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Finanzloch: Weitere Verschlechterung bei der IV
Neue Finanzperspektiven der SozialwerkeFinanzloch: Weitere Verschlechterung bei der IV

Neue Finanzperspektiven der Sozialwerke

Finanzloch: Weitere Verschlechterung bei der IV
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Die aktualisierten Finanzperspektiven der Sozialwerke zeigen eine weiter verschlechterte finanzielle Lage der Invalidenversicherung sowie zunehmende Belastungen der Alters- und Hinterlassenenversicherung.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat die Finanzperspektiven von Alters- und Hinterlassenenversicherung, Invalidenversicherung, Erwerbsersatzordnung und Ergänzungsleistungen aktualisiert. Die Aussichten der Invalidenversicherung haben sich weiter verschlechtert. Ohne Gegenmaßnahmen steigt das jährliche Defizit bis 2030 auf rund 800 Millionen Franken. Hauptgrund ist der starke Anstieg der Neurenten. Das Eidgenössische Departement des Innern zieht deshalb die Vernehmlassung zur Invalidenversicherungsreform vor.

Bei der Alters- und Hinterlassenenversicherung wird das Umlageergebnis 2026 negativ. Ursache ist die erstmals ausbezahlte 13. Altersrente, die derzeit nicht finanziert ist.

Grundlagen der Finanzperspektiven

Die Finanzperspektiven der Sozialwerke werden jährlich aktualisiert. Berücksichtigt werden Jahresrechnungen der Versicherungen, Konjunkturprognosen, Bevölkerungsentwicklung, volkswirtschaftliche Eckwerte wie Lohnwachstum, Projektionen der Mehrwertsteuereinnahmen sowie Arbeitsmarktdaten. Der Bundesrat wurde über die Ergebnisse informiert.

Invalidenversicherung: steigende Defizite und sinkende Reserven

Die finanzielle Lage der Invalidenversicherung verschlechtert sich weiter. 2025 betrug das Umlagedefizit 209 Millionen Franken. Für 2026 wird ein Defizit von knapp 300 Millionen Franken erwartet, das bis 2030 auf rund 600 Millionen Franken steigt. Zusätzlich fallen jährlich Zinszahlungen von über 200 Millionen Franken auf die Verschuldung gegenüber der Altersversicherung an. Damit steigt das Gesamtdefizit bis 2030 auf rund 800 Millionen Franken.

Das Vermögen der Invalidenversicherung liegt deutlich unter der gesetzlich vorgesehenen Mindestgrenze von 50 Prozent einer Jahresausgabe und nimmt weiter ab. Nach aktuellen Szenarien wäre das Vermögen im Jahr 2031 vollständig aufgebraucht.

Hauptursache ist der anhaltende Anstieg der Neurenten, insbesondere infolge psychischer Erkrankungen. Dieser Trend zeigt sich in allen Altersgruppen, besonders bei jungen Erwachsenen und älteren Versicherten. Im Jahr 2025 wurden 25 200 Neurenten verzeichnet.

Reform der Invalidenversicherung

Die Vernehmlassung zur Reform wird vorgezogen. Ziel ist die finanzielle Stabilisierung sowie die Begrenzung der Neurenten. Vorgesehen sind stärkere Integrationsmaßnahmen, erleichterter Zugang zu Aus- und Weiterbildung sowie Anpassungen bei Taggeldern und medizinischen Abklärungen.

Alters- und Hinterlassenenversicherung

Die finanzielle Entwicklung wird stark durch die 13. Altersrente beeinflußt. Diese wird erstmals 2026 ausbezahlt. Da keine vollständige Finanzierung besteht, steigen die Umlagedefizite von rund 1,3 Milliarden Franken im Jahr 2026 auf rund 4,9 Milliarden Franken im Jahr 2035.

Eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung könnte die Finanzierung teilweise stabilisieren und die Defizite reduzieren. Ohne zusätzliche Einnahmen sinkt der Fondsstand weiter deutlich.

Erwerbsersatzordnung und Ergänzungsleistungen

Die Erwerbsersatzordnung bleibt stabil und langfristig gesichert. Ihr Fonds liegt über dem gesetzlichen Mindeststand. Bei den Ergänzungsleistungen steigt der Aufwand bis 2030 um rund 3,5 Prozent pro Jahr, vor allem wegen neuer Renten und demografischer Entwicklungen.

Szenarien der Projektionen

Die Projektionen basieren auf einem Referenzszenario sowie zwei Alternativszenarien mit höherem und tieferem Umlageergebnis. Sie bilden die Unsicherheiten der langfristigen Entwicklung ab. Je länger der Zeithorizont, desto größer die Unsicherheit.

(pd, rm)

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