
FFHS: Soja-Produkte schneiden gut abForscher weisen hohen Einweißgehalt nach
Immer mehr Menschen setzen auf pflanzliche Fleischalternativen, so die FFHS.
Doch wie gut kann unser Körper das Eiweiss aus Produkten wie Soja-Burgern tatsächlich verwerten? – so fragt die Fachhochschule.
Eine Studie unter Beteiligung der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) liefert klare Antworten: Die Eiweißverdaulichkeit liegt bei über 95 Prozent – unabhängig von Sojabohnensorte oder Herstellungsverfahren. Selbst stark-verarbeitete Produkte behalten ihre hohe Proteinqualität.
Zunehmend mehr und mehr Menschen greifen zu pflanzlichen Fleischersatzprodukten auf Sojabasis. Doch wie hochwertig ist das Eiweiß darin tatsächlich? Macht es einen Unterschied, wie das Produkt verarbeitet wurde (z. B. Extrusion, Hitze, Zusammensetzung) oder welche Sorte von Sojabohne verwendet wurde?
Wie gut ist die Proteinqualität solcher Produkte? Gemäss der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird Proteinqualität von der Aminosäurezusammensetzung als auch von der Verdaulichkeit bestimmt.
Verdaulichkeit bleibt hoch – unabhängig von der Verarbeitung
Die Studie zeige, so die FFHS:
Die Eiweißverdaulichkeit liegt bei über 95 Prozent, egal welche Sojabohnensorte zur Produktion der Fleischalternativen verwendet wurde.
Sojabasierte Fleischalternativprodukte können ein verläßlicher Eiweißlieferant sein.
Selbst bei intensiver Verarbeitung bleibe die Eiweissqualität eines sojabasierten Fleischersatzprodukts bemerkenswert gut, so die FFHS.
«Es stand die Hypothese im Raum, dass die Prozessierung und Formgebung dieser Produkte die Verdaulichkeit negativ beeinflussen könnten, was sich aber nicht bewahrheitet hat», erklärt Prof. Dr. Diego Moretti von der FFHS, der an der Studie massgeblich beteiligt war.
Die Verarbeitung der Fleischalternativen kann jedoch starke Auswirkungen auf den ökologischen Fussabdruck des Produktes haben.
Wenig verarbeitete Fleischalternativen hatten ein viermal niedrigeres Treibhauspotenzial als Hühnerfleisch.
Demgegenüber stehen Fleischalternativen mit starkem Verarbeitungsgrad. Diese wiesen nur 17 Prozent weniger Treibhauspotential als Hühnerfleisch auf.
Für Firmen und Fachpersonen, die in der Produktion dieser Fleischalternativen tätig sind, seien dies wertvolle Angaben, zumal alle technischen Daten zugänglich und transparent publiziert sind – das heißt, ohne die üblichen Geschäftsgeheimnisse. Dazu Moretti: «Die Produktionsweisen dieser neuartigen Produkte waren nicht optimal in der Öffentlichkeit beschrieben und von Betriebsgeheimnissen einzelner Firmen gedeckt.»
Für Menschen, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten oder pflanzlich(er) essen wollen, sei die Studie eine gute Nachricht: Soja-Fleischalternativen können eine verlässliche Eiweiß-Quelle sein.
(pd, rm)

