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Die Zukunft des Journalismus: Zwischen Glaubwürdigkeit, Politik und wirtschaftlichem Druck
Journalistenkongreß 2026 vom 16. Oktober 2026Die Zukunft des Journalismus: Zwischen Glaubwürdigkeit, Politik und wirtschaftlichem Druck

Journalistenkongreß 2026 vom 16. Oktober 2026

Die Zukunft des Journalismus: Zwischen Glaubwürdigkeit, Politik und wirtschaftlichem Druck
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Ein Journalistenkongreß brachte am vergangenen Wochenende führende Köpfe der deutschsprachigen Medienszene zusammen. Eric Gujer, Chefredaktor der “Neuen Zürcher Zeitung”, Patrik Müller, Chefredaktor von “CH-Media”, Rolf Cavalli, Chefredaktor des “Blick”, und Rainer Nowak.

Rainer Nowak von "Die Presse" blieb nicht immer bei der Sache, was Patrik Müller schließlich zur Frage führte, was dies mit Journalismus zu tun habe, was er gerade ausführe.
Rainer Nowak von “Die Presse” blieb nicht immer bei der Sache, was Patrik Müller schließlich zur Frage führte, was dies mit Journalismus zu tun habe, was er gerade ausführe.

Mit dabei waren auch Anna Schneider von “Die Welt” (DE), Jana Hermann von der Berliner Zeitung und viele andere Medienwirkende wie der Schweizer Publizist und Medienkolumnist Kurt W. Zimmermann.

Eric Gujer, Chefredaktor der "Neuen Zürcher Zeitung", Patrik Müller, Chefredaktor von "CH-Media", Rolf Cavalli, Chefredaktor des "Blick", und Rainer Nowak von "Die Presse" 2
Eric Gujer, Chefredaktor der “Neuen Zürcher Zeitung”, Patrik Müller, Chefredaktor von “CH-Media”, Rolf Cavalli, Chefredaktor des “Blick”, und Rainer Nowak von “Die Presse”

Wer kontrolliert die Kontrolleure? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Debatten über die Zukunft des Journalismus. Es ging um politische Einflüsse auf Redaktionen, die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die Macht großer Medienkonzerne und den schwindenden Einfluss klassischer Zeitungen. Während die einen mehr Selbstkritik und Unabhängigkeit einforderten, warnten andere vor einer grundsätzlichen Delegitimierung etablierter Medien. Einig war man sich zumindest in einem Punkt: Der Journalismus steht unter Druck – politisch, wirtschaftlich und durch den digitalen Wandel.

 

Moderator Lucas Ammann stellt die Diskussionsteilnehmer vor: Clemens Oistric vom österreichischen Heute-Verlag, Michael Perricone, der lange für SRF tätig war und heute für Swissmen arbeitet, sowie Tarek Leitner, der seit Jahrzehnten für den österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig ist. Auch der langjährige Mitarbeiter des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Teske, ist auf dem Podium vertreten. Ammann nimmt Bezug auf dessen Buch über die Tagesschau.

Teske äußert, daß er, als er vor zweieinhalb Jahren das Buch über die Tagesschau geschrieben hat, damals noch die Tagesschau gegen in seinen Augen unberechtigte Kritik in Schutz genommen hatte. Er habe dann begonnen, sich damit kritischer damit zu beschäftigen und sein kritischer Blick hätten sich verschärft.

Die Faktenfinder wurden geschaffen, als er angefangen hatte, war Fakten-finden einfach Normalität. 90% der Entscheidungen würden von Chefs im Hintergrund getroffen, die keiner kennt.
Wenn man die politische Richtung untersuchen würde, wäre die Mehrheit Rot-Grün. Er schildert Sachen, wie daß man den falschen Lebenslauf bon Baerbock “maximal kleingehalten” hatte, um ihr nicht zu schaden, auch Armin Laschet wurde gut behandelt.

Tarek Leitner äußert, es sei ein tägliches  “zähes Ringen”, es gäbe auch Mißstände, die müssen geklärt werden. Die Abschaffung des ÖR sei jedoch keine Lösung.
Vor 8 Jahren gab es Volksabstimmung NoBillag für die Abschaffung des ÖR, in diesem Jahr Halbierungsinitiative.


71% sei für Schweizer Verhältnisse “ein fulminantes Votum”, so Perricone. Man könne heute selbstverständlich die Arbeit des ÖR kritisieren, aber man kann nicht mehr hingehen, daß nicht sehr viele Leute unzufrieden seien. Ammann fragt nach: 30% seien nicht “viele Leute”? Die Kritiker hätten sich natürlich auch etwas den Wind aus den Segeln genommen, daß sie diese Abstimmungen lancierten. Sport sei sehr wichtig, denn viele, die gerne Sport schauen, die wüßten, wenn das privat würde, würde es sofort viel teurer. Die SRG habe somit auch in den letzten Jahren im Sport massiv ausgebaut. Auch aus dem Grund, die “Leute ans SRF zu binden”.

Anschließend geht es um die Gelderverteilung in Österreich im Medienbereich.
Ein unabhängiger ÖR werde gebraucht, der qualitätsmäßig hochstehenden Journalismus bietet sei wichtig. Nur die Kronenzeitung aber decke alle Bundesländer ab.
Die Frage stelle sich aber, was alles im ÖR laufen muß. Muß z. B. “Dancing Star” im ORF laufen? In DE mache das RTL. Gewisse Teile könne man wohl privatwirtschaftlich machen.Perricone: Politik macht schlechten Job, es sei unheimlich viel in den Internetbereich verlagert worden.

Tarek Leitner spricht an, es sei bekannt, daß mehr Werbegelder in die US-Plattformen fließen als im Land bleiben. Da müsse man ansetzen.

Es sei Wahnsinn der Politik, wieviele Steuergelder auf Plattformen wie Tiktok, Google und Co. investiert werden, so Ammann.

Teske spricht die Größe des ÖR an, den Programmauftrag, der werde “von der Politik festgelegt”. Kultur komme zu kurz, die könne man in der Primetime lange suchen. Das wurde ausgelagert in andere Kanäle im Zuge einer Programmreform, die noch laufe. Dies “widerspreche ja dem Kerngedanken des Öffentlich-rechtlichen”.

 

Teske spricht an, daß Leute wie Böhmermann oder Lanz absurde Summen verdienen würden, weit mehr als Bundesminister. In Deutschland findet – anders als in der Schweiz – keine Debatte über den ÖR statt, kritisiert er. Ammann spricht an, daß Teske auch den Umgang mit der AfD kritisiere. Was meine er mit der Kritik, fragt er. Teske antwortet, daß es fliegende Wechsel von Leuten zwischen Politik und Journalismus geben würde. Viele Journalistenkollegen arbeiten auch für die Bundesregierung, machen Medienschulungen und Podcasts.

 

Für den Konsumenten verstärke sich der Eindruck, daß dort etwas nicht stimmt. Die Strategie hinsichtlich der AfD war beim ÖR, sie zu ignorieren, diese Strategie sei gescheitert. Es gebe keine Partei, die so schlecht behandelt werde wie die AfD, so Teske. Daher sei die Partei wohl auch mehr in die sozialen Medien gegangen.

