
Fedpol ermittelt im Fall des Moretti-Imperiums aus dem NichtsNun tritt die Bundespolizei wegen Geldwäsche auf den Plan
Der Fall um den vorbestraften und so gut wie mittellosen Korsen und seiner Frau, die plötzlich für Millionen Immobilien sowie schwere Autos hatten, gibt weiter Rätsel auf. Und er ruft inzwischen sogar die Schweizer Bundesbehörden, die Bundespolizei Fedpol auf den Plan.
Eine eigenartige Rolle spielt die Walliser Kantonalbank bei der Vermögensschaffung aus dem Quasi-Nichts bei den Morettis. Sie vergab Kredite trotz keinen bzw. kaum vorhandenen Eigenmitteln des Paars. Auch die UBS spielt eine zweifelhafte Rolle.
Die Walliser Staatsbank und die systemrelevante UBS-Großbank hatten dem Paar Millionen-Hypotheken gegeben.
Erst nach dem Brand-Inferno mit bisher 41 toten überwiegend sehr jungen Leuten und über 115 zu großen Teilen Schwerstverletzten wurde den Banken offenbar mulmig. So meldete sich die WKB wenige Tage nach dem katastrophalen Brand am 9. Januar erstmals bei der Geldwäschereimeldestelle. Die UBS folgte am 12. Januar.
Erst als die Scheinwerfer der ganzen Schweiz ja der ganzen Welt auf Crans-Montana und in der Folge auf die komischen Hypothekenvergabepraktiken gerichtet waren, erstatteten die beiden Banken bei der Meldestelle für Geldwäschereiverdachtsfälle Meldung.
Nun ist der Fall Moretti sogar bei Fedpol, der Schweizer Bundespolizei.
Das «Imperium» des Ehepaars Moretti in der Schweiz beruhe «ausschliesslich auf der Vergabe mutmaßlich unrechtmäßig erlangter Kredite», berichtet die NZZ, die auch schreibt, das Fedpol habe ein «mutmaßlich kriminelles Finanzkonstrukt, das mit einem ‹Ponzi-Schema› verglichen werden kann» festgestellt. Dies stünde in einem Bericht der Fedpol-Meldestelle für Geldwäscherei vom 23. Februar.
Gemäß Fedpol hätte die Bar Le Constellation und die anderen Liegenschaften die die Morettis mithilfe der Walliser Staatsbank WKB und der UBS erwarben sowie einer semi-staatlichen Bürgschaftsgesellschaft, die eng mit der WKB zusammenarbeitete, gar nicht besitzen dürfen. Das Paar, so das Fedpol «erwarb im Laufe der Jahre weitere Bars und Restaurants in den Bezirken Crans-Montana und Lens, erhöhte so ihre Hypothekenschulden bei Finanzinstituten und inszenierte gleichzeitig ein fiktives Bild wirtschaftlichen Erfolgs, insbesondere durch das Zurschaustellen geleaster Luxuswagen im Namen des Unternehmens», so berichtet die NZZ aus dem Fedpol-Bericht.
Hausdurchsuchung 7 Wochen zu spät
Die Walliser Staatsanwaltschaft, die weder Smartfons sicherstellen ließ, das Löschen von Überwachungskamera-Videos zuließ und die Betreiber des Le Constellation auf freiem Fuß ließ, nur kurz Jaques Moretti verhaftete, hatte zudem erst am 20. Februar, also 7 Wochen nach der Crans-Montana-Katastrophe, eine Hausdurchsuchung bei den Morettis angeordnet. Dann, als es nicht mehr anders ging, weil selbst des Bundesamt für Polizei bereits auf den Plan getreten war.
All das dürfte die Kritik an Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud noch weiter anheizen.
Warum gab es in den Moretti-Betrieben sooft Brandfälle?"Versicherungsbetrug, Brandstiftung"
(pd, rm)
(Bild: Fedpol)

