
Momentum Lauchernalp LodgeSRF stellt sich blöd, PR-Agentur macht schlechte Falle
Ein Kommentar von Thomas Baumann
Die Schlagzeile auf SRF.ch war reisserisch: «Nach dem Berg- und Gletscherabbruch im Mai fehlen Blatten zwei Drittel der Hotelbetten. Damit das Tal nicht ganz ohne Betten dasteht, soll innert kurzer Zeit ein Pop-Up-Hotel auf der Lauchernalp entstehen.»
Ganz ohne Betten? Nachfrage bei Mathias Fleischmann, CEO der Lauchernalp Bergbahnen. Antwort: «Insgesamt verfügte das Lötschental über rund 2000 Gästebetten. In der Hotellerie sind rund 100 Betten zerstört worden und 100 Betten nicht zugänglich (Hotel Fafleralp). Daneben sind rund 20% der Betten in Ferienwohnungen verloren gegangen.»
SRF am Hyperventilieren
Also nicht alles weg, sondern ‹nur› rund zwanzig Prozent. Staatsmedien am Hyperventilieren?
Erfrischend offen ist Fleischmann auch, wenn er auf die zusätzlichen 64 Betten zu sprechen kommt, welche die Momentum Lauchernalp Lodge kurzfristig zum Hotelangebot beiträgt. Diese seien für die Auslastung der Bergbahnen extrem wichtig.
Bergbahnen und Hotels: Ohne die einen könnten die anderen nicht existieren und umgekehrt. Das alte und nach wie vor zutreffende Lied der touristischen Berggemeinden.
Deutlich weniger erfreulich gestaltete sich allerdings die Kommunikation mit den anderen Projektbeteiligten. Damit die Kommunikation «geplant, reibungslos und professionell abläuft», solle man sich nicht an sie wenden, schrieb Lilian Ritler von der Lötschental Marketing AG. Sondern an die Medienagentur Gretz Communications. Dort könne der Journalist «alle weiteren Informationen erhalten» welche er für seine Artikel benötige.
Hochnäsige PR-Agentur
Also Anfrage bei Gretz Communications. Die Antwort auf eine konkrete Frage fiel kurz und bündig aus: «In vielen Schweizer Medien wurde bereits über das neue Hotelprojekt berichtet, z.B. im Tagesanzeiger.»
Direkt nett, dass der gute Mann nicht noch anfügte: ‹Liest du eigentlich keine Zeitung, du Idiot?› Und das gegenüber einem Journalisten. Selbstverständlich war der verlinkte Tages-Anzeiger-Bericht hinter Bezahlschranke und dass man die gesuchte Information erst mühsam zusammensuchen musste, war, gelinde gesagt, auch nicht gerade dazu angetan, den Journalisten, der ja eigentlich freundlich über das Projekt berichten sollte — denn wofür engagiert man sonst eine PR-Agentur? — milde zu stimmen.
Also, ignorierte man in Zukunft den Hinweis von Lilian Ritler, dass man sich seine Informationen bei der PR-Agentur holen müsse und siehe da: Mathias Fleischmann antwortete prompt, eine Anfrage vie Kontaktformular der Momentum Lodge Lauchernalp wurde ebenfalls innert nützlicher Frist beantwortet.
Wozu braucht man da noch eine Kommunikationsagentur in Bern mit unfreundlichem Kommunikationsgebaren?
Erste Daten bereits ausgebuchtMomentum Lauchernalp Lodge wird offenbar rege gebucht