Im Programmauftrag stehe eigentlich, daß man sich politisch neutral zu verhalten habe.

Ammann fragt, ob ein ÖR-Mitarbeiter überhaupt in den sozialen Medien vertreten sein dürfe. Perricone äußert, daß es solche Verhältnisse wie in Deutschland mit Journalisten-Nebenjobs nicht geben würde. Es gebe auch keine Star-Löhne in der Schweiz für Journalisten so wie in Deutschland. In den letzten Jahren habe es keine Vorfälle mit SRF-Journalisten gegeben, die die Grenzen in sozialen Medien oder andererseits (Nebenjobs) überschritten hätten.

Ronnie Groß, maßgeblicher Mitinitiator des Journalistenkongresses (Bildmitte)
Ronnie Groß, maßgeblicher Mitinitiator des Journalistenkongresses (Bildmitte)

Oistric sagt, im Haus bei ihm sei ein Grundsatz, daß “alles, was wir zu sagen haben, sagen wir bei uns” und nicht auf Plattformen in sozialen Medien.

Leitner habe dazu eine “ganz klare Haltung”, so äußert er. Er halte sich privat in sozialen Medien zurück. Es frage sich, “welche Funktion Social Media für Leute, die im Journalismus tätig sind, überhaupt noch haben kann”, so Leitner.

Teske äußert, “der Trend geht weg vom Medium”.

Ammann führt an, beim ORF würden Journalisten quasi täglich mit Anliegen von Politik konfrontiert. Könne man so überhaupt noch unabhängig berichten. Leitner äußert, er glaube, der rechtliche Rahmen sei so, daß Unabhängigkeit gewährleistet sei. Es sei ganz normal, daß Politiker ihre Anliegen unterbringen wollen, das müsse man verstehen und damit umgehen.  Ein Versuch, Einfluß zu nehmen sei nichts Spezifisches des ÖR, das betreffe “jedes Medium, das eine Relevanz hat”, so Leitner. Er betont nochmals, die Frage sei, wie gehe man damit um. Die Meßlatte sei, ob der Umgang den journalistischen Kriterien standhalte.

Perricone antwortet Moderator Ammann auf die Frage, ob er schon einmal bedroht worden sei. Es sei in über 20 Jahren einmal vorgekommen. Es war die Präsidentin der SP Schweiz, die habe gedroht.
Dies sei aber der einzige Fall von einem Versuch von politischer Einflußnahme. Es sei eher umgekehrt, daß alle Politiker “dankbar sind, wenn sie überhaupt vorkommen” beim SRF, denn so eine Macht habe der Sender. Es sei ganz klar, ein “reichweitenstarkes Medium sitzt am längeren Hebel”, so Perricone. Weil Politiker viel mehr auf SRF angewiesen sind als umgekehrt. Die Arena könne sich aussuchen, wer teilnehmen darf.
Oistric äußert, es gebe “natürlich auch Interventionen, die gerechtfertigt” seien. Etwa, wenn Fehler gemacht worden seien, was ja vorkomme.

Teske spricht an, daß Gebührengelder auch umgelenkt werden in private Medien. Der ÖR arbeite mit privaten Medien verstärkt zusammen.

Teske äußert auf eine Publikumsfrage, ihm habe der Umgang mit ihm nach seinem Buch die Augen geöffnet. Er habe dann “begonnen, sich gewissen Gedanken zu machen” seit der Diffamierungskampagne gegen ihn. Es hätte dann “schon auch mal Anrufe gegeben”, “wo feststehende Lesungen auch einmal abgesagt” worden seien.

Wie kann es sein, daß Böhmermann den Tod eines AfD-Politikers so behandelt wie geschehen? Satire dürfe natürlich alles, so Teske, aber das Problem sei, daß es immer einseitig sei, also in eine Richtung gehe. Man kann zwar eine Programmbeschwerde einreichen, aber selbst wenn dieses komplizierte Unterfangen gelingt, werden diese Beschwerden zu 99,9 % abgewiesen.

Er führt den Fall Schönborn an. Dieser Mann sei “natürlich vernichtet”.

Die Corona-Zeit wird angesprochen und die einseitige Berichterstattung damals. Leitner äußert, es sei damals etwas ganz Wichtiges “weggefallen, was guten Journalismus” ausmache. Es sei eine ganz schwierige Zeit gewesen. Diese Zeit müsse aufgearbeitet werden, so Leitner. Dies sei auch in einem gewissen Rahmen geschehen, glaubt er. Er spricht die Akademie der Wissenschaften Österreichs an, die die Rolle der Medien untersucht habe, auch die des ORF. Das finde er auch richtig.  Das Wichtige sei, daß Unternehmen “diese Transparenz haben, diese Selbstkritik üben”, so Leitner.

Rede von Burkhard Müller-Ullrich von Kontrafunk-Radio

Er fordert zu eingangs seiner Rede, der “Öffentlich-rechtliche Rundfunk muß zerschlagen werden”. Er erzählt einen Schwank aus seinem Leben, daß er mit 15 ein Aha-Erlebnis hatte. Die meisten hätten nicht die Vorstellung, was “eigentlich dahinterstecke, diese Wellen zu erzeugen” die das Radio machen.

Manchmal werde ihm gesagt, man höre seine Sendung bei doppelter Geschwindigkeit. Dann bekomme er “immer Mordgelüste”.

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Er redet langsam wie 10 Berner gebündelt und beklagt ausführlich, daß er dachte, er hätte 60 Minuten Zeit zu reden, aber jetzt habe er nur noch 20, daher müsse er nun schneller reden. Von diesem Vorsatz merkt man allerdings in der Folge nichts. Er erzählt von seiner Fernsehkarriere, die “kurz und schmerzhaft” gewesen sei und macht mehrere Witze, über die keiner lacht. Man möchte ihm einen Sprechbeschleuniger einbauen.

Er habe “für jeden öffentlich-rechtlichen Sender” gearbeitet in der Vergangenheit. Die jungen Leute “gehen nicht mal mehr ins Archiv”. Er habe in der Zeit des Corona-Wahnsinns für die Achse des Guten gearbeitet. Als das losging mit Leute-einsperren und so weiter, habe er gesagt, eine Webseite allein reiche nicht. Die Stimme löse halt “so einen Zauber aus”. Manches, was wir irgendwie wahrnehmen als Text sei eine Entzifferung, aber wenn man es hört, eine Stimme hört, das sei etwas anders.

Er erzählt über das Radio Kontrafunk und was für Sendungen (“es ist ein riesiges Programm”) der alles mache. Philosophische Erörterungen seien darunter, auch Unterhaltsames. In den politischen Sendungen sei es auch immer sehr wichtig, neue Interviewpartner zu finden. “Dies sei keine Kleinigkeit”, so Müller-Ullrich.

