Medienstellen sollten eigentlich klar kommunizierenVerdächtig wird es immer bei Schwurbelwörtern
Medienstellen sollten eigentlich so kommunizieren, daß man es versteht. Und zwar nicht bloß ein Professor oder ein Journalist, also Leute, die täglich 8 Stunden beruflich schreiben.
Sondern auch der Normal-Leser, der 0815-Bürger.
Verdächtigt wird es somit immer, wenn Begriffe verwandt werden, die man nicht versteht.
Noch verdächtiger, wenn nichtmal ein Journalist, der seit Jahrzehnten täglich beruflich 8 Stunden täglich schreibt, sie versteht und sich einbildet, tendenziell ein klein wenig mehr von Sprache zu verstehen als der Durchschnittsbürger.
Nun ist in einer heutigen Mitteilung von zwei Dienststellen bzw. Departmenten von “Suffizienz” die Rede?
Was heißt das: Suffizienz?
Befragt man nun die KI Grok danach: “Was heißt das: Suffizienz?”, so erhält man folgende Antwort (kursiv)
„Genug statt immer mehr“ Es geht darum, weniger zu konsumieren, aber besser und bewusster, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten.
Beispiele:
- Statt ein neues Auto kaufen → das alte länger nutzen oder reparieren
- Statt immer neue Klamotten → weniger kaufen, Second-Hand, hohe Qualität
- Statt größer wohnen → mit weniger Quadratmetern auskommen
- Weniger Fleisch essen, weniger fliegen, weniger wegwerfen
Im Gegensatz zu:
- Effizienz (gleiches mit weniger Energie machen, z. B. sparsameres Auto)
- Konsistenz (Kreislaufwirtschaft, alles wiederverwerten)
Suffizienz ist die „radikalste“ der drei Nachhaltigkeitsstrategien, weil sie den Lebensstil direkt infrage stellt.
Kurz: Weniger ist mehr – freiwillig genügsam leben.
So, nun ist der hier Schreibende genau der Ansicht, daß das nicht gänzlich falsch ist. Sondern eher richtig. Ständig neue Smartfons, man wirft Kleidung weg, die man früher geflickt hätte, weil es einfach günstiger, billiger ist, neu zu kaufen. Usw. usf.
Doch die Frage sei erlaubt: Warum nennt man es nicht beim Namen, sondern schwurbelt mit “Suffizienz”?
Schwurbelsprache vs. klare, verständliche Sprache
Die Schwurbelsprache der Beamten und Behörden widerspricht zudem auch dem allgegenwärtig gepriesenen Grundsatz der sogenannten “Inklusion”, zu Deutsch, dem Einbeziehen von Leuten, die kein Hochschulstudium abgeschlossen haben und solche Begriffe, die sogar Hochschulabsolventen nachschlagen müssen, nicht verstehen.
Nicht umsonst wird ja überall in den Amtsstuben, bei den Kantonen und Bundesbehörden neuerdings überall die sogenannt “einfache Sprache” mantra-artig gepredigt.
Beim Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) lesen wir dazu etwa:
“Die Leichte Sprache ist ein Hilfsmittel für Menschen mit geringen Lesekompetenzen. Sie vereinfacht Texte und macht diese leicht verständlich. Die Leichte Sprache zielt auf klare Aussagen und reduziert Unnötiges. Schwierige Wörter werden erklärt und Abstraktes mit Beispielen illustriert.”
Dann fängt schon der Schwurbel allerdings an: “Ein besonderes Augenmerk gilt der Strukturierung der Inhalte sowie dem Layout, was für die Verständlichkeit von Informationen ebenso wichtig ist.” Beamte können anscheinend nicht anders.
So oder so:
Vielleicht wäre Gleichstellung von Bürgern anstatt Beamtenschwurbel auch mal etwas für die Kantonskanzlei des Kanton Wallis.
(pd, rm)
