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Hilfe erst nach Stunden, KWRO in der Kritik
Staatsanwaltschaft Wallis ermittelt wegen KWRO-EinsatzHilfe erst nach Stunden, KWRO in der Kritik

Staatsanwaltschaft Wallis ermittelt wegen KWRO-Einsatz

Hilfe erst nach Stunden, KWRO in der Kritik
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Die Staatsanwaltschaft Wallis hatgegenüber dem deutschen Staatsfernsehen ARD bestätigt, daß ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Dieses solle klären, ob es zu Fehlern beim Rettungseinsatz gekommen ist.

Pikant: Die Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) erhielt noch im Mai 2026 in London den Preis „Search and Rescue Mission of the Year“ im Rahmen der sogenannten “Global Search & Rescue Excellence Awards”. Ausgezeichnet wurde der koordinierte Großeinsatz nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana am 1. Januar 2026.

Den Recherchen des deutschen Staatsfernsehens zufolge waren Brandverletzte in mindestens drei Fällen erst nach mehreren Stunden behandelt worden. Ein Nebenklage-Vertreter hat deshalb bei der Staatsanwaltschaft Sitten im Kanton Wallis eine Anzeige eingereicht, ein anderer Anwalt hingegen verlangt die Erhebung neuer Beweismittel.

Hilfe erst nach Stunden, KWRO in der Kritik

Bei einem 16-Jährigen aus Mailand stammenden Mädchen führte die späte Versorgung zu gesundheitlichen Schäden. Der Anwalt Fabrizio Ventimiglia führt die Situation der Jugendlichen in der Nacht in einem Schreiben an die Ermittler aus: So lag sie nach 3 Uhr noch “auf dem Gehsteig, vor Kälte zitternd”. Es habe keine Wärmedecken gegeben. Ihrhre Angehörigen seien gezwungen gewesen, sie mit ihren eigenen Kleidern einzuhüllen.

Ein anderer jetzt bekanntwerdender Fall betrifft den eines 17-jährigen Jungen, dessen Familie die Abläufe in der Nacht in einem Gedächtnisprotokoll festgehalten hat. Auch hier keine Wärmedecken, stundenlanges Warten auf dem kalten Boden. Um 4 Uhr morgends nahm das Bewußtsein das Jungen ab, er konnte fast nicht mehr atmen, so die Angehörigen. Der Anwalt der Familie hat die Staatsanwaltschaft Wallis nun dazu aufgefordert, weitere Beweismittel zu erheben.

Auch ein anderer 17-Jähriger berichtet im deutschen Staatsfernsehen im Dok-Film “Crans-Montana: Leben nach dem Feuer”, über lange Wartezeiten. Der Sohn einer deutsch-französischen Familie dessen Haus zu 40% verbrannt war, verlor anscheinend gegen 3.30 Uhr das Bewußtsein, dort endet seine Erinnerung.

Warum also hat die KWRO eine Auszeichnung erhalten und auf welcher Grundlagen, nach welchen Kriterien, fragt sich? Und es fragt sich, was ist solch ein Preis überhaupt wert?

Rückblende

In einer Medienmitteilung (siehe Link unten) schrieb die Organisation, die Auszeichnung würdige insbesondere den Einsatz der Rettungskräfte, die Koordination der verschiedenen Stellen sowie die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Luftrettung und Spitälern. Der Preis hebe zudem “die Effizienz des Walliser Modells” hervor. Dieses Modell verbinde die Sanitätsnotrufzentrale 144, Ambulanzdienste, mobile Intensivteams, Luftrettung und das Dispositiv für Großereignisse im Gesundheitsbereich in einer gemeinsamen Struktur. Dadurch hätten die Einsätze trotz der komplexen Lage ohne Unterbruch koordiniert werden können.

Weiterführendes, Quellen

www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMzEwMTU

www.ocvs.ch/news/recompense-internationale-pour-locvs/

www.tagesschau.de/investigativ/crans-montana-brandkatastrophe-ermittlungen-100.html

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