80 Leute arbeiten bei dem Sender. Jedesmal, wenn man einen O-Ton bringe, dann affirmiere man. Es sei die Frage, ob das noch ginge, denn so erhöhe man die Leute. Bei diesen Leuten, die wir da heranführen, haben wir etwas sehr Interessantes gelernt. In der Fachwelt heißt es “user generated content”. Wir sind ja ein Radio für Deutschland, Österreich und die Schweiz, das sei etwas Besonderes. Doch das Radio kenne ja keine Grenzen. Es melden sich aus der ganzen Welt Leute, auch welche mit Auswanderergeschichten haben und so weiter. Es hätten sich während Corona Leute gemeldet, die berichtet hätten, wie während Corona die Regierungen wortgleich – wortgleich, betont er – dieselben Maßnahmen angeordnet hätten. Da spätestens hätte man gemerkt, wie orchestriert das war.

Er hoffe, daß “wir mit KI klarkommen”, kritisiert er den Trend hin zu Künstlicher Intelligenz. Vertrauen sei wichtig, es werde durch die Stimme transportiert. Man merkt, ob jemand aufgeregt ist, wie er im Augenblick oder ob jemand kichert. Man merke das alles. Bei Bildern treffe das auch zu. Ein Bild sage mehr als tausend Worte. Aber nach seinem Empfinden sei das aber bei Radio noch etwas anderes. Radio sei ja ein Medium, das bei vielen Gelegenheiten funktioniert. Beim Kochen, beim Bügeln, beim Autofahren. Er empfehle nicht, beim Autofahren Filme zu sehen. Ihm werde immer entgegengehalten, warum er nicht Podcasts mache. Bei einem Podcast aber wisse man nicht, “ob die Leute nicht bereits tot sind, die da reden”.  Wir wissen ja als konservatives Radio, daß wir nicht überall gut gelitten sind. Falls mal eine Sendung ausfalle kämen viele Mails, die fragen “Ist es jetzt passiert”, “Wurdet ihr ausgeschaltet?” Insofern seien sie auch eine Seelsorge. In der Folge preist Müller-Ullrich noch das Radio an und seine Vorzüge. Es gebe keine Sendezentrale, es laufe alles in der “cloud”, so weiter.

Auf eine Publikumsfrage, wie der Kontrafunk sich finanziere, antwortet er: „Wir leben im Wesentlichen von Spenden.“ Er glaube, das Modell der Zukunft sei dies, es funktioniere nicht mit Werbung. Ein Medium habe „nichts zu verkaufen“.

Kontrafunk sei ja ein freier Sender: „Warum ist Israel der Punkt, wo Ihre Kritik endet?“ ist eine weitere Publikumsfrage. Müller-Ullrich widerspricht. Er persönlich sei „absolut pro Israel und davon rücke ich auch nicht ab“.

Jana Hermann

Jana Hermann beginnt ihren Vortrag damit, daß sie sich frage, ob es auch vielen Journalisten in der Schweiz und Österreich so gehe, „daß sie eingeordnet werden“. Es gebe dies in Deutschland sehr oft. Es gebe ja auch das Wort Haltungsjournalismus. Viele Bürger sagen somit, die Realität werde in den Medien nicht abgebildet. Und diese gehen dann weg. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte einen Aufruf gestartet: „Wir suchen konservative Journalisten“. Doch was heiße das überhaupt, konservativ? Die Zeit würde wohl kaum jemanden von Apollo News oder Nius nehmen, suche wohl links-konservative Journalisten.

 

 

Merkwürdig daran sei, Journalismus sei ja eigentlich, über das Geschehen zu berichten. Insofern dürfe es ja gar keine konservativen oder progressiven Journalisten geben.

Sie werde nie vergessen, wie sie gesehen habe, wie ÖR-Journalisten Politiker der Linkspartei auf einem Anlaß mit Bussi-links-Bussi-rechts begrüßt hatten. Man habe gemerkt, die seien befreundet.

Dies habe sie sehr oft erlebt. Das sei bezeichnend. Denn eigentlich müsse Journalismus ja objektiv sein.

Solche Journalisten berichten nur von der einen Seite und haben auch entsprechende Kontakte zur Linken in Deutschland und den Grünen.

Warum die Linke so massiv erfolgreich geworden ist, sei wohl, daß  sie den besten Wahlkampf gemacht habe, weil die Linke einfach wisse, wer ihre Wähler sind. Die anderen Parteien hätten gar keinen wirklichen Plan davon gehabt, wer ihre Wähler sind, und hätten sich darauf beschränkt, einfach gegen die Konkurrenz zu sein. Die SPD wäre mit einem Bus durch Berlin gefahren, „gegen Nazis“. Viele von der SPD und den Grünen seien zur Linkspartei in Berlin übergelaufen. Die Linke sei in Berlin zu 350.000 Leuten „an die Haustür gegangen“. Man fühle sich da schon so ein bißchen wie bei den Zeugen Jehovas. Aber die Menschen haben „ihre Sorgen geteilt“ und es wurde zugehört. Dies habe einen erheblichen Erfolg beschert.

Jana Hermann berichtet über ihre Erfahrungen mit der Linkspartei. Man müsse mit einem gewissen Respekt vorangehen im Journalismus. Anschließend kommt sie auf die deutschen Parteien AfD und BSW sowie auf die Brandmauerpolitik zu sprechen. Sie spricht davon, es sei wie Kindergarten, dieses „Mit dir rede ich nicht“. Sie glaube nicht, daß das in nächster Zeit viel besser werde, so Hermann zu den Verhältnissen in Deutschland. Es sei für Journalisten wichtig, auch immer wieder ihre Arbeit zu hinterfragen.

Die Berliner Zeitung werde teilweise als AfD- und Russland-nah beschrieben, so eine Zuschauerfrage. Sei dies eine bewusst falsche Darstellung, so die Moderatorin. Jana Hermann fühle sich bei der Zeitung „sehr, sehr frei“. Sie habe nicht den „Eindruck, daß dort etwas forciert“ werde. Die Berliner Zeitung habe wohl als eines der wenigen deutschen Medien eines, das auch über Corona kritisch berichtete. Und das über die AfD berichtet habe.

Fühlen Sie sich durch eine kommende linke Regierung bedroht, so eine weitere Frage. Ja, sie sei mehrfach gefragt worden, ob sie demnächst umziehen werde. Aber das mache sie nicht, und nein, sie fühle sich nicht bedroht.

Warum hat die AfD zwar dazugewonnen, ist aber doch recht blaß geblieben?

Die Linke hat das wichtigste Schmerzthema angesprochen, nämlich die hohen Mieten. 77 Prozent seien es in etwa in Berlin für diejenigen, für die das wichtigste Thema sei. Das habe die Linke stark verfolgt, man könne auch durchaus sagen, penetrant verfolgt. Die AfD in Berlin sei nicht vergleichbar mit der AfD in Sachsen-Anhalt. Dort hätten die einen Posterboy sozusagen. Die Kandidatin der Berliner AfD sei personell nicht so gut aufgestellt gewesen und habe auch keine klaren Ziele formuliert. Man kann sich über die Linke lustig machen, aber die Spitzenkandidatin der Linken habe gesagt, sobald sie an die Macht komme, gehe sie die Mieten an. Außerdem habe sie einen kostenlosen Sperrmülltag, Bürgergespräche sowie einen Neujahrsempfang für Obdachlose im Rathaus angekündigt. Die Kritiker lachen darüber, aber das ziehe bei vielen Menschen.

