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Präsenz und der Regulierung des Wolfs im Wallis
Großraubtiere  / Wolf im Wallis- Bilanz 2025/2026Präsenz und der Regulierung des Wolfs im Wallis

Großraubtiere / Wolf im Wallis- Bilanz 2025/2026

Präsenz und der Regulierung des Wolfs im Wallis
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Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) zieht Bilanz über die Präsenz und die Regulierung der Wölfinnen und Wölfe im Wallis. Im Jahr 2025 wurden 75 Wölfinnen und Wölfe im Kanton formell identifiziert, darunter 57 neue Individuen, so die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere.

Von der DJFW wurden 11 Rudel, davon 10 mit Reproduktion bestätigt. Insgesamt wurden auf dem gesamten Kantonsgebiet bei 81 Angriffen 318 Nutztiere getötet.

Im Rahmen der reaktiven Regulierung ordnete der Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Bildung, Christophe Darbellay, drei Einzelabschüsse an, die zur Entnahme dreier Individuen durch die Berufswildhüter führten. Darbellay ist selbst Besitzer einer Sondererlaubnis für die Wolfsjagd, die er nach eigenen Angaben beantragt hat, um den Tourismus im Wallis zu retten.

Im Rahmen der proaktiven Regulierung wurden vom 1. September 2025 bis zum 31. Januar 2026 weitere 24 Wölfe entnommen.

Im Jahr 2025 wurden 75 Wölfe (25 Weibchen, 44 Männchen und 6 unbestimmte Individuen; 61 im Jahr 2024) durch DNA-Analysen formell identifiziert, darunter 57 neue Individuen.

Insgesamt wurden von der DJFW 11 Rudel (4 grenzüberschreitend) bestätigt, davon 10 mit Reproduktion. Diese große Anzahl an Rudeln erzeugt einen enormen Druck auf die Tierwelt und die Landwirtschaft in den Bergen, so die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere. Naturschützer sehen dies anders, siehe Beitrag ganz unten. 

Zahl der durch Wolfs-Risse im Wallis rückläufig

Im Jahr 2025 wurden gesamthaft 318 Nutztiere vom Wolf getötet, davon 191 im Oberwallis (bei 48 Angriffen) und 127 im Unterwallis (bei 33 Angriffen).

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren 341 Nutztiere durch den Wolf getötet worden. Im Jahr 2023 betrug diese Zahl 401.

Reaktive Regulierung

Im Rahmen der reaktiven Wolfsregulierung wurden vom 1. Juni bis zum 31. August drei Einzelabschußbewilligungen in den Regionen Goms-Aletsch, Sonnenberge-Lötschental und Mattertal durch den Vorsteher des Departments für Volkswirtschaft und Bildung, Christophe Darbellay, erteilt, nachdem die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt waren, wie die Dienststelle weiter schreibt.

Proaktive Regulierung

Der Kanton regulierte auch proaktiv die Bestände von Wolfsrudeln gemäß der neuen Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV) vom 1. Februar 2025.

Ziel war es, Konflikte in Gebieten zu minimieren, in denen Wölfe Schutzmaßnahmen für Nutztierherden umgehen, eine Gefahr für den Menschen darstellen und/oder regionale Bestände von wildlebenden Huftieren gefährden.

So beantragte die DJFW beim Bundesamt für Umwelt die Bewilligung für die vollständige Entnahme von drei Rudeln, namentlich für die Rudel Chablais, Salentin und Simplon.

Nachdem das Bafu die Bewilligung für diese drei Rudel erteilt hatte, durften alle Individuen, die sich innerhalb der definierten Abschußperimeter befanden, während der proaktiven Regulierungsperiode erlegt werden.

So wurden vom 1. September 2025 bis zum 31. Januar 2026 17 Wölfe in diesen drei bewilligten Gebieten entnommen: 10 im Streifgebiet des Chablais-Rudels, 3 im Streifgebiet des Salentin-Rudels und 4 im Streifgebiet des Simplon-Rudels.

Ganze 2/3tel der Jungwölfe erschossen bzw. „Jungwölfe entnommen“ / „Basisregulierung vorgenommen“

Zudem beantragte der Kanton eine Basisregulierung von drei Rudeln (Réchy-Anniviers, Nendaz-Isérables und Posette-Trient), welche der DJFW ermöglichte, zwei Drittel der diesjährigen Jungtiere „zu entnehmen„.

Zwischen dem 1. September 2025 und dem 31. Januar 2026 wurden in den drei bewilligten Rudeln 7 Jungwölfe entnommen: 2 im Rudel Réchy-Anniviers, 3 im Rudel Nendaz-Isérables und 2 im Rudel Posette-Trient. Mit 7 erlegten Jungwölfen wurde die „Basisregulierung“ vollständig umgesetzt.

Insgesamt wurden im Rahmen der „proaktiven Regulierung“ 2025-2026 somit 24 Wölfe entnommen. Davon wurden 19 Abschüsse von Berufswildhütern durchgeführt. Diese wurden begleitet von einer Unterstützungsgruppe Jagd (UGJ), bestehend aus spezialisierten Jägern unter der Verantwortung der DJFW.

Die befugten Jäger führten ihrerseits 5 Abschüsse im Rahmen der ordentlichen Jagd aus. Diese Jäger sowie die Mitglieder der UGJ wurden speziell zu diesem Zweck durch die DJFW ausgebildet, welche das Engagement aller Beteiligten lobt.

13’390 Stunden für das Wolfsmanagement

Die Entschädigung von Nutztierrissen infolge eines Großraubtierangriffs beläuft sich für das Jahr 2025 auf mehr als CHF 170’000.- (CHF 227’000.- im Jahr 2024). Im Jahr 2025 wurden 13’390 Arbeitsstunden für das Wolfsmanagement und die Wolfsregulierung aufgewendet (16’400 Stunden im Jahr 2024). Im Rahmen der neuen Programmvereinbarung 2025–2028 des Bundes konnten 3,2 Vollzeitstellen zur Unterstützung der Dienststelle beim Wolfsmanagement bereitgestellt werden.

Gemäß der neuen JSV, die am 1. Februar 2025 in Kraft trat, wird der Kanton Wallis die reaktive (Juni bis August) und proaktive (September bis Januar) Regulierung fortsetzen, um eine dauerhafte Koexistenz von Mensch und Wolf zu ermöglichen und Konflikte zwischen der Berglandwirtschaft, dem Wild und den Großraubtieren zu reduzieren.

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