Anlaß in Naters zur Bundesstadtregion"Großveranstaltungen nachhaltig zum Gewinn für Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur machen"
Wie gelingt es einer Region, Großveranstaltungen nachhaltig zum Gewinn für Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur zu machen?
Das 13. Forum der Hauptstadtregion Schweiz hat heute in Naters genau diese Frage gestellt – und überzeugende Antworten gefunden, so die Veranstalter.
Die Veranstaltung zeigte „eindrucksvoll, wie vielfältig und zukunftsweisend Großveranstaltungen“ für die gesamte Bundesstadtregion bzw. wie die Veranstalter sie nennen, die „Hauptstadt“-Region sein können. Die Schweiz hat ja bekanntlich keine Hauptstadt sondern den gutschweizerischen Kompromiß der Bundesstadt gefunden, sonst wäre die Hauptstadt der Schweiz heute wohl Zürich.
Ob sportlich oder kulturell, kommerziell oder volkstümlich, ob im sommerlichen Sonnenschein oder im winterlichen Ambiente – Großveranstaltungen sind ein eindrucksvolles Schaufenster für eine Region, ihre Landschaften und Infrastrukturen. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Erlebnisse und stärken die Identität – und stellen zugleich hohe Anforderungen an Planung, Organisation und Zusammenarbeit.
Andrea de Meuron, Co-Präsidentin der Hauptstadtregion Schweiz, hielt einleitend fest: «Großveranstaltungen bringen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen, schaffen bleibende Erinnerungen und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.»
Christophe Darbellay, Walliser Staatsrat und Vorstandsmitglied der Hauptstadtregion Schweiz, betonte: «Das Wallis ist stolz, Gastgeber des Forums der Hauptstadtregion zu sein. Wir wissen, wie viel Energie, Zusammenarbeit und Innovationsgeist es braucht, um Großveranstaltungen erfolgreich umzusetzen – und genau das bringen wir als Kanton in die Hauptstadtregion ein.»
Planung, Risikomanagement und Einbindung der Bevölkerung als Schlüsselfaktoren
Die circa 120 Teilnehmenden aus Politik, Verwaltung, Tourismus und Wirtschaft verfolgten das Impulsreferat von Dr. Anna Mehr-Wallebohr, Dozentin an der Hochschule Luzern. Sie zeigte auf, dass Großveranstaltungen eine sorgfältige Planung und ein umfassendes Risikomanagement erfordern. Ebenso entscheidend seien klare Verantwortlichkeiten, gute Kommunikation und die aktive Einbindung der lokalen Bevölkerung.
Frédéric Favre, Geschäftsführer des Vereins Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038 sowie Walliser alt Staatsrat und ehemaliger Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport, erläuterte, wie sich eine Region politisch als attraktive Gastgeberin positionieren und Großveranstaltungen aktiv anziehen kann.
Eine gehaltvolle Podiumsdiskussion mit Tom Winter (Geschäftsführer Bernexpo), Monica Rosenberg (Geschäftsführerin Solothurner Filmtage), Thierry Steiert (Stadtpräsident Freiburg), Jean Studer (Vorstandspräsident «La Chaux-de-Fonds Capitale culturelle») und Didier Défago (GF Ski WM 2027 Crans-Montana) widmete sich schließlich der Frage, welche nachhaltigen Effekte Großveranstaltungen auf eine Region haben und welche Rahmenbedingungen für ihren Erfolg unerläßlich sind.
Dritte Vergabe des Preises für Zweisprachigkeit
Im Rahmen des Forums wurde zum dritten Mal der «Preis für Zweisprachigkeit – Unterstützung für den künstlerischen Nachwuchs in der Hauptstadtregion Schweiz» verliehen. Die Jury unter dem Vorsitz von Glenda Gonzalez Bassi, Stadtpräsidentin von Biel und Vorstandsmitglied der Hauptstadtregion Schweiz, ehrte den jungen Berner Filmregisseur Djibril Vuille für sein Filmprojekt «Schoggi» mit 15 000 Franken.
«Schoggi» behandelt zentrale Themen wie Migration, Mehrsprachigkeit, kulturelle Identität und koloniale Geschichte und nutzt den kreativen Wechsel zwischen Berndeutsch, Französisch und Wolof als gestalterisches Mittel.
Impulse für die Hauptstadtregion: Was Großveranstaltungen wirklich bewegen
Das Forum hat deutlich gemacht: Großveranstaltungen bieten der Hauptstadtregion Schweiz vielfältige Chancen – von der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts über wirtschaftliche Impulse bis hin zur Förderung von Kultur und Innovation.
Die Teilnehmer unterstrichen ihren klaren Willen, die besonderen Stärken der Hauptstadtregion zu nutzen, um ihre nationale und internationale Sichtbarkeit zu erhöhen.
Gleichzeitig wurde klar: Erfolg setzt sorgfältige Planung, enge Zusammenarbeit und die Bereitschaft voraus, Herausforderungen aktiv anzugehen.
Informationen zum Preis für Zweisprachigkeit
Der «Preis für Zweisprachigkeit – Unterstützung für den künstlerischen Nachwuchs in der Hauptstadtregion Schweiz» wurde dieses Jahr zum dritten mal vergeben. Mit insgesamt CHF 15 000 fördert die Hauptstadtregion Schweiz damit den kulturellen Nachwuchs, die Zwei- und Mehrsprachigkeit sowie den Austausch zwischen den Sprachkulturen.
Das Preisgericht bestand aus Glenda Gonzalez Bassi (Stadtpräsidentin Biel), Valentin Brügger (Co-Chefredaktor Radio Fribourg), Barbara Lussi (Assistentin am Literaturinstitut Biel), Stefanie Salzmann (Künstlerin), Stéphane Moret (Geschäftsleiter Region Murtensee) und Nicolas Raufaste (Co-Kurator CAN Centre d’art Neuchâtel).
Über die Hauptstadtregion Schweiz
Der Verein Hauptstadtregion Schweiz wurde Ende 2010 gegründet. Seine Mitglieder sind die Kantone Bern, Neuenburg, Freiburg, Solothurn und Wallis sowie zahlreiche Städte, Gemeinden und regionale Organisationen. Ziel ist es, durch themen- und projektorientierte Zusammenarbeit die Hauptstadtregion als politisches Zentrum der Schweiz zu stärken und auf Augenhöhe mit den Metropolitanräumen Zürich, Basel und Genferseebecken zu agieren.
(pd, rm)
(Foto: zVg)