Wie gut verstehen sich die linken Parteien in Berlin? Ist es ein harter Konkurrenzkampf?

Thematisch nicht, da seien sie sich ziemlich einig, außer beim Thema Antisemitismus. Es gebe einzelne Personen in der Linkspartei, von denen gesagt werde, die könnten auf keinen Fall in der Politik bleiben, aber die Linkspartei sei der Forderung nicht nachgekommen. Bis auf diesen Punkt würden sie sich, denke sie, alle sehr einig sein.

Zimmi

Er sei der letzte Medienkolumnist der Schweiz, hebt Zimmermann an.

Die St. Galler Zeitung, die Aargauer Zeitung, die NZZ mit Rainer Stadler, die NZZ am Sonntag mit Ronnie Grob hatten Medienkolumnen. Felix Müller hatte eine Medienkolumne, im SonntagsBlick hatte Kurt Felix eine, den wahrscheinlich auch viele Gäste aus Deutschland hier kennen werden, so Zimmermann.


Im Tages-Anzeiger hatte Constantin Seibt eine Medienkolumne. Und auch das Schweizer Fernsehen hatte einen Medienklub, der wurde abgeschafft. Blätter wie Spiegel, Tagesspiegel usw. in Deutschland hätten alle eine Medienkolumne gehabt.

Warum ist dieser Medienjournalismus vorbei? Das habe mit dem Leitsatz der Krähen zu tun: Eine hackt der anderen kein Auge aus. Die Antwort ist einfach. Früher waren die Krähen frei. Nun seien die Medien aus Synergie- und Spargründen zusammen. Aus früheren Konkurrenten wurden Geschäftspartner. Nehmen Sie TX und Ringier. Sie waren früher die klassischen Konkurrenten. Heute haben sie ein riesiges Joint-Venture im Internetbereich. Aus diesem kommen mehr als zwei Drittel des Gewinns. Stellen Sie sich nun einmal den Medienkolumnisten von Ringier vor, der über TX kritisch schreibt. Es würde nicht lange dauern, bis der Chefredaktor von TX bei Ringier auf der Matte steht.

Im Jahr 2017 fusionierten die früheren AZ-Medien und Teile der NZZ zu CH-Media. Auch wenn das aufgelöst wurde, sind die beiden Verlagshäuser immer noch stark miteinander verbunden. Stellen wir uns einen Medienkolumnisten vor, der hier kritisch schreiben würde. Auch hier würde der Chefredaktor schnell auf der Matte des anderen Chefredaktors stehen. Was heute fehlt, anders als früher, ist eine kontinuierliche kritische Berichterstattung über die Medienbranche. In dieser Ausgangslage gibt es einen Gewinner oder Verlierer – je nachdem, wie man das nennen will. Nur noch das SRF werde angegriffen. Das SRF habe nur eine „offene Flanke“, das sei eine Auslagerung an Ringier, die aber für Ringier nicht bedeutend sei.

Die NZZ ist die einzige Schweizer Zeitung, die noch einen wöchentlichen Medienteil hat. Allerdings ist auffällig, wie die anderen großen Verlage wie TX und Ringier dort kaum vorkommen. Sie berichtet hier viel über Social Media, greift aber die beiden anderen großen Spieler am Markt nicht an.

Dem VR-Präsident Supino paßte ein Artikel nicht, er rief also am gleichen Tag den CEO von Ringier an, Marc Walder, und am gleichen Tag war der Artikel gelöscht.

Gehen wir nach Deutschland oder Österreich. In Deutschland gibt es zum Beispiel den Werbevermarkter Republic, der der Frankfurter Allgemeinen und der Süddeutschen gehört. Ideologisch auseinander, geschäftlich zusammen. Beide haben noch einen Medienteil, aber beides ist auffällig. Eines ist auffällig: Beide fassen sich, wenn überhaupt, mit großer Zurückhaltung an.

Ecomedia: Hier seien Zeit und Spiegel, zwei linksliberale Publikationen, zusammen engagiert. Daß man dieses schöne Verhältnis nicht strapaziert, sei wohl nachvollziehbar. Ausnahme sei Springer. Springer sei somit vogelfrei und damit das beliebteste Angriffsziel der anderen, wenn diese wieder einmal beweisen wollen, wie toll medienkritisch sie seien. Dieser Nichtangriffspakt wird verschärft durch eine typisch deutsche Eigenschaft der deutschen Journalisten. Sie lieben es, im Gleichschritt zu marschieren. Das sieht man zum Beispiel bei der Berichterstattung über die Wahlen in Sachsen-Anhalt. Überall war nur zu lesen, daß dies ein Untergang der Demokratie sei.

Österreich: Dort gibt es ein Konglomerat von Kronen-Zeitung und Kurier, die zwei Drittel des Marktes abdecken. Wenn man andere Beteiligungen dazurechnet, sei es sogar mehr als ein Drittel.

Man müsse aber die Österreicher loben. Die führen dort, wie es hieß, einen Schwesternkrieg. Wer freiwillig die Krone liest, dem sei eh nicht zu helfen. Die Kronen-Zeitung beendete damit einen Teil der Zusammenarbeit. Aber in Österreich hacken die Krähen noch.

Bei uns hingegen ist „ziemlich ausgehackt“. Nehmen Sie das Beispiel der TX-Gruppe, des größten Schweizer Binnenverlags. Wer vermarktet für CH-Media die TV-Sender wie 3 Plus? Die TX-Gruppe. Tele Ostschweiz wird ebenfalls von TX vermarktet. Wer hat Tutti und Ricardo? TX. Wer druckt Ringiers Blätter, wer die NZZ? TX.

Man könne es leider nicht anders sagen, aber die Schweizer Medienbranche entwickle sich zunehmend zu einem Kartell.

…/…

Nur noch zwei Publikationen in der Schweiz können sich eine Medienkolumne leisten: die Weltwoche und die WOZ, die beide unabhängig sind, wobei die WOZ bei der NZZ-Gruppe druckt.

Der WOZ würde er zu einer Medienkolumne raten. Es wäre ein großer Erfolg für die WOZ, und er wäre nicht mehr so einsam.

Man habe mal versucht, ihn abzuwerben. Als er zu einem Gespräch eingeladen wurde, sagte er, daß er seine Kolumne schon auch dort machen könne. Aber ihm wurde gesagt, dann würde es ziemlich viel Ärger intern geben.

Wie habe sich die Weltwoche verändert, so eine Publikumsfrage an Kurz W. Zimmermann nach seinem Vortrag. Zimmermann antwortet darauf, daß es wohl kein anderes Medium in der Schweiz gebe, das so sehr von einer Person dominiert werde: Roger Köppel. Die Weltwoche sei zwar ein Debattenblatt, das ein relativ breites Meinungsspektrum biete. Aber Köppel dominiere. Das gelte ganz besonders für den Ukrainekrieg. Die Weltwoche sei viel mehr cheforientiert als früher, das sei die größte Veränderung in den letzten 20 Jahren.

Erhalte die Weltwoche von russischen Quellen Geld, so eine weitere Frage. Er kenne die Weltwoche sehr gut, die Zahlen seien gut und die WW brauche kein Geld aus russischen Quellen, so Zimmermann.

