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Gut für Nachwuchsförderung, nationale Koordination, Ausbildung, Dokumentation und Forschung
Jodeln in das immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommenGut für Nachwuchsförderung, nationale Koordination, Ausbildung, Dokumentation und Forschung

Jodeln in das immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommen

Gut für Nachwuchsförderung, nationale Koordination, Ausbildung, Dokumentation und Forschung
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Jodeln ist ursprünglich ein Hirtenruf in den Alpen, der erst seit dem 19. Jahrhundert ein Volksgesang aus Silben mit schnellem Wechsel zwischen Brust- und Falsettstimme wurde.

Die Unesco hat heute das Jodeln in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen, berichtet das Bundesamt für Kultur, das einen Antrag auf Aufnahme gestellt hatte. 

Als emblematischer Gesang der Schweiz umfaßt der Jodel eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und ist tief in der Bevölkerung verankert.

An ihrer zwanzigsten Sitzung in Neu-Delhi (Indien) hat das Zwischenstaatliche Komitee der Unesco für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes das Jodeln in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

In ihrer Entscheidung hebt die Unesco die Qualität des eingereichten Dossiers und den soliden partizipativen Prozeß hervor, der zur Kandidatur geführt hat.

Als charakteristische Gesangstechnik wechselt das Jodeln zwischen Brust- und Kopfstimme und verwendet bedeutungsfreie Silben, die oft mit lokalen Dialekten verbunden sind.

Man unterscheidet zwischen dem Naturjodel, der aus Melodien ohne Text besteht, und dem Jodellied, das Strophen und gejodelte Refrains verbindet und häufig Natur- und Alltagserfahrungen thematisiert.

Ob solistisch, in kleinen Gruppen oder in Chören – manchmal begleitet von Instrumenten wie dem Akkordeon – zeichnet sich der Jodel durch seinen reichen Klang und seine Präsenz an Konzerten, Festen und Wettbewerben aus, die oft mit dem Tragen regionaler Trachten verbunden sind.

Jodeln äußerst beliebt

Das Jodeln ist äußerst beliebt und wird in Familien, Vereinen, Musikschulen oder einfach unter Sängerinnen und Sängern weitergegeben.

Über 12 000 Jodlerinnen und Jodler sind Mitglied einer der 711 Gruppen des Eidgenössischen Jodlerverbands, doch die Praxis wird auch außerhalb von Vereinen und Chören gepflegt.

Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler lassen sich ebenfalls davon inspirieren, was die Lebendigkeit einer sich ständig weiterentwickelnden Tradition bestätigt.

BAK reichte Kandidatur zusammen mit Jodel-Experten ein

Die im März 2024 eingereichte Kandidatur wurde vom Bundesamt für Kultur (BAK) unter Einbezug von Jodel-Experten sowie von einschlägigen Organisationen (s. Liste unten) koordiniert.

Dieser kollaborative Prozeß habe – so das BAK – ermöglicht, die Herausforderungen zu identifizieren, die für die Weitergabe des Jodelns an künftige Generationen entscheidend sind:

  • Nachwuchsförderung,
  • nationale Koordination,
  • Ausbildung,
  • Dokumentation und
  • Forschung.

Dazu würden gemeinsam Maßnahmen definiert, unter anderem zur Stärkung der Zusammenarbeit, zur Entwicklung neuer Aus- und Weiterbildungsangebote, zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie zur Unterstützung der Praktizierenden.

Unesco-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes

Mit dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes will die Unesco ein Kulturerbe thematisieren und schützen, das weniger mit Bauten oder Räumen zusammenhängt, sondern in erster Linie mit Wissen sowie mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen.

Dieses Erbe umfaßt lebendige Traditionen wie mündliche Ausdrucksformen, darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken.

Es widerspiegelt somit die kulturelle Vielfalt und zeugt von der menschlichen Kreativität.

Kandidaturen der Schweiz

Im Oktober 2014 hat der Bundesrat eine Vorschlagsliste mit acht lebendigen Traditionen genehmigt, deren Kandidaturen der Unesco für eine Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit fortlaufend vorgelegt werden.

2016 wurde das Winzerfest in Vevey aufgenommen, 2017 die Basler Fasnacht, 2018 der Umgang mit der Lawinengefahr (gemeinsam mit Österreich), 2019 die Prozessionen der Karwoche in Mendrisio, 2020 das Uhrmacherhandwerk und die Kunstmechanik (gemeinsam mit Frankreich), 2023 die Alpsaison und 2025 das Jodeln.

Weiterhin auf der Vorschlagsliste stehen Schweizer Grafikdesign und Typografie.

Die Schweiz war auch an den folgenden multinationalen Kandidaturen beteiligt: Kunst des Trockenmauerbaus (2018), Alpinismus (2019), Bauhüttenwesen (2020) und Traditionelle Bewässerung (2023).

(pd, rm)

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