaft eingeleitet. So wurden Bewerbungsverfahren vollständig digitalisiert und bestimmte Pflichtenheft überarbeitet, um eine gerechte Behandlung der Mitarbeitenden sicherzustellen.

Die Staatsanwaltschaft versteht sich als Ausbildungsinstitution und bietet ihren Mitarbeitenden kontinuierliche Weiterbildungsmöglichkeiten an, um die Qualität ihrer Leistungen zu sichern.

Die Überlegungen zur Gestaltung der Arbeitsplätze sowie zur Neugestaltung der Webseite wurden weitergeführt.

Geschäftstätigkeit

Im Jahr 2025 hat die Staatsanwaltschaft 13’086 neue Fälle registriert, was einem leichten Rückgang gegenüber 2024 (-0,2 %) entspricht.

Die Mehrheit der Verfahren wurde durch Entscheide der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte abgeschlossen, namentlich durch Strafbefehle (durch die Staatsanwaltschaft ausgesprochene Verurteilungen) in 61,6 % der Fälle sowie durch Einstellungsverfügungen oder Nichtanhandnahmeverfügungen (durch die Staatsanwaltschaft ausgesprochene Freisprüche) in 22,4 % der Fälle.

Es wurden 459 Fälle an ein Gericht verwiesen (Anklageerhebung), wobei 18 % im abgekürzten Verfahren erledigt wurden (Einigung über Strafe und Massnahmen vor der Hauptverhandlung). 94,9 % der ordentlichen Strafuntersuchungen konnten innerhalb eines Jahres erledigt.

Die verbleibenden Verfahren, deren Bearbeitung länger dauert, betreffen hauptsächlich komplexe oder sensible Dossiers, die vertiefte Abklärungen, Ermittlungen zur Identifizierung der Täterschaft und zur Bestimmung der Verantwortlichkeiten oder die Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden erfordern, was zu längeren Verfahrensdauern führt.

Das Jahr 2025 zeuge von der Widerstandsfähigkeit und Effizienz der Staatsanwaltschaft, so diese weiter.

Ich möchte den Staatsanwältinnen und Staatsanwälten meinen tiefen Dank für ihr unermüdliches Engagement und ihren stetigen Einsatz aussprechen, insbesondere in einem anspruchsvollen Umfeld. Mein Dank gilt ebenso dem Verwaltungspersonal, den Weibeln, dem Weibel und Hauswart, den Direktionssekretärinnen und Verwaltungsmitarbeitern für ihre unverzichtbare Unterstützung. Schließlich würdige ich die wertvolle Zusammenarbeit mit dem Kommandanten und den Angehörigen der Kantonspolizei sowie die Unterstützung der politischen Behörden unter strikter Wahrung des Gewaltentrennungsprinzips„, so Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud.

Der Jahresbericht wird nun ausschließlich digital und nicht mehr in Papierform gedruckt.

Jahresbericht 2025 Staatsanwaltschaft Wallis

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