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Musikalische Brücken — Walliser Volkslieder und bolivianische Folklore
Festival Forum Wallis mit dem Oberwalliser VolksliederchorMusikalische Brücken — Walliser Volkslieder und bolivianische Folklore

Festival Forum Wallis mit dem Oberwalliser Volksliederchor

Musikalische Brücken — Walliser Volkslieder und bolivianische Folklore
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Der Oberwalliser Volksliederchor singt zusammen mit Juan Arnez in Saas-Grund, Kippel und Münster 5 Premieren.

Die drei Konzerte des diesjährigen Festivals für Neue Musik Forum Wallis waren dem aktuellen einheimischen Volkslied und der kulturellen Begegnung gewidmet.

Der Oberwalliser Volksliederchor trat zusammen mit dem bolivianischen Folk-Musiker Juan Arnez sowie mit UMS’nJIP (Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen) am Freitag dem 26. Juni um 20h im Gemeindesaal von Saas Grund, am Samstag dem 27. Juni um 20h auf dem Dorfplatz von Kippel im Lötschental (bei schlechter Witterung in der Kirche), und am Sonntag dem 28. Juni um 18h in der Kirche von Münster auf.

Auf dem Programm bekannte und neuere Dialektlieder von Eugen Meier, Valentin Bregy, Stefan Ruppen und Manuela Lehner-Mutter in Kombination mit Volksmusik aus den Anden.

Die bolivianischen Lieder, deren Texte Juan Arnez auf Spanisch und Quechua verfaßt hat — in einer der von über 10 Millionen Menschen nach wie vor gesprochenen alten Inkasprachen —, nehmen traditionelle Rhythmen und Themen auf. Sie wurden für dieses Konzert für den Volksliederchor eigens arrangiert, so dass das Publikum 5 Premieren erleben darf.

Neben Arnez und UMS’nJIP traten aus dem Volksliederchor auch Roswitha Bundi, Paula Schnidrig und Mathilde Bonani solistisch auf. Und das Publikum ist dann auch, wie mittlerweile beim Volksliederchor üblich, eingeladen, bei den Gassenhauern herzhaft mitzusingen.

Juan Arnez, Bild: Forum Wallis
Juan Arnez, Bild: Forum Wallis

Juan Arnez (*1950) ist ein bolivianischer Lyriker, Komponist und Musiker. Er spielt verschiedene Instrumente, darunter Gitarre, Charango, Quena-Quena, Zampoña, Tarka und Pinkillo. Die Armut und die Schwierigkeiten, mit denen er während seiner Kindheit in einer ländlichen Gemeinde von Colomi konfrontiert war, spiegeln sich in seinen wichtigsten Werken wider. Seit mehr als 40 Jahren lebt er in der Schweiz. Heute gilt er als einer der angesehensten autodidaktischen Komponisten in der Schweiz.

Nachdem er 7-jährig Vollwaise wurde, kam er in ein kirchliches Internat und arbeitete als Jugendlicher als Tagelöhner im Chapare. Arnez begann seine musikalische Laufbahn im Alter von 18 Jahren mit der Gruppe Kusi Huaynas, die später den Namen Los Kusis annahm. Die Gruppe nahm Schallplatten auf und unternahm zwischen 1970 und 1974 ihre ersten internationalen Tourneen nach Chile, Peru und Argentinien, wo sie bei zahlreichen Festivals Auszeichnungen erhielt.

Arnez’ Werke thematisieren in erster Linie Kinderarmut und Kinderarbeit. 2007 wurde sein Werk Misterio del Socavón zu Ehren der bolivianischen Minenarbeiter mit Los Kusis und den Spirit Singers des Kollegiums Brig unter der Leitung Stefan Ruppen und Adrian Zenhäusern in der Schweiz und danach auch 2013 in Deutschland aufgeführt. Ein weiteres Werk, das Oratorium El Movimiento del Mundo wurde 2017 in der Schweiz uraufgeführt: Darin setzt er sich für Migranten ein und warnt vor Gewalt gegen Kinder.

Die Lieder, welche in den drei Konzerten des Forum Wallis gesungen werden, sind alle neue Arrangements aus den oben genannten Werken.

Der Oberwalliser Volksliederchor auf dem Simplonpass, Bild: Forum Wallis
Der Oberwalliser Volksliederchor auf dem Simplonpass, Bild: Forum Wallis

Vergnügen und Geselligkeit pur sind mit dem Oberwalliser Volksliederchor angesagt: Dessen Liederabende beinhalten neue und alte Weisen, auch zum Mitsingen — zum Auffrischen, zum geselligen Schunkeln oder schlicht zum Lernen neuer und/oder vergessener Lieder. Der Oberwalliser Volksliederchor bringt Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Oberwallis zusammen. Seit 1957 fördert und pflegt er das Walliser Volksliedergut, ist Gründer der Stiftung zur Förderung der Jugendchöre im Oberwallis und wird aktuell von Herbert Kalbermatter präsidiert. Dirigent ist Javier Hagen. Der Oberwalliser Volksliederchor tritt in der Walliser Werktagstracht auf. Beim geselligen Zusammensein intoniert er gern selbst in kleinster Runde seine heiteren, fröhlichen und besinnlichen Lieder – und mit etwas Glück lassen sich diese immer am Montag spätabends nach den Proben in den Kneipen der Briger Altstadt vernehmen!

UMS’nJIP (Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen) sind ein Walliser Duo für Neue Musik und gehören zu den innovativsten und aktivsten Neue Musik-Ensembles der Gegenwart — mit einem Flair auch für das einheimische Volkslied. Unter dem Titel „neophytes” führen sie Zeitgenössisches und Volkstümliches aus dem Wallis und fremden Kulturen zusammen.

Bild: Forum Wallis
Bild: Forum Wallis

Das Forum Wallis ist ein 2006 gegründetes internationales Festival für Neue Musik mit Sitz inmitten der Walliser Alpen in der Schweiz. Seit 2011 steht das Festival unter der Leitung der IGNM-VS, der Ortssektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik ISCM (International Society of Contemporary Music). Das Forum Wallis setzt sich mit Vorrang für das Schaffen und die internationale Vernetzung von Neuer Musik im Allgemeinen, und im Besonderen von zeitgenössischer Schweizer und Walliser Musiker und Komponist ein. Seit 2006 hat das Forum Wallis über 350 Uraufführungen mitproduziert und Werke von über 500 KomponistInnen aus aller Welt präsentiert, darunter Stockhausens Helikopterstreichquartett zusammen mit dem Arditti Quartet, André Richard und Air Glaciers, Holligers Alp-Cheer und Cod.Acts Pendulum Choir. Zu den regelmässigen Gästen des Festivals gehören Weltklasse-Ensembles wie recherche, UMS’nJIP, Klangforum Wien oder Ensemble Modern.

(pd, rm)

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