Karon, Magazin Glut

Karon stellt das Magazin Glut vor, das er zusammen mit Björn Harms herausgibt. Es sei ein Magazin, kein Blog. Dahinter stecke ein Inhaltsverwaltungssystem. Erlöse sollen über Abos und Spenden kommen, was ebenfalls wichtig sei, so Karon. Auch Quellenschutz sei wichtig. Nius sei gehackt worden und auch das Schweizer Magazin Republik hätte vor Kurzem seine Daten verloren.

Wir arbeiten mit einer eigenen Bildsprache.

Wir haben uns für eigene Schriften entschieden. Literata ist eine Serifenschrift, die im Internet gut funktioniere, so Karon. Weiter verwenden sie Hanken Grotesk und IBM Plex Mono.

Bei der Lancierung waren neun fertige Texte da.

Antisemitische Straftaten hatten sie analysiert. Die meisten würden dem rechten Spektrum zugerechnet, was aber falsch sei, wenn man nachforsche, so Karon. Auch der Fall Remmo war ein Thema. Karon führt weitere Beispiele an, mit denen das Investigativ-Magazin startete.

Er lege Wert darauf, daß sie unabhängig seien. Das sei ein Segen, niemand rede drein. Es sei aber auch ein Fluch, so Karon weiter, denn die Finanzen seien natürlich ein Thema. Allein schon, wenn Rechtsstreitigkeiten bestünden. Sie könnten daher ihren Autoren gerade nur weniger zahlen, als ihnen lieb sei. Es gebe drei Finanzierungsmodelle: monatlich fünf Euro oder 20 Euro oder auch einmalige Spenden. Auch Krypto werde angenommen.

Es sei ein Magazin mit investigativem Anspruch. Weniger ist mehr, glauben sie.

Die Frage sei, ob Leute bereit seien, dafür zu bezahlen. Das sei eine ganz zentrale Frage, wenn es darum gehe, ob es eine Zukunft habe.

Die Spenden, „die wir abgeschlossen haben“, so Karon, seien weit, weit mehr als sie erwartet hätten.

Sie machen es, weil sie „Bock auf Journalismus“ haben. In unsicheren Zeiten, mit dem Aufstieg der KI, versuchen sie es. Wie das mit …

Warum hat Jan das Glut-Magazin verlassen, so eine Zuschauerfrage.

„Wir wollten, glaube ich, beide weg von diesem Nachrichtenkarussell“, so Karon.

Was bedeutet Glut, so eine Frage. Es ist kurz, einprägsam, prägnant und bleibt im Gedächtnis.

Ihr seid beteiligt an einer Produktionsfirma. Habt ihr einen Großspender? Nein, so Karon. Die 25.000 Euro für eine GmbH hatten sie im ersten Geschäftsjahr aufgebracht. Sie zahlen sich beide sehr wenig Gehalt aus.

Wie habt ihr den Start organisiert?

Sie haben einen Webdesigner beschäftigt, der aus dem Gründungskapital locker zu bezahlen war.

Der einzige große Fixkostenpunkt war die Errichtung dieser Webseite, die durch das Stammkapital der GmbH gedeckt wird.

Auf die Frage, ob es Spenden gäbe, die sie nicht annehmen würden, antwortet Karon, daß sie keine Spenden annehmen würden, die mit einer „Erwartungshaltung verbunden“ seien.

Nikolaus Frings, Kronen-Zeitung

Mit einem Kurzreferat startet Nikolaus Frings, der bei der Kronen-Zeitung in Österreich tätig ist, die 1,6 Millionen Leser hat in einem Land mit neun Millionen Einwohnern, wie er berichtet. Er habe eine klassische Journalistenlaufbahn hinter sich und habe zuerst Politikwissenschaft studiert. Er schildert kurz seinen journalistischen Werdegang. Er sei ein Mensch, der ständig telefoniere, obwohl er ungerne telefoniere. Österreich sei ein kleines Land, insofern sei eine Nähe zwischen Politik und Journalismus unausweichlich. Diese Nähe sei „einerseits Nährstoff, andererseits auch Gift“, so Frings. Man müsse immer vorsichtig sein. Die besten Geschichten beginnen oft mit dem Satz: „Du, das hast jetzt aber nicht von mir“, so Frings. Dafür brauche es Nähe, aber auch Vorsicht, betont er.

Frings schildert die Abläufe der Kronen-Zeitung. Um 10 Uhr gebe es eine Konferenz. Um 11 Uhr wieder eine, diese sei besonders wichtig, weil dort auch die Bundesländer dabei seien.

Nicht jeden aus Oberösterreich interessiere alles aus Kärnten, so Frings zur Bedeutung des Überregionalen im Vergleich zum Regionalen.

Recherche und Überprüfung seien wichtig. Er komme auf 75 bis 85 Telefonate am Tag, so schildert er. Das Telefon „glüht“, das sei „mühsam für jemanden, der nicht gerne telefoniert“. Journalismus sei vielfach immer Wiederholung, immer wieder Wiederholung. Man müsse ein Thema journalistisch immer neu aufbereiten können.

Podium

Immer weniger Leute lesen heutzutage Nachrichten, moderiert Camille Lothe das Podium an: Für wen schreiben wir immer noch Nachrichten? Das Podium ist besetzt mit Roman Zeller von der Weltwoche, Jana Hermann von der Berliner Zeitung, Anna Schneider von der Welt und Max Mannhart von Apollo News.

Jana Hermann beantwortet die erste Frage von Moderatorin Camille Lothe, ob es nicht mühsam sei, sich immer mit der politisch anderen Seite, ihrem Schwerpunkt, zu befassen. Sie antwortet, dies sei durchaus spannend, sich mit der anderen Seite, mit der man nicht immer einer Meinung sei, auseinanderzusetzen.

Auf die Frage, ob Journalismus ein Traumberuf sei, antwortet Roman Zeller, er wollte eigentlich gar kein Journalist werden. Sport, Fußball, sei früher sein Traum gewesen. Er habe sich 2018 bei der Weltwoche blind beworben, so Zeller. Journalismus sei unglaublich spannend. Die Kontakte, die man habe, mit Menschen, mit denen man spreche, seien bereichernd.

Anna Schneider von der Welt äußert auf die Frage, ob sie Journalistin werden wollte, sie müsse sich Roman Zeller anschließen. „Wir haben alle Glück“, äußert sie zum Journalistenberuf. Sie finde ihren Job „super“. Bei den unter 30-Jährigen seien 60 Prozent der Journalisten Frauen, so Lothe. Man brauche keine Quotenregelung mehr, so Schneider.

Lothe fragt: Herr Zeller, kamen Sie als junger Ideologe zur WW?

Er sei ein absoluter Kritiker von Haltungsjournalismus, so Zeller. Er sei äußerst kritisch, wenn Journalisten „das Gefühl haben, sie müßten jetzt jemandem die Welt erklären“. Die Welt sei so interessant, man müsse „gar nicht mehr viel Färbung reinbringen“. Man müsse gar nicht so viel Meinung reinbringen. „Wir überlassen das anderen. Bei uns macht das unser Chef, der macht das relativ häufig“, so Zeller. Schmunzeln im Publikum.

