Home Aktuelles, Nachrichten Wallis Scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft Wallis von Michael Lauber
Früherer oberster Strafermittler: Staatsanwaltschaft Wallis hat Ansehen der gesamten Schweizer Justiz beschädigt
Scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft Wallis von Michael LauberFrüherer oberster Strafermittler: Staatsanwaltschaft Wallis hat Ansehen der gesamten Schweizer Justiz beschädigt

Scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft Wallis von Michael Lauber

Früherer oberster Strafermittler: Staatsanwaltschaft Wallis hat Ansehen der gesamten Schweizer Justiz beschädigt
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Nach Kritik aus der ganzen Welt nun auch noch das: Der Mann, der harsche Kritik an der Leitung der Staatsanwaltschaft durch Beatrice Pilloud übt ist nicht irgendjemand. Michael Lauber, ehemaliger Bundesanwalt, war heute zu Gast im „Tagesgespräch“ mit David Karasek beim staatlichen Radio SRF. Der frühere oberste Strafverfolger der Schweiz kritisiert das Strafverfahren in Crans-Montana scharf.

Kritik an Kommunikation von Beatrice Pilloud in Sachen Crans-Montana

Er äußert konkret bittere Kritik an den Ermittlungen beziehungsweise der Staatsanwaltschaft Wallis im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Er spricht hierbei von ungenügender Kommunikation der Walliser Staatsanwaltschaft aber auch von Verfahrensmängeln. Die Staatsanwaltschaft Wallis habe der “gesamten Justiz geschadet“, so Lauber. Ihm liege daran, daß die Institutionen sauber funktionieren.
Man müsse “es glaubwürdig machen“, als Schweizerische Strafjustiz. Ihn habe gestört, daß die Fehler nicht mehr gutzumachen sind. Die Fehler, die gemacht worden sind vergleicht er mit einem Wort, das einmal ausgesprochen worden sei. Auch dieses sei nicht rückgängig zu machen. Wenn man nicht sauber arbeite begleite einen das ganze Verfahren. Am Schluß könne ein Gericht feststellen, daß jemand befangen sei, äußert er zur Rolle der Leiterin der Ermittlungen.

Fehlende Obduktionen

Von den 41 Todesopfern des Brands wurden nur zwei obduziert, auch dies ist gemäß Lauber unverständlich. Es sei eine nicht wieder-gut-zu-machende Unterlassung gewesen, nicht alle Opfer sofort obduzieren zu lassen.

Ein Brand ist das Offensichtliche, woran die einzelnen Leute wirklich gestorben sind, weiß man nicht. Das weiß man nur durch eine Obduktion“, so Lauber.

Man hätte alle Opfer obduzieren müssen. Die Angehörigen haben ein Anrecht darauf, daß mit aller Macht herausgefunden wird, warum ihre Liebsten nicht mehr am Leben sind“.

Fehlende Beweissicherungen, keine Verhaftung Morettis

Zudem hätten die Barbetreiber, die Morettis, sofort in Haft genommen werden sollen.

Er mache sich Sorgen um das Ansehen der Institution der Staatsanwaltschaft, das ihm sehr am Herzen liege. Sorgen um die Schweizer Justiz, welche insgesamt aufgrund des Verhaltens der Ermittlungsbehörden im Wallis in schlechtes Licht gerückt wurde.

Die Barbetreiber hätten sofort in Haft genommen werden müssen, um Beweismittel zu sichern und Verdunkelung zu verhindern“, so Lauber.

Fehlende Empathie

Zu wenig Einfühlungsvermögen in Anbetracht der Situation, die weltweit für Öffentlichkeit sorgte? Es hätte die Empathie gefehlt beim Ereignis von Crans-Montana. Man erfülle als Ermittlungsbehörde eine “öffentliche Funktion” so die Kritik weiter.

Zusammenarbeit mit Italien

Man hätte von Anfang an sagen, kommunizieren müssen, daß man selbstverständlich mit der italienischen Seite zusammenarbeite, äußert er ebenfalls als Kritik an der Kommunikation der Staatsanwaltschaft Wallis. Pikant: Hierzu ist anzumerken, daß Béatrice Pilloud bei ihrem Antritt öffentlich geäußert habe, die Kommunikation der Staatsanwaltschaft VS müsse sich verbessern.

Michael Lauber im Wallis kein Unbekannter

Lauber ist im Wallis kein Unbekannter, er stand in der Vergangenheit selbst in der Kritik, dies wegen Treffen mit dem bekannten Briger Gianni Infantino. In Bezug auf die Treffen mit Infantino nahm David Karasek Lauber sehr hart ran, unterstellte ihm, beziehungsweise fragte ihn mehrfach, ob er denn heutzutage noch Eintrittskarten für Fußballspiele von Infantino bekomme. Lauber kontert, er habe sich noch nie für Fußball interessiert, sei noch nie an ein Fußballspiel gegangen.

Das ganze Gespräch mit Michael Lauber ist auf SRF hier zu hören.

Beatrice Pilloud zur Kommunikation der Walliser Justizbehörden

(pd, rm)
(Foto: Bildschirmfotoausriß SRF)

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