Nachwuchspreis Jungsegler 2026 geht an Johannes MilliusJunger Preis geht Walliser: «Im Abgang lebhaft»
Johannes Millius gewinnt mit seiner Eigenproduktion «Im Abgang lebhaft» den diesjährigen Nachwuchspreis Jungsegler des NordArt-Theaterfestivals in Stein am Rhein. Neben Johannes Millius waren Remo Zumstein, Nick Furrer und Rhea Seleger für den Preis nominiert.
Mit großer Bühnenpräsenz, sprachlicher Präzision und viel Witz zieht Johannes Millius sein Publikum vom ersten Moment an in seinen Bann. In seinem Bühnenstück bewegt sich Johannes Millius mit Leichtigkeit zwischen Kondolieren und Kollabieren, zwischen Schalk, Poesie, Absurdität und stiller Wehmut – und erzählt dabei auf höchst persönliche Weise vom Leben und vom Sterben.
Die Jury überzeugt ein Künstler, der sein Handwerk sicher beherrscht und zugleich mit Mut, Eigenwilligkeit und großer Spielfreude überrascht.Millius verbindet Humor und Tiefgang, läßt lachen und nachdenken und schafft dabei eine unmittelbare Nähe zum Publikum. In der Inszenierung von Nicole Knuth entsteht ein eigenständiger, berührender und unterhaltsamer Bühnenabend.
Über das Stück
«Im Abgang lebhaft» bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Liebesgeschichte und vorgedruckter Beileidskarte. Johannes R. Millius auf der Reise zu seinem innersten Ich – vorbei an den Südhängen Riojas, der Zähringerapotheke in Bern und kistenweise Legosteinen. Ein Abend mit gesprochenem Wort, zwischen Kondolieren und Kollabieren schwingend. Mit Herz, Schalk, Absurdität, Poesie, Irrwitz – und einer Urne.
Es ist die Geschichte einer Liebe, die zu früh ging und trotzdem bleibt. Dort, wo Erinnerungen plötzlich lauter sind als Worte, findet Millius Humor im Staub des Vergänglichen. Liebe und Tod begegnen sich auf Augenhöhe – manchmal unbeholfen, manchmal zärtlich. Ein Abend, der tröstet, ohne kitschig zu werden, und lachen läßt, wo man es nicht erwartet.
Johannes R. Millius ist nach Sina, Tschugger und diversen Fifa-Präsidenten der nächste verzweifelte Versuch des Kantons Wallis, in der restlichen Schweiz irgendwie sympathisch zu wirken. Fernab von allen Klischees klingt er trotzdem nach Ferien auf der Bettmeralp und Skilager in Fiesch. Und natürlich kennt er alle Personen, die Sie aus dem Wallis kennen – vermutlich sogar aus familiären Gründen. Zwischen Walliser Witz und stiller Wehmut zeigt er, daß selbst der Tod im Dialekt ein bißchen wärmer klingt.
Der Preisträger
Johannes Millius (1990) arbeitet nach Lehr- und Wanderjahren sowie kleinen Abstechern in den Radiojournalismus und den Buchhandel seit 2023 hauptberuflich im Kultursektor.
Seit 2020 schreibt er Kolumnen im Walliser Boten – einer Zeitung, die von manchen liebevoll (und nicht immer zu Unrecht) als inoffizielles Pfarrblatt und Wolfsgegner-Forum bezeichnet wird.
Er produziert, schreibt, inszeniert und macht sonst noch ganz viel Zeugs neben der Bühne.
Gemeinsam mit Daniel Blatter gründete er das Duo Wort + Totschlag. Nach einem Programm über die katholische Kirche, den Weltuntergang und den Widerstand widmet er sich nun konsequenterweise seinem eigenen Ableben.
Er mag weder Orangenkonfitüre noch Zitate von Paulo Coelho, dafür aber gute Geschichten, absurde Gespräche und Menschen, die ernst lachen können.
Über den Nachwuchspreis Jungsegler
Der Jungsegler ist der Nachwuchspreis des NordArt-Theaterfestivals und seit 2019 ein fester Bestandteil der Schweizer Theater- und Kleinkunstszene. Er beinhaltet eine vollständig organisierte Tournee mit rund 20 Auftritten in 12 Kantonen sowie eine enge Produktionsbegleitung mit Workshops zu Themen wie Kulturförderung, Recht und soziale Sicherheit.
Bisherige Preisträger sind Lisa Christ (2019), Suramira Vos (2020), Zarina Tadjibaeva (2021), Wilderbluescht (2022), Yüksel Esen (2023), Roman Rübe (2024), Duo Dua (2025).
Genre
Gesprochenes Wort / Kabarett
Verweise
Internetseite: www.johannesmillius.ch
(pd, rm)