Er glaube nicht, daß er „ein großer Ideologe“ sei.

Die Redaktionen bauen ab, es sei ein bißchen wie eine Reise nach Jerusalem, so Lothe. Stehe man unter Druck, abzuliefern, fragt Lothe in die Podiumsrunde. Mannhart äußert, natürlich müsse Journalismus spannend und aufregend sein. Es gehe nicht, sich gar nicht dafür zu interessieren, ob die eigenen Artikel gelesen werden.

Es gibt kein Recht, Journalist zu sein, es gibt auch keine Pflicht der Leute, das zu lesen. Insofern müsse man sich dem Kampf stellen.

Schneider halte nichts von „der ganzen Weltuntergangsstimmung“. Es gehe beim Journalismus um Angebot und Nachfrage. Journalisten, die nicht gelesen werden, müßten sich fragen: Warum werden sie nicht gelesen? KI und soziale Medien dürfe man nicht zum Feind erklären.

Jana Hermann äußert, sie arbeite ja für einen Verleger, der sich in der heutigen Zeit dafür entschieden habe, eine gedruckte Zeitung herauszugeben. Es fehle eine Stimme für Ostdeutschland. Sie würde sagen, die Printzeitung werde auch weiter da sein. Es gab so oft schon Äußerungen, Bücher werde es nicht mehr geben. Sie habe das Gefühl, jeder schreibe ein Buch. Auch Theater werde es nicht mehr geben, Fernsehen nicht mehr, doch beides gebe es noch, so Hermann. („Die Mattscheibe gibt es ja immer noch“.)

Die Personenmarke sei ein wichtiges Thema, so Hermann. Eine Personenmarke auszuarbeiten sei für einen Journalisten sehr wichtig, um langfristig Karriere zu machen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, das zu machen. Man könne dies in der eigenen Redaktion machen, eine andere Möglichkeit sei Social Media. Soziale Medien würden neue Möglichkeiten eröffnen.

Zeller äußert über Köppel, dieser überstrahle das Produkt Weltwoche.

Seine Aufgabe sei, daß möglichst viele Menschen die Weltwoche lesen. Er überlege sich jeden Tag: „Mit welchen Ideen gehe ich heute an den Start?“ Die Weltwoche stehe für intelligente Provokation. Jeden Tag müsse er schauen, daß das Produkt funktioniere. Wenn er einen Roger habe, der auf Social Media gut funktioniere, heiße das noch nicht, daß das Produkt funktioniere. Man müsse darauf achten, den Markenkern nicht zu verwässern.

Vier Dinge müsse eine Publikation erfüllen, um zu erscheinen. Die andere Sicht. XXXXXXX

Solange diese Kriterien erfüllt seien, lese der Leser einen Beitrag gerne.

Personenmarken seien „schon gut“, aber solange eine Zeitung ihren Markenkern nicht verwässere, sei dieses Erfolgsrezept vielleicht auch in Zukunft gut. Aktuell funktioniere es, so führt Zeller aus.

Lothe meint zu Mannhart, was er dazu sage. Er sei doch das Gesicht von Apollo News. Er meint, er sei nicht das Gesicht, das stimme so nicht. Es gebe Apollo News seit drei Jahren, aber sie schrieben immer schwarze Zahlen. Bei Apollo wisse jeder, wie er „mit seiner Arbeit Geld verdient“. Die Existenzfrage sei ja, ob Journalismus sich finanzieren könne. Man müsse als Journalist präsent sein, rausgehen und für etwas stehen. Das führe zu „einer Erdung dieses Berufsstandes“. Man müsse jeden Tag den Leser neu finden. Man müsse etwas Neues hervorbringen. Diese Idee, man bringe das Gleiche, was alle anderen bringen, nur besonders aufgearbeitet, funktioniere nicht mehr. Man müsse schauen, ob man sich verkaufe.

Hat der Journalismus Zukunft?, fragt Lothe Anna Schneider. Sie arbeite im „Herz der Finsternis“ bei Axel Springer, so Schneider ironisch. Sie halte von diesen „ganzen Doomsday-Erzählungen“ nichts.

Jana Hermann äußert, an Pressekonferenzen zu gehen und zu berichten, das – Überraschung – bringe keine Klicks. Aber auch so etwas gehöre abgedeckt.

Mannhart meint, es könne kein Geschäftsmodell sein, als Zweihundertster das wiederzugeben, was jemand an einer Pressekonferenz sage.

Hermann fügt hinzu, dass es aber eine andere Dynamik bringe, vor Ort zu sein und Fragen zu stellen. Man dürfe die Politiker nicht allein lassen. Man müsse vor Ort sein.

Zeller pflichtet bei: Das sei doch eine Riesenchance, wenn man vor Ort Fragen stellen könne.

Es gibt keine uninteressanten Themen, es gibt nur schlechte Ideen.

Es gibt keine schlechten Mitarbeiter, es gibt nur schlechte Chefs, so Zeller weiter. Wenn jemand von einer Bundespressekonferenz mit einem Text zurückkomme, den niemand lese, dann habe er versagt.

Florian Warweg wird von Jana Hermann erwähnt. Er sitze auf den BPKs und stelle kritische Fragen, man möge ihn deshalb nicht. Er sei aber ein Erfolgsmodell, er habe seine Anhänger.

Stört es Sie nicht, auf einem Panel aufzutreten, das im Titel nur das männliche Geschlecht aufführt? Sie habe Gender Studies studiert, es versucht, aber abgebrochen und aufgegeben. Auch Hermann äußert sich. Sie sei auf einem Anlass gewesen, bei dem gegendert wurde („Journalist*innen“), und sie habe das ziemlich mühsam gefunden.

Eine Frage aus dem Publikum an Roman Zeller: „Wie gut fördert Roger Köppel junge Journalisten?“

Roman Zeller antwortet: „Bei uns ist das Kriterium, ob man gute oder schlechte Geschichten liefert. Wenn es gute Geschichten sind, werden sie honoriert und gedruckt, und wenn es schlechte Geschichten sind, dann nicht.“

Satirischer Impact

Lukas links im Bild, Tom rechts.

Wir wissen nicht, was am 11. September 2001 war. Wir können auch über Israel–Palästina reden, ohne uns auf eine Seite zu stellen. Oder über Rußland–Ukraine, ohne uns auf eine Seite zu stellen.

Die Pandemiezeit: Jeden Tag könnten wir eine Aufarbeitung machen. Wenn da der Gleitner sagt, wir haben eine Aufarbeitung gemacht, da muß ich lachen. Das ist keine Aufarbeitung.

Man sollte auch die Menschen einladen, vor denen man vermeintlich Angst hat.

Wenn man als Medium die Leute nicht mehr abgeholt hat und die woanders hingehen, dann darf man auch nicht traurig sein, wenn sie woanders hingehen.

Viele sagen, sie schauen den ORF lieber bei uns.

Viele fragen sich: Warum wird das jetzt gesagt? Warum gibt es plötzlich diese Hitzetoten? Ich weiß nicht, woher diese Zahl kommt. Man sollte Fragen stellen, anstatt von oben herab zu diktieren: Das ist halt so.

