Kultur im Goms mit UMS’nJIP: Ulrike Mayer-Spohn und Javier HagenSpätsommerkonzert mit klassischer Musik
Am Sonntag, dem 30. August um 18 Uhr treten Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen für einmal mit klassischem Repertoire in der Pfarrkirche Münster auf.
Bevölkerung und Gäste sind dann herzlich zu einer besinnlichen und unterhaltsamen Musikstunde eingeladen.
Ihr Programm, beide sind auch versierte Alte Musik-Interpreten, schlägt die Brücke von spätmittelalterlicher Musik mit Bezug zum Wallis über Werke aus Rom zu Lebzeiten Kardinal Schiners zu ausgewählten Perlen des italienischen, deutschen und französischen Früh- und Hochbarocks bis hin zu eigenen Bearbeitungen beliebter Walliser Volkslieder. Der Eintritt zum Konzert ist frei (Kollekte).

Daß die Abtei St. Maurice ab dem frühen 6. Jahrhundert die wichtigste Abtei des Königreichs Burgund und eine der europäischen Hauptpilgerstätten des frühen Mittelalters war — sie führte als erste Abtei im Abendland die laus perennis ein und beherbergte über mehrere Jahrhunderte auch die Heilige Lanze, die älteste der Reichskleinodien der deutschrömischen Kaiser — ist heute hierzulande nicht mehr vielen Menschen gewahr. Bis über die erste Jahrtausendwende hinaus bewahrte sie ihre Strahlkraft, sodaß einer der bedeutendsten Komponisten des 14. Jahrhunderts (und der europäischen Musikgeschichte), Guillaume de Machaut, im Auftrag des Hauses Savoyen für die Abtei eine Messe komponierte: die Messe St Maurice. Daraus spielen die beiden Musiker das Bicinium Dextera Tua Domine und spiegeln dieses an zweistimmigen Kompositionen aus dem Codex Faenza und dem Lochamer-Liederbuch.

Die Verbindung des Goms mit Rom war nicht nur über den transalpinen Wirtschaftsverkehr und die Reisläuferei gegeben. Bis zum heutigen Tag wirkten immer wieder auch Walliser Kirchenmänner in Rom, Kardinal Schiner ist hier sicher der bekannteste. Die Gegenpartei, Frankreich, hatte im Wallis auch immer ein großes Gewicht. Und so begegnen sich nach einem ersten Ausflug ins Mittelalter und in die Frührenaissance im zweiten Konzertblock Werke des italienischen, deutschen und französischen Barocks, analog zu den kulturellen Hauptverkehrsachsen, die die Gommer Kirchen- und Orgellandschaft geprägt haben.

Die Verbindung des Goms mit Rom war nicht nur über den transalpinen Wirtschaftsverkehr und die Reisläuferei gegeben. Bis zum heutigen Tag wirkten immer wieder auch Walliser Kirchenmänner in Rom, Kardinal Schiner ist hier sicher der bekannteste. Die Gegenpartei, Frankreich, hatte im Wallis auch immer ein grosses Gewicht. Und so begegnen sich nach einem ersten Ausflug ins Mittelalter und in die Frührenaissance im zweiten Konzertblock Werke des italienischen, deutschen und französischen Barocks, analog zu den kulturellen Hauptverkehrsachsen, die die Gommer Kirchen- und Orgellandschaft geprägt haben.

In einem dritten Programmblock singen und spielen Mayer-Spohn und Hagen Walliserdeutsche Volkslieder, die sie subtil für sich arrangiert haben: das sind dann Lieder von Eugen Meier, Stefan Ruppen, Gregor Brantschen und des Münstiger Komponisten Oskar Lagger.

Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen sind in erster Linie als UMS’nJIP bekannt. Nach Studien in klassischer Alter und Neuer Musik sowie in Komposition arbeiten sie als multidisziplinäres Neue-Musik-Labor innerhalb eines globalen Netzwerkes von Komponisten, Ensembles, Forschern, Programmierern und Festivals und wurden >35 Mal international für ihre Innovationskraft und Exzellenz ausgezeichnet. Sie gehören mit >300 in Auftrag gegebenen Werken, >1600 Konzerten und mit Aktivitäten in >40 Ländern zu den erfahrensten und aktivsten Ensembles für Neue Musik der Gegenwart. Sie gastieren unter anderem in Tokyo, Palma de Mallorca, am Festival d’Avignon sowie an den Opernhäusern von Barcelona (Gran Teatre del Liceu) und Buenos Aires (Teatro Colon). 2022 ziehen sie nach Münster/Goms und gründen daselbst mit dem MEbU, dem Münster Earport, ihre permanente Arbeits- und Produktionsstätte.
(pd, rm)
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