Die Schweizer Landwirtschaft befindet sich 2025 weiter im UmbruchWeniger Betriebe, größere Flächen und veränderte Tierbestände
Die Schweizer Landwirtschaft setzt ihren strukturellen Wandel im Jahr 2025 fort. Die Zahl der Betriebe sinkt weiter, während die durchschnittlichen Betriebsgrößen wachsen und sich die Produktionsstrukturen verändern.
Rückgang der Landwirtschaftsbetriebe und Beschäftigung
Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 46 270 Landwirtschaftsbetriebe gezählt, was einem Rückgang von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der in der Landwirtschaft tätigen Personen verringerte sich leicht auf 145 600 (–1,5 Prozent).
Der Frauenanteil in der Betriebsleitung steigt langsam, aber stetig. 8,1 Prozent der Betriebe wurden 2025 von Frauen geführt, gegenüber 5,4 Prozent zehn Jahre zuvor.
Die durchschnittliche Betriebsfläche nahm weiter zu. Sie stieg um 0,4 Hektaren auf 22,5 Hektaren. Während kleinere Betriebe mit weniger als 30 Hektaren abnahmen (–2,7 Prozent), nahm die Zahl der grösseren Betriebe zu (+1,4 Prozent).
Entwicklung im Biolandbau
Bei den Biobetrieben zeigt sich eine ähnliche Entwicklung wie im gesamten Landwirtschaftssektor: weniger Betriebe, dafür größere Strukturen.
Nach einer Phase des Wachstums und einer Stabilisierung ging die Zahl der Biobetriebe 2025 leicht zurück auf 7819 (–0,9 Prozent). Die durchschnittliche Betriebsfläche im Biolandbau betrug 24,6 Hektaren.
Gleichzeitig nahm die biologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche weiter zu. Sie erreichte 192 300 Hektaren und machte 18,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus.
Besonders starke Zuwächse gab es bei Zuckerrüben (+23,9 Prozent), Raps (+17,1 Prozent), Soja (+5,1 Prozent) und im Gemüsebau (+5,0 Prozent).
Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. Zunahmen der Bioanbaufläche wurden insbesondere in den Kantonen Neuenburg, Thurgau und Luzern verzeichnet. Rückgänge gab es unter anderem im Jura, im Wallis und in der Zentralschweiz.
Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche
Die landwirtschaftliche Nutzfläche der Schweiz betrug 2025 rund 1 040 000 Hektaren. Sie bestand überwiegend aus Naturwiesen und Weiden (58 Prozent) sowie Ackerland (39 Prozent). Der Rest entfiel auf Dauerkulturen wie Rebland und Obstanlagen.
Die Getreideanbaufläche, mit rund 139 000 Hektaren die wichtigste Kultur, nahm gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent zu. Während die Weizenfläche stabil blieb, setzte die Gerste ihren rückläufigen Trend fort. Dinkel und Roggen verzeichneten hingegen deutliche Zuwächse.
Der Gemüsebau setzte seinen langfristigen Wachstumstrend fort und erreichte 13 400 Hektaren (+5,0 Prozent), insbesondere in den Kantonen Bern, Zürich und Aargau.
Auch die Zuckerrübenfläche stieg auf 17 500 Hektaren (+4,5 Prozent). Sonnenblumen und Raps erreichten zusammen 30 500 Hektaren.
Die Kartoffelfläche überschritt erstmals seit 2018 wieder die Marke von 11 000 Hektaren. Die Sojaanbaufläche wuchs seit 2020 um 67 Prozent auf 3400 Hektaren.
Tierbestände im Wandel
Der Rindviehbestand nahm insgesamt leicht ab (–0,3 Prozent). Besonders deutlich war der Rückgang bei den Milchkühen auf 524 400 Tiere (–0,6 Prozent). Dieser Trend setzt sich seit Jahren fort.
Während der Milchkuhbestand in den letzten zehn Jahren um rund 10 Prozent zurückging, gewann der übrige Kuhbestand, insbesondere Mutterkühe, an Bedeutung (+26 Prozent).
Die Geflügelhaltung setzte ihren Aufwärtstrend fort (+1,7 Prozent). Sowohl Legehennen (+1,9 Prozent) als auch Mastpoulets (+2,2 Prozent) nahmen zu. Rund ein Fünftel der Mastpoulets wird unter dem Bio-Label gehalten.
Der Schweinebestand sank nach einer früheren Wachstumsphase erneut und lag 2025 bei 1 257 700 Tieren. Der Anteil der biologischen Schweinehaltung bleibt mit 2,8 Prozent gering.
(pd, rm)
(Bild: BfS)