Es wurde auch ein bißchen verschwiegen, daß es sich bei den Hitzetoten um Schätzungen handelt.

Wir sind beim Standard mittlerweile gesperrt, wir können dort nicht mehr kommentieren.

Das ist die Chance für Social Media.

Über „Alles Gute über Österreich“.

Falls euch interessiert, was Menschen interessiert, die lesen, was ihr schreibt, dann findet ihr das da. Wir sagen euch das jeden Tag. Da kam jemand von der Weltwoche, der sagte: Medien müßten erstens einen neuen Blickwinkel finden, zweitens neue Fakten. Die anderen zwei Sachen habe ich vergessen.

Man sollte als Journalist auch hinterfragen, finden sie. Wenn einer fragt: „Was, ihr habt da unten einen Ausweis gefunden, mitten im Schutt?“, so einer der beiden Satiriker.

Es gebe gewisse Inhalte, die müßten einfach recherchiert werden. Sie dürften nicht einfach ins Regal gestellt werden.

Zur Krise des Journalismus:

Eigentlich könnten wir Artikel schreiben und dann im nächsten Artikel auf die Kommentare eingehen. Das mache aber keiner, weil es alte Konzepte gebe, die nicht angerührt werden könnten.

Ist die Tageszeitung bereits tot?

Ackeret fragt Gujer, was morgen in der NZZ erscheine.

Es erscheine etwas zum Thema Veganismus, so Gujer.

Man könne ins Grübeln kommen, wenn die Kommissionspräsidentin einem anderen Staat eine Vollmitgliedschaft in Aussicht stelle, ohne automatische Rechtsübernahme. Das könnte sie ja dann auch in der Schweiz machen.

Rolf Cavalli vom Blick wird ebenfalls gefragt, was morgen im Blick komme. Die Schweiz werde von Verlierern regiert, das komme im Blick. Dazu gebe es morgen etwas im Blick.

Ackeret fragt Cavalli, wann er denn in Zukunft seinen Wochenkommentar schreibe, wenn der SonntagsBlick nicht mehr erscheine. Er schreibe seinen Wochenkommentar in Zukunft freitags.

Patrick Müller wird ebenfalls gefragt, was sein Thema morgen sei.

Es werde einen Beitrag zu einer neuen EU-Einwanderungspolitik geben, mit einem Modell, das Geld einbringe und dann an die Bevölkerung verteilt werde.

NZZ, CH Media, Blick, alle hätten fulminant zugelegt, so Ackeret. Wie sehe es denn in der Zukunft aus, interessiert ihn.

WEMF-Zahlen seien die Zahlen von gestern. Reichweite, Print: Sei das wirklich noch eine Größe, die Relevanz für uns habe? Er glaube, es mache Sinn, sich mehr am Digitalen auszurichten. Er denke, es sei lange genug der Fehler gewesen, nach hinten auf die Vergangenheit zu schauen und sich daran festzuklammern. Print spiele keine so große Rolle mehr.

Könnte es sein, daß es die gedruckte NZZ einmal nicht mehr gebe, so Ackeret. Gujer sagt: „Ja, das könne sein, allerdings möchte ich keine Prognose abgeben, wann es so weit sein werde.“ Er führt an, daß früher ein NZZ-Chef prognostiziert hatte, daß es im Jahr 2014 keine gedruckte NZZ mehr geben werde.

Wann das der Fall sein werde, hänge auch vom Staat ab, weil dieser mit der indirekten Medienförderung ja faktisch eine Printförderung betreibe.

Cavalli vom Blick meint, daß Print auch das beste Marketinginstrument sei.

Aber ansonsten sehe er es genau wie Gujer. Print werde es so lange geben, wie es sich bezahlt mache. Entscheidend sei „die Monetarisierung“.

Nowak von der Presse glaubt, ebenfalls von Ackeret angesprochen, die „Tageszeitung ist niemals tot“, „Print ist tot“.

Der ÖRR sei in Österreich „völlig marktverzerrend“, so Nowak. Wenn wir einmal so weit seien, „daß wir keine Printzeitung mehr drucken“, dann „ist es ja vielleicht sogar leichter“. Es sei „prinzipiell eine Zukunftsmusik“, die er „sympathisch finde“.

Ackeret spricht Patrick Müller an. Man habe immer das Gefühl, „CH Media setze noch auf die Zeitung“.

Schweiz heute sei gut angelaufen. Print, ihm sei es gleichgegangen wie Eric Gujer. 19 Jahre sei es her, als er das erste Mal mit der Frage konfrontiert worden sei, wann Print nicht mehr erscheine. Print verliere jedes Jahr fünf Prozent an Auflage, aber Print sei wesentlich resilienter als angenommen. Sie hätten Tageszeitungen, die ebenfalls schwierige topografische Verhältnisse hätten, etwa die Südostschweiz oder die eigene Urner Zeitung. Sie gewännen jeden Monat 1.000 neue Abonnenten einer gedruckten Zeitung in diesen Gebieten. Entscheidend sei, daß man sich „nicht zu billig verkaufe“. Print und Online hätten Zuwächse, dies seien auch für nächstes Jahr die Aussichten, so Müller.

Nowak meint zum Thema, daß die klassische Werbung im Print zunehmend verschwinde. Es gingen inzwischen immer mehr Erträge ins „Silicon Valley“, kritisiert er. Auch KI sei wichtig. Jeder könne sich inzwischen mit KI seine eigene Tageszeitung kreieren. Man habe Google einmal als Feind gesehen, aber Google habe wenigstens verlinkt. Nun sehe man, daß man vor ganz anderen Herausforderungen stehe.

Gujer: Es sei Unsinn gewesen, Google zum Feind zu erklären. Es sei aber „ganz, ganz wichtig, daß man die Leute auf die eigene Homepage bringt“. Denn auf der habe man die „eigenen Leser am Schlawittchen“. Wenn man sie jedoch auf Facebook oder Instagram bringe, habe Meta die Leser am Schlawittchen.

Eine Mauer um den eigenen schönen Garten zu errichten und alles zu tun, damit die eigenen Kunden den Garten nicht mehr verließen, sei notwendig, so Gujer.

Man müsse erkennen, wie das neue Marketing funktioniere. In Skandinavien und in den Niederlanden sei man dahingehend weit voraus. „Anstatt immer noch nachzudenken, was ist denn jetzt mit dem Print“, müsse man sich mit der Zukunft befassen.

Wir waren in Deutschland 2017 nur in eingeweihten Kreisen sozusagen bekannt. Inzwischen seien wir bei 40 Prozent. Natürlich könne man nicht mit der FAZ konkurrieren, aber für einen „New Kid on the Block“ sei das dennoch nennenswert.

Man habe geschaut, wie man auf „Google Discover“ sichtbar sei.

Inhaltlich habe man auch etwas gemacht, weil man zum bestmöglichen Zeitpunkt, dem entstehenden Hype um die AfD und der Verknöcherung der Strukturen in Deutschland, mit dem Angebot eingestiegen sei. Man habe Alternativen geboten in einem Land mit einer Politik, die sich für alternativlos erklärt habe. Keine spinnerten Alternativen, sondern seriöse Alternativen. Er zitiert Kanzlerin Merkel, die das Wort „alternativlos“ eingeführt hatte.

