
Crans-Montana: Die Katastrophe und die KostenKommt Crans-Montana unter Zwangsverwaltung wie einst Leukerbad oder St. Moritz?
Kommt Crans-Montana unter Zwangsverwaltung wie einst Leukerbad oder St. Moritz?
Crans-Montana: Die Katastrophe beziehungsweise das Verbrechen, von denen in der Schweiz einige Medien schreiben, im Ausland viele, hat 40 großteils junge oder sehr junge Leben gekostet und 116 Verletzte, davon die meisten jung und zudem schwerverletzt.
Bisher waren die „menschlichen Schäden“, die Toten und die (schwer) Verletzten verständlicherweise im Fokus der Medien.
Nun wird langsam auch der finanzielle Schaden ein Thema.
Es geht um astronomische Schadenssummen, welche die Versicherungen, die Gemeinde Crans-Montana oder die Betreiber des „Le Constallation“ zahlen müssen.
Bereits jetzt ist klar, daß die Versicherungen nicht alles bezahlen können. Die Axa, die sowohl Versicherung des „Le Constellation“ ist als auch die Versicherung der Gemeinde „Crans-Montana“, teilte mit, daß die Versicherungssummen nicht ausreichen.
Selbst würden die Morettis schuldig gesprochen und anschließend in einem Zivilprozeß finanziell haftbar gemacht, würde das Vermögen sicher nicht ausreichen um die finanziellen Schäden zu zahlen.
Bleibt also die Gemeinde, die für die Einhaltung und Kontrolle des Brandschutzes verantwortlich ist.
Kommt Crans-Montana unter Zwangsverwaltung wie einst Leukerbad oder St. Moritz?
Auch die Gemeinde Crans-Montana wird die Schäden kaum zahlen können. Es fragt sich somit, ob Crans-Montana Bankrott geht und unter Zwangsverwaltung gestellt werden muß, wie einst Leukerbad oder St. Moritz, als die beiden Gemeinden strauchelten.
Crans-Montana stehen gigantische Forderungen ins Haus
Bei den Opferns aus der Schweiz dürfte eine Versicherung den größten Teil übernehmen. Die Unfallversicherung zahlt bei Personen, die mindestens 9 Stunden pro Woche angestellt sind. Es geht jedoch vielfach um Schüler. Hier kommen die Krankenkassen zum Zahlen (abzüglich Selbstbehalt / Franchise).
Bei den ausländischen Opfern von Crans-Montana ist unklar, wer zahlt. Ihnen kann sogar passieren – je nach Land und Versicherungskultur – daß ihnen die Behandlungskosten berechnet werden.
Mit Gesundheitskosten ist es lange nicht getan
Doch mit den Gesundheitskosten ist es noch lange nicht getan. Es geht auch um Genugtuungsansprüche.
Und darüberhinaus um weit größere Schäden als „nur“ die medizinischen und seelischen Schäden für die Opfer und Angehörigen.
Viele der großteils sehr jungen Opfer, die überlebt haben werde nie arbeitsfähig werden. Sie standen vielfach kurz vor der Matura und hätten als Akademiker ein gutes Einkommen gehabt. Schweizer Opfer etwa erhalten in Zukunft nur um die 1.700 Franken von der IV, die Minimalrente für Frühinvalide plus einen Zuschlag.
Auf die Gemeinde Crans-Montana dürften nebst Genugtuungsforderungen und medizinischen Kostenforderungen also gigantische Schadensersatzforderungen zukommen.
Selbst nach Pensionierung der Opfer noch massive Schadensersatzforderungen
Sogar nach einer Pensionierung werden die jungen Opfer die finanziellen (nebst seelischen und körperlichen) Auswirkungen noch getroffen. Keine Pensionskasse und niedrigere AHV. Das heißt, auch hierfür muß die Gemeinde Crans-Montana, wenn sie als verantwortlich schuldig befunden wird, zahlen.
Regreß gegenüber Crans-Montana
So oder so: Die Anwälte der Opfer und Versicherungen werden Regreßansprüche gegenüber Crans-Montana einreichen, wenn die Gemeinde als schuldig im Sinne von für die Brandschutzversäumnisse verantwortlich, haftbar ist.
Daß es Brandschutzversäumnisse gab in Crans-Montana, dies ist bisher hinlänglich bekannt. Berechnung: kompliziert
Bei der Berechnung stellen sich Fragen wie: Welche Karriere hätte die Betroffene machen können, wenn der verheerende Brand nie ausgebrochen wäre? Und vor allem: Wie viel hätte sie verdient? Es ist schwierig, diesen zukünftigen Schaden bei jungen Menschen zu berechnen.
Juristisch muß sich Crans-Montana warm anziehen
Unter den Opfern der Katastrophe von Crans-Montana, die verhinderbar gewesen wäre, wäre der Brandschutz eingehalten, sind zahlreiche Kinder vermögender Familien. Der Eintritt ins „Le Constellation“ kostete 140 Franken, die Flasche Schampus soll über 500 gekostet haben, alles Preise, die Kinder und Jugendliche „normaler“ Familien kaum zahlen könnten.
Das heißt, die Familien, die gegen Crans-Montana Schadensersatz und Genugtuungsforderungen einreichen werden können sich die besten Anwälte leisten.
Muß der Staat Wallis Crans-Montana unter Zwangsverwaltung stellen?
„Zwischen 2022 und 2024 ist die Verschuldung pro Einwohner von 888 auf 3’328 Franken förmlich explodiert“, berichtet Autor Alex Gantner auf dem Portal IP.
„Zwischen 2022 und 2024 ist die Verschuldung pro Einwohner von 888 auf 3’328 Franken förmlich explodiert„, berichtet Autor Alex Gantner auf dem Portal IP, der ebenfalls Parallelen zu Leukerbad zieht.
Die Gemeinde, die Investitionen und Defizitgarantien für die geplante Ski-WM 2027 gesprochen hat, ist also bereits jetzt hochverschuldet.
Remo Maßat

