
Brandursache Crans-Montana und ein Mord zwingen zum NachdenkenNachfolger und "Freund" von Michel Moretti, Alain Orsoni, erschossen
Laut der Staatsanwaltschaft Wallis deute alles darauf hin, daß die Ursache von Brand in Crans-Montana funkensprühenden Bengalkerzen waren, die auf Champagnerflaschen angebracht waren.
Dies, weil sie zu nahe an den Schaumstoff an der Decke gerieten.
Dort habe sich das Feuer rasch zu einem Brand entwickelt, äußerte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud in Sitten.
Am Ort der Brandkatastrophe habe man Spuren gesichert. Und man habe Videoaufnahmen erhalten und analysiert und Befragungen durchgeführt.
Soweit so gut bzw. so schlecht.
Crans-Montana: War der Brand möglicherweise Brandstiftung?
Nun berichtet Autorin Isabel Villalon auf dem Portal IP über einen Mord in Korsika, der vorgestern, am 12. Januar 2026, stattfand.
„Es gibt Momente, in denen eine gepanzerte Limousine keinen Schutz bieten kann, weil man mit ihr nicht bis vor das Grab der eigenen Mutter vorfahren kann“, so Villalon.
Alain Orsoni (71), „einer der historischen Paten der bewaffneten korsischen Unabhängigkeits-Partei FLNC (Fronte Liberazione Naziunale Corsu), die zu einem beherrschenden Mafia-Syndikat mutierte“ und zu der gemäß Medien auch Moretti Bezüge haben soll, erschien zum Begräbnis seiner mit 92 Jahren verstorbenen Mutter Marinette in der Nähe von Ajaccio. Dort wurde er von einem Scharfschützen aus – je nach Darstellung – aus über hunderten oder sogar über einem Kilometer Entfernung erschossen.
„Er wurde aus großer Entfernung getroffen», so Staatsanwalt Nicolas Septe laut „France24“.
Der Staatsanwalt vermutet, daß es sich um einen Profikiller handeln müsse, wer so einen Schuß präzise ausführen könne.
Das Portal Watson schreibt über den „schillernden Unternehmer“, wie ihn andere Medien bezeichnen: „Die Szene würde in einen Mafiafilm passen. In Schwarz gekleidete Dorfbewohnerinnen und -bewohner nahmen am Montag im Friedhof von Vero gerade an der Beerdigung von Marinette Orsoni (92) teil, als ein Schuß fiel. Ein Mann brach zusammen, mitten ins Herz getroffen.“
Der Tagi: „Ein Auftragsmörder hat den früheren korsischen Unabhängigkeitskämpfer und Unternehmer Alain Orsoni getötet. Orsoni stand vor dem Grab seiner eben erst bestatteten Mutter.“
Auf der englischen Wikipedia-Seite lesen wir: „Im August 2008 entging Orsoni nur knapp einem Attentat, das von der Brise de Mer verübt wurde, einer korsischen Mafiaorganisation, die für eine große Zahl von Verbrechen auf Korsika und darüber hinaus verantwortlich ist. Im darauffolgenden Jahr wurden mehrere Personen wegen des Attentats angeklagt, darunter die ehemalige Bürgermeisterin von Grosseto-Prugna, Marie-Jeanne Bozzi, und Pierre-Toussaint Michelosi.“
Auch sein Bruder Guy wurde ermordet (und zuvor entführt).
Isabel Villalon schreibt, der Mord an Alain Orsoni „zwinge zum Nachdenken“.
Warum widersprechen Morettis Angaben dem, was Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud als Brandursache äußert?
Im Beitrag wird die Aussage von Jaques Moretti wiedergegeben, der der sagt, daß die von den Behörden genannte Brandursache (pyrotechnische Effekte wie Feuerbengalen bzw. Wunderkerzen) seiner Ansicht nach nicht plausibel sei:
„Der Betreiber der Unglücksbar sagte vor der Walliser Staatsanwaltschaft aus, daß es unmöglich die Feuerbengalen gewesen sein können, die den Brand verursacht hätten, er hätte diese mehrfach erprobt. Es müsse etwas anderes gewesen sein.“
Die Autorin weiter:
„Je hochpreisiger der Ort, desto mehr schmutziges Geld kann gewaschen werden: Internationales Publikum, viele teure Gaststätten, Nachtclubs, sündhaft teure Immobilien. …/…
Man miete möglichst teuer an. Visibilität ist gefragt. Richte sich ein, erschaffe etwas Umsatz, vervielfache den Umsatz fiktiv mit schmutzigem Geld, blähe Bilanzen auf, kaufe mit den fiktiven Gewinnen die Lokalitäten auf, je teurer, desto besser, multipliziere in verschiedenen Schikimiki-Skidestinationen, investiere die gewaschenen Gelder in Immobilien, vermiete diese, verkaufe diese zu ebenfalls fiktiv aufgeheizten Preisen.“
Es sei ein „offenes Geheimnis„: Es gebe Geldkuriere zwischen Korsika und den Walliser Skiorten, so Villalon.
Muß nun die Theorie des zufällig unabsichtlich entstandenen Brandes überdacht werden?
„Korsika ist für die höchste Mordrate in Frankreich bekannt„, schreibt 20 Min über die mafiösen Verhältnisse.
Alain Orsoni mußte „ vor einer rivalisierenden Fraktion fliehen und landete in Nicaragua, wo er ein Casino-Netz aufbaute„, so 20 Minuten weiter. Er bewegte sich „mit gepanzertem Auto und Bodyguards„.
Alain Orsoni Nachfolger von Michel Moretti
Alain Orsoni war Nachfolger von seinem Freund Michel Moretti und auf ihn wurde schon einmal ein Mordanschlag verübt, berichtet Dies berichtet „Le Temps„:
„Kurz nach seiner Rückkehr aus dem Exil im Jahr 2008 wurde er daher Ziel eines Attentatsplans, der letztlich von der Polizei vereitelt wurde.
Gleichzeitig war er zu diesem Zeitpunkt seinem Freund Michel Moretti, einem ehemaligen Nationalisten, der kurz zuvor gestorben war, als Präsident des Fußballclubs Athletic Club Ajaccio (ACA) nachgefolgt.“
Crans-Montana: „Mit der Mafia dort wollte ich nichts zu tun haben“
Art Furrer (89), Hotelier, Bergführer, Skilehrer und Erfinder des Trickskilaufs, der insbesondere in Graubünden und im Wallis den Tourismus nur wie wenige andere prügte, äußerte im Tagi:
„Ich kenne Crans-Montana gut, es war immer schon international geprägt, stark italienisch beeinflußt. Ich fuhr dort vor vielen Jahren ein Skirennen und war sehr glücklich über meinen sechsten Platz. Später habe ich dann zusammen mit Kollegen ein Grundstück gekauft, stieg aber aus dem Projekt aus. Ich wollte mit der Walliser Mafia dort nichts zu tun haben.“
„Im Wallis geht vieles neben den Vorschriften und Gesetzen vorbei. Oder man kontrolliert nur mangelhaft, das war auch in meinen Betrieben so. Zu dieser Händchenhalten-Politik habe ich eine sehr kritische Einstellung.
Deshalb traue ich auch dem Kanton die Aufarbeitung dieses Ereignisses nicht zu.“
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Quellen, Weiterführendes
Behauptung von Staatsanwältin Bétrice Pilloud zur Brandursache auf Swissinfo:
archive.ph/wip/zxSAN
Mafia-Äußerung von Art Furrer:
https://archive.ph/E4jmg
IP:
https://archive.is/q9VLG
(rm)
(Beitragsbild: Bildschirmfotoausriß Google)

