
Begehrt, aber teuer: Zermatt, Verbier, GstaadImmobilien in Zermatt, Verbier und Gstaad unter den 5 teuersten Alpenorten
Zermatt, Verbier und Gstaad sind unter den Top-5 der teuersten Alpendestinationen.
Saas-Fee ist mit Platz 12 zwar immer noch teuer, aber günstiger als Zermatt.
Die Aletsch-Arena ist auf Platz 16. Wer sparen will, geht ins Goms, das ganz unten auf der Liste der teuersten Immobilienpreise der alpinen Ferienregionen ist.
5 teuerste Ferienwohnungs-Märkte im Alpenraum sind in der Schweiz
Die Schweiz vereint die fünf teuersten Ferienwohnungsmärkte im Alpenraum. Die höchsten Quadratmeterpreise finden sich in der Destination Engadin/St. Moritz: Eine Zweitwohnung im gehobenen Segment kostet dort mindestens 22 300 Franken pro Quadratmeter (23 700 Euro).
Verbier folgt auf Platz zwei mit Quadratmeterpreisen ab 22 100 Franken (23 600 Euro).
Die Destinationen Zermatt, Gstaad und Andermatt vervollständigen die Top-5.
Der teuerste Standort in den französischen Alpen ist Courchevel, wo die Ferienwohnungspreise im gehobenen Segment mindestens 17 900 Franken (19 100 Euro) pro Quadratmeter betragen.
Mit Quadratmeterpreisen ab 13 900 Franken (14 800 Euro) führt Kitzbühel die Rangliste in Österreich an. Cortina d’Ampezzo – Austragungsort der kommenden Olympischen Winterspiele – ist mit einem Preisniveau ab 11 800 Franken (12 500 Euro) pro Quadratmeter die teuerste Destination im italienischen Alpenraum.
Seit 2020 über 30% Preissteigerung
Reisebeschränkungen, die vorübergehende Schließung städtischer Freizeitangebote während der Corona-Zwangsmaßnahmen sowie das Aufkommen hybrider Arbeitsformen lösten ab 2020 einen anhaltenden Nachfrageboom nach Ferienwohnungen im gesamten Alpenraum aus.
Zudem förderten florierende Aktienmärkte die Zahlungsbereitschaft.
Seit 2020 verteuerten sich Ferienwohnungen im Alpenraum im Durchschnitt der analysierten Regionen um rund 30 Prozent, was einem jährlichen Anstieg von 5,5 Prozent entspricht.
Die höheren Finanzierungskosten vermochten den Preisboom nur geringfügig zu dämpfen. Im Jahr 2024 legten die Ferienwohnungspreise im Durchschnitt aller analysierten Top-Destinationen im Alpenraum um rund 2,3 Prozent zu.
Am stärksten stiegen die Preise in den französischen und italienischen Top-Destinationen, wo das Niveau durchschnittlich um mehr als 4 Prozent kletterte. An Schweizer Top-Standorten verteuerten sich die Ferienwohnungen um knapp 3 Prozent. Nur im österreichischen Alpenraum liessen die Preise nach – durchschnittlich um rund 3 Prozent.
Intakte Nachfragetrends, aber gedämpfter Ausblick
Alpine Ferienwohnungen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Junge Berufstätige, die ortsunabhängig arbeiten können, schätzen die Freiheit und Lebensqualität der Bergregionen besonders.
Mit den sommerlichen Hitzewellen steigt zudem der Wert alpiner Rückzugsorte. Zusätzlich macht die steigende Lebenserwartung den Erwerb einer Ferienwohnung attraktiver, da sich die mögliche Nutzungsdauer verlängert.
Maciej Skoczek, Immobilienökonom bei UBS CIO GWM und Hauptautor der Studie, prognostiziert: «Kurzfristig dürfte sich die Preisentwicklung im Alpenraum in den nächsten Quartalen weiter abschwächen. Der wirtschaftliche Ausblick für Europa bleibt verhalten, die Inflation belastet die Kaufkraft der Haushalte und hohe Finanzierungskosten – außerhalb der Schweiz – machen den Erwerb alpiner Zweitwohnsitze zu einem kostspieligen Unterfangen.»
Weiter bergauf wegen geopolitischer Turbulenzen
Die aktuellen geopolitischen Turbulenzen rufen die Attraktivität von Schweizer Immobilien als sichere Anlage für internationale Kundschaft erneut in Erinnerung.
Zudem beleben die stark gesunkenen Hypothekarzinsen die Nachfrage nach Schweizer Ferienwohnungen.
Das Angebot an Ferienwohnungen und die Neubautätigkeit bleiben insgesamt gering, was die Preise zusätzlich stützt. Regional stößt das hohe Preisniveau jedoch zunehmend an Grenzen, und die Dynamik der Preisanstiege dürfte im Vergleich zum Vorjahr nachlassen.
Erste Beruhigungstendenzen als Folge des hohen Preisniveaus zeigen sich bereits seit einigen Quartalen in Graubünden, wo die Preisdynamik im Vorjahresvergleich deutlich abgekühlt ist.
Das Käuferinteresse dürfte sich insgesamt verstärkt in Richtung günstigerer Regionen verlagern.
Regulierungsrisiko im Vordergrund
Die derzeit knappe Angebotslage dürfte sich in nächster Zeit etwas entspannen. Seit Oktober 2024 wurde das Zweitwohnungsgesetz gelockert, sodaß künftig mehr Zweitwohnungen auf den Markt kommen dürften.
Altrechtliche Wohnungen können nun um bis zu 30 Prozent erweitert werden, selbst wenn dadurch zusätzliche Einheiten entstehen. Im 1. Quartal 2025 lag die Anzahl der Baugesuche in den touristischen Destinationen bereits rund 10 Prozent über dem Vorjahreswert und damit auf dem höchsten Stand seit 2017.
Auch auf der Nachfrageseite könnte es zu einer Entspannung kommen – allerdings vor allem durch regulatorische Eingriffe.
Lex Koller
So erwägt der Bundesrat eine Verschärfung der Lex Koller, die den Grundstückserwerb durch Ausländer stärker regulieren soll, schreibt die UBS weiter. Es ist klar, daß das die Nachfrage dämpfen dürfte.
Bergkantone betroffen: Eigenmietwert-Abschaffung belastet vor allen Dingen Zweitwohnungsbesitzer
Zudem drohen Eigentümern durch die geplante Abschaffung des Eigenmietwerts steuerliche Mehrbelastungen, so die UBS.
Das verwundert zuerst, weil der Hauseigentümerverband und Politiker, die sich für die Abschaffung einsetzen, ja damit argumentieren, daß Eigentümer entlastet werden. Im Sinne eines Ausgleichs für das Wegfallen des Eigenmietwerts erhalten allerdings die Kantone die Kompetenz, eine Steuer auf selbstgenutzte Zweitwohnungen einzuführen.
Das ist vor allem für Bergkantone mit vielen Zweitwohnungen relevant. Die Kantone erhalten hier lediglich die Option, eine solche Steuer über ein kantonales Gesetz einzuführen.
Schließlich trübe die «Initiative für die Zukunft» den Ausblick im Luxussegment, so die UBS weiter.
Quadratmeterpreise für Ferienwohnungen in alpinen Feriendestinationen der Schweiz, in tausend Schweizer Franken:
Quadratmeterpreise für Ferienwohnungen in Topdestinationen des europäischen Alpenraums, in tausend Schweizer Franken:
(rm, pd)
(Graphiken: UBS)



