Marke Swiss Wine Valais gescheitert?Wie man ein hochwertiges Produkt billig macht
Ein Meinungsbeitrag von Remo Maßat
Die noch recht neue Marke “Swiss Wine Valais” halten einige für gescheitert. Die Vermarktung des ersten Jahrgangs erfolgte 2020. Zwar sind auch in anderen Kantonen Weinkonsum und Weinkäufe zurückgegangen, aber ausgerechnet im ausgewiesenen Weinkanton Wallis besonders, in den letzten Jahren etwa sogar mehr als im “Apfel- & Most-Kanton” Thurgau.
Warum die Marke schlecht ist
Der Name Swiss ist in dreifacher Hinsicht überflüssig und schädlich.
1. Die Länge. Jeder, der mit Markenentwicklung zu tun hatte, weiß, in der Kürze liegt die Würze. Einfach, nicht umständlich.
2. Swiss verwässert, daß der Walliser Wein etwas Besonderes ist, halt Walliser Wein und nicht einfach irgendein Schweizer Wein. Daß das Wallis in der Schweiz liegt, ist jedem klar, außer vielleicht jemandem, der es vielleicht mit Wales in Großbritannien verwechselt. Aber das wird kaum ein Weinkäufer sein, der glaubt, daß dort angebaut wird. Und außerdem: Warum nicht gleich Europe-Swiss-Wine-Valais?
3. Das mit dem Globalesisch-Denglisch ist dann noch schlimmer. Verwässert noch mehr. Dabei hätte das Wallis ja eine Sprache, die weltweit – und das seit mindestens vielen Jahrhunderten – für Eß- und Trink-Kultur bekannt ist und für eine gute Küche steht. Englisch steht nicht dafür, oder wer etwa lobt schon die englische, die amerikanische, australische Küche?
Wie Walliser Wein vermarktet werden müßte
Walliser Wein müßte als etwas Besonderes, Exklusives, etwas Hochwertiges, vermarktet werden, nicht wie billiges Abwaschwasser.
Aber die “Marketing-Affen” halten sich halt für toll, wenn sie Englisch bzw. Dengzösisch oder wie man das “Swiss Wine Valais” nennen soll, kreieren und halten sich damit wahrscheinlich sogar noch für kreativ. Es ist ja sooo modern. Koste es, was es wolle. Auch den Umsatz der Auftraggeber darf es gerne kosten.
Unbeliebt
Dabei ist Schwurbeldeutsch in Form von Denglisch gemäß allen jüngeren und auch älteren Erhebungen unbeliebt. Nicht nur, daß damit keine Identifikation stattfindet, sondern oft wird es nichtmal verstanden.
So oder so wertet es aber eine lokal verankerte Qualitätsmarke stark ab, selbst wenn man davon ausgehen darf, daß die Meisten verstehen, was gemeint ist.
Wie schön und marketing-technisch sinnvoller wäre anstatt Swiss Wine Valais einfach Walliser Wein oder Vin du Valais.

