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«Erinnere dich, tue recht und scheue niemand»
Philipp Loretan, Neo, zum 1. August 2026«Erinnere dich, tue recht und scheue niemand»

Philipp Loretan, Neo, zum 1. August 2026

«Erinnere dich, tue recht und scheue niemand»
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Philipp Loretan, Gemeindepräsident Guttet-Feschel, Grossrat Bezirk Leuk und
Fraktionssekretär von NEO hielt anlässlich des 1. August zwei Reden.

Eine bei der Bundesfeier in Albinen am 01.08. sowie am Brunch in der Alpe Obern Galm in Guttet-Feschel.

Sowohl in der Ansprache in Albinen (umrahmt von der Musikgesellschaft Alpenrose) als auch beim Brunch auf der Alpe Obern Galm (Guttet-Feschel) stellte Philipp Loretan anlässlich der Bundesfeier am 1. August 2026 den traditionellen Walliser Leitsatz in den Mittelpunkt: «Erinnere dich, tue recht und scheue niemand.» Beide Reden verzichten bewusst auf Ausflüge in die internationale Politik oder globale Krisenherde. Stattdessen richten sie den Blick auf das, was vor der eigenen Haustür beeinflussbar ist. Die zentrale Botschaft lautet: Die Schweiz wird im Kern nicht durch bürokratische Paragraphen, Reglementierungen oder politische Sonntagsreden zusammengehalten, sondern durch gegenseitiges Vertrauen, das geschriebene und gesprochene Wort sowie den verlässlichen Handschlag von Mensch zu Mensch.

Ansprache auf der Alpe Obern Galm (1. August 2026)

Auf 2’000 Metern über Meer, im Rahmen des 1.-August-Brunchs bei der Bauernfamilie Gabriela und Robi Fischli, verbindet Loretan seine Ausführungen mit persönlichen Erinnerungen aus seinen 14 Sommern auf der Varneralp.

Alpleben und Alpsegen: Das Leben auf der Alp wird als Schule der Demut beschrieben. Zieht ein Unwetter auf, helfe im Tal weder eine Paragraphenkette noch Geld auf dem Bankkonto. In solchen Momenten zählen einzig der Glaube, das Handwerk, das Gespür für die Natur sowie das Anpacken im richtigen Moment. Er ruf einen Teil des Alpsegens ist dabei kein Kitsch für Touristen, sondern ein tief im Alpleben verankertes Versprechen und ein Zeichen des Respekts vor den Kräften der Natur.
Wasserwirtschaft: Loretan hebt die Multifunktionalität des Wassers hervor (Trink-, Tränke- und Bewässerungswasser sowie Stromerzeugung). Da das Handeln auf der Alp direkt die Lebensgrundlage im Tal beeinflusst, brauche es einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gesamtsystem Gewässerschutz.
Kantonale und nationale Politik: Kritisch äussert sich Loretan gegenüber der zunehmenden Bürokratisierung. Bei Themen wie Herdenschutz, Großraubtieren und Raumplanung fordert er weniger Formularpflichten aus den Ämtern und stattdessen mehr Vertrauen, Handlungsspielraum und den Schutz der bäuerlichen Kulturlandschaft. Zudem mahnt er zur aufmerksamen Lektüre von nationalen Vorlagen wie der Ernährungsinitiative, da praxisfremde Regelungen die heimische Landwirtschaft gefährden und Produkte verteuern.

Ansprache in Albinen (1. August 2026)

In Albinen wendet sich Loretan an die Dorfgemeinschaft und die Feriengäste, umrahmt von den Klängen der Musikgesellschaft Alpenrose.

Symbolik von Jodlerhut und Alphorn: Persönlich trage er beruflich wie gesellschaftlich viele Funktionen («Hüte»), wähle an diesem Feiertag aber bewusst den Jodlerhut als Symbol für Bodenhaftung, Kultur und Haltung. Am Beispiel des Alphornspiels verdeutlicht er: Auf diesem Instrument lässt sich nichts erzwingen, und falsche Töne lassen sich nicht im Nachhinein als «aus dem Kontext gerissen» wegdiskutieren. Es braucht einen langen Atem, Disziplin und das Gespür für die gemeinsame Melodie.
Das Erbe der Albiner Vorfahren: Loretan erinnert an den beschwerlichen Alltag früherer Generationen, die ohne Autos oder E-Bikes die langen Wege zwischen dem Bergdorf Albinen und ihren Reben in Varen zurücklegten. Dieser historische Durchhaltevermögen zeigt, dass man auch mühsame Wege gehen muss, um Früchte zu ernten. Dieser Geist der Ausdauer und des Weitblicks sei für die Zukunftsfähigkeit der Bergdörfer unentbehrlich.
Schweizer Eigenheiten und echte Werte: Mit feinem Humor analysiert er schweizerische Alltagsphänomene wie das «Es geht mir gut»-Paradoxon oder das Spannungsfeld zwischen Datenschutz und nachbarschaftlicher Neugier. Unabhängig von diesen Widersprüchen beruhe der Zusammenhalt der Schweiz auf vier Säulen:
Verlässlichkeit: Dass ein Wort und ein Handschlag noch Gültigkeit haben.
Qualität und Anstand: Saubere Arbeit im Stall, auf der Baustelle, in der Werkstatt oder im Büro.
Ruhe und Augenmaß: Sich nicht von Hypes oder Panikwellen anstecken lassen, sondern durchschnaufen und den Menschenverstand einschalten.
Aufrichtiges Miteinander: Begegnung auf Augenhöhe, bei der der Charakter des Menschen zählt und nicht sein Titel oder Kontostand.

(Bild: NEO)

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