„Rolf, was hast du denn gemacht, daß plötzlich der Blick so erfolgreich wurde?“, fragt Ackeret Cavalli. Er war beim Blick, dann mit Philipp bei CH Media, das habe gutgetan, und nun sei er seit zwei Jahren zurück. Er mache vor allen Dingen Handwerk. Man habe früher „Zeitung gemacht im Internet, was ja gar nicht funktioniert“. Man investiere jetzt vielmehr in das, was man auch schon früher gemacht habe. Man gehe raus, spreche mit Menschen aus „Fleisch und Blut“. Das sei eine Stärke des Blick. „Wir müssen unsere Marke stärken“, mit „Back to the Roots“, so Cavalli.

Ackeret fragt, ob Cavalli denn oft höre, der Blick sei rechter geworden.

Er höre, der Blick sei wieder kantiger, griffiger geworden, so Cavalli. Die Aufgabe des Blicks sei, den „Mächtigen auf die Finger zu schauen“. Das sei doch die „Aufgabe der Medien“. Das Auf-die-Finger-Schauen hätten früher die konservativen Medien eher übernommen, aber im Grunde habe das Auf-die-Finger-Schauen gar nichts mit konservativ zu tun.

Nowak äußert zur Debatte, man müsse Positionen hinterfragen.

Ackeret fragt Gujer, ob sich die Politik einmische. Einmal habe Merkel zu ihm gesagt: „Herr Gujer, das war jetzt aber ein Scheißartikel.“ „Eigentlich war das ja ein Kompliment“, so Gujer. „Denn das heißt ja, sie liest uns, zumindest in Form ihrer Pressemappe.“ All das, was so als Common Sense herumlaufe, infrage zu stellen, dazu seien Journalisten da, so Gujer.

Er würde nie behaupten, daß es ein einzelnes Medium gebe, das diese Aufgabe allein erfüllen könne. „Seien wir ehrlich, in der Vergangenheit haben wir diese Aufgabe nicht immer erfüllt.“ In der Schweiz sei Corona nicht so ein Thema wie in Österreich, aber das „Thema Corona schwappt auch immer wieder hoch“. „Dort haben wir unsere Aufgabe einfach nicht wahrgenommen.“ Die Zahlen hätten auf keinerlei wissenschaftlicher Evidenz beruht. Wir sollten uns immer wieder daran erinnern. Wir sollten immer nachdenken, was wir unternehmen müssten, damit wir nicht in die Corona-Falle gingen.

Völlig anders sieht es Philipp Müller.

Philipp Müller fragt Ackeret hinsichtlich der Aufdeckung der Seilschaften von Berset durch CH Media, ob er Druck aus Bern gespürt habe. Er fand persönlich die Schweizer Coronapolitik „ganz vernünftig“, man habe das ganz gut gemacht. Er müsse Gujer widersprechen. Es habe damals eine gute Medienarbeit gegeben, glaubt Philipp Müller. Er spricht die heutigen Diskussionen an, die heute geführt werden: Ukrainekrieg, Irankrieg.

Gujer: Es gebe in der Schweiz zwei Sätze, die extrem gefährlich seien. Der erste laute: „Es chummt scho gut.“ Der zweite laute: „Das haben wir schon nicht schlecht gemacht.“

Wir hätten es schon besser gemacht als die Österreicher, aber das sei keine Kunst gewesen, besser zu sein als diese.

In einer konzertierten Aktion sei das Plakat des BAG abgedruckt worden. Die NZZ hatte dort nicht mitgemacht. „Das ist Herdentrieb, das ist betreutes Denken, das auch in der Schweiz stattfindet. Das steht uns nicht gut an“, so Gujer.

Patrick Müller äußert, sie hätten während Corona keinen einzigen Artikel geschrieben, der aus Bern gesteuert gewesen sei.

Nowak äußert sich zur österreichischen Coronapolitik und dazu, wie viele Gelder dort an Firmen ausgeschüttet wurden. Müller fragt – zutreffenderweise –, was das denn jetzt mit Journalismus zu tun habe.

Rainer Nowak von "Die Presse" blieb nicht immer bei der Sache, was Patrik Müller schließlich zur Frage führte, was dies mit Journalismus zu tun habe, was er gerade ausführe.
Rainer Nowak von “Die Presse” blieb nicht immer bei der Sache, was Patrik Müller schließlich zur Frage führte, was dies mit Journalismus zu tun habe, was er gerade ausführe.

Im Anschluß äußern sich Cavalli und Müller zu den Umstellungen von Sonntags- auf Samstagszeitung. Müller führt aus, man habe dadurch viele Zustellkosten für die Sonntagszustellung eingespart. Es sei um einen Millionenbetrag gegangen. Und zum Glück habe man die Abonnenten behalten, die Rechnung sei aufgegangen.

Ackeret fragt, ob es mit den Entlassungen denn irgendwann ein Ende habe.

Patrik Müller in seinem Element. Eric Gujer war nicht in allen Punkten seiner Meinung.
Patrik Müller in seinem Element. Eric Gujer war nicht in allen Punkten seiner Meinung.

Cavalli meint, Journalismus werde es „immer brauchen“. Müller meint, sie hätten heute Budgetsitzung gehabt, es sei alles okay. Aber alle stünden natürlich unter Kostendruck.

Er hatte einmal ein Gespräch mit einem Manager von Google gehabt. Dem habe er gesagt: Zuerst habt ihr uns mit den Gratisinhalten fertiggemacht, nun macht ihr uns mit der KI fertig. Er habe entgegnet, „KI sei unsere Chance“, so Müller.

Im Gegensatz zu anderen Medien hätte die NZZ in den vergangenen Jahren keine Sparrunde gehabt. „Wir haben heute mehr Redaktoren, als wir 2015 hatten.“ „Wir haben ein paar Sachen richtig gemacht.“ „Strategische Entscheidungen getroffen.“ Die eine sei Skalieren gewesen, bezogen auf die Deutschland-Ausgabe. Die andere sei Vertiefen gewesen. Die NZZ habe Zusatzangebote, die gebucht würden und für die Leute deutlich mehr zahlten.

Es kommt eine Zuschauerfrage: Wer wird der nächste NZZ-Chefredaktor? Gujer halte sich von dem Prozeß weitläufig fern. Er lese nur die hochwertigen Texte, zum Beispiel auf Inside Paradeplatz, wo man das ja alles schon wisse. Auch die Weltwoche habe „ja offenbar die besseren Quellen als ich“, fügt er hinzu. Das müsse er dann wohl „neidlos anerkennen“.

Was sei das Medienmodell der Zukunft?, so eine weitere Frage.

Müller äußert scherzhaft, das wüßten sie in der Redaktion und würden das natürlich nicht erzählen. Gujer und Cavalli sind sich einig, es sei Diversifizierung. Gujer erläutert, heute sei es 80 zu 20 zugunsten der Werbeerlöse im Vergleich zu Abos. Das habe sich im Vergleich zu früher genau umgekehrt. Das alte Modell werde es nicht mehr geben.

Remo Maßat

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