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Dialektabend und Podium zu Walliserdeutsch in Brig um 18 Uhr
Walliserdeutsch, ein erstaunlich hartnäckiger DialektDialektabend und Podium zu Walliserdeutsch in Brig um 18 Uhr

Walliserdeutsch, ein erstaunlich hartnäckiger Dialekt

Dialektabend und Podium zu Walliserdeutsch in Brig um 18 Uhr
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Kein Grüezi. Es heißt “Tagwohl” / ” Güete Tag wohl” im Wallis. Und in dem Kanton, der mit zwei anderen Kantonen als Letztes zur Schweiz kam, bezeichnet man den Rest der Schweiz als die “Üsserschwyz”.  Das Hus ist im Wallis ein Hüüs, so viel wissen vielleicht auch noch einige “Grüezini” über den Walliser Dialekt. Und Schweizer, die sonst bekunden, alle Dialekte gut zu verstehen, äußern, sie haben mit dem Walliser Dialekt allerdings Mühe. Eine Betrachtung dazu, warum dies so ist und warum der Walliser Dialekt sich so abhebt von anderer Mundart in der Schweiz. 

Sprachen und Dialekte, die in abgeschiedenen Gegenden gesprochen werden, sind tendenziell konservativer als andere. Daher halten sich im Walliserdeutschen – aber beispielsweise auch in Dialekten der Innerschweiz oder der Bündner Walser – ältere Merkmale, die es im Zürich- oder Berndeutschen nicht mehr gibt.

Beispielsweise ist die Aussprache «Epfel» älter als die Aussprache «Öpfel» (vgl. Karte oben). Und die Unterscheidung beim Verb von «wier mäche, ier mächet, schi machunt» – die einem Ostschweizerischen «mir, ir oder si mached» gegenübersteht, lässt sich bis in die ältesten Stufen der deutschen Sprache zurückverfolgen.

Doch ist das Wallis tatsächlich so abgeschieden? Die Fahrt zwischen Kandersteg und Goppenstein dauert heute gerade einmal 15 Minuten. Für das Walliserdeutsche entscheidend ist aber, wie viel Austausch zwischen Orten im Wallis und anderen Gegenden der Deutschschweiz in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten möglich war. Da dauerte die Wanderung vom Berner Oberland ins Wallis einen Tag. Und noch heute sind es vom Lötschental nach Bern zu Fuss über Bergpfade über 100 Kilometer.

Ein Dialekt hat also grössere Chancen sich zu verändern, wenn die Leute mit Sprechern anderer Dialekte in Kontakt kommen. Dies hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Unsere Gesellschaft ist mobiler geworden: Wir leben nicht mehr, wo wir aufgewachsen sind, wir pendeln zur Arbeit und in unseren Familien und Freundeskreisen werden verschiedene Dialekte und Sprachen gesprochen.

Dies betrifft nicht nur das Mittelland, sondern auch alpine Gegenden wie das Wallis. Ein Forschungsteam der Universität Zürich untersucht nun, wie sich dieser Wandel auf die schweizerdeutschen Dialekte auswirkt Dazu haben sie die App «nöis gschmöis» entwickelt, in der man Fragen zum eigenen Dialekt beantworten kann – ungeachtet davon, ob man sich selbst als typische Dialektsprecherin sieht.

Auch wenn sich in den modernen schweizerdeutschen Dialekten Wörter aus dem Hochdeutschen oder Englischen einschleichen, ist dennoch bemerkenswert, wie stabil gewisse Merkmale sind. Im Walliserdeutschen passt sich das Adjektiv im Satz «Die Strasse ist schon seit einem Jahr aufgerissen» an das Nomen an; es lautet «üfgrissni» und nicht «ufgrisse», wie in anderen Dialekten. Trotz des gesellschaftlichen Wandels hat sich dieses Merkmal im Walliserdeutschen so gut wie gar nicht geändert, wie die App «nöis gschmöis» zeigt.

Das Walliserdeutsche kann also trotz schnellen Zugverbindungen in die “Üsserschwiz” viel Ursprünglichkeit bewahren, einzelne englische oder hochdeutsche Wörter ändern daran nicht viel.
Fussnote

Und wie sprechen Sie? Kommen Sie am 28. Mai an unseren Dialektabend im Kollegium Spiritus Sanctus in Brig, Beginn um 18:00 Uhr. Anmeldung und mehr Informationen unter www.Gschmois.UZH.ch.

Die Dialektologon

Sandro Bachmann, MA (Schweizerisches Idiotikon)

Gabriela Bart, Dr. (Schweizerisches Idiotikon)

Anja Hasse, Prof. Dr. (Universität Zürich)

Martina Heer, Dr. (Universität Bern)

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