Saastalhalle / Erlebnisbankarena erhält kein weiteres Steuergeld"Teuerste Bauruine der Schweiz"
Kein schönes Erlebnis für die Erlebnisbank. “Dürfen wir vorstellen: die teuerste Bauruine der Schweiz“, so Wallis-Berichterstatter des Blick, Martin Meul, zur Abstimmung über weitere Gelder für die Saastalhalle beziehungsweise Erlebnisbank-Arena, benannt nach der kreditgebenden Bank, der “Erlebnisbank” Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn.
Nachdem bereits die reichste Saaser Gemeinde, Saas-Fee, Nein zu weiteren Geldern stimmte, nun auch Saas-Balen, Saas-Grund und Saas-Alamagell: Die Saaser Stimmbürger sagen deutlich nein zur Vorlage.
Mit rund 90 Prozent war die Wahlbeteiligung zudem historisch hoch.
Was bedeutet es, daß die Stimmberechtigten der Gemeinden Saas-Grund, Saas-Balen und Saas-Almagell die Vorlage allesamt deutlich ablehnten?
Unschön sieht es für die Kreditgeber aus, darunter nebst der namensgebenden Raiffeisenbank Mischabal-Matterhorn auch das Energieunternehmen EnAlpin sowie die Zengaffinen Unternehmungen.
Eine Konsequenz: Die halbfertige Halle droht zur teuersten Bauruine der Schweiz zu werden.
Die Gläubigerposition: Die Bank und Kreditgeber pochen auf die vertraglichen Vereinbarungen und forderten regelmäßige Zahlungen (Kreditgarantien) der involvierten Trägerschaften um den EHC Saastal und den Gemeinden. Die “Hauptgläubiger drohen mit rechtlichen Schritten” und geben die Verantwortung an die Saaser Gemeinden und Verantwortlichen des EHC Saastal, berichtete das Portal Pomona, das von einem “Paukenschlag” schrieb.
Nachdem die Baukosten explodierten und explodierten geht es nun erstmal nicht weiter. Auch, wenn die Befürworter der Abstimmungsvorlage, die weitere Steuergelder über Jahre garantiert wissen wollten, vor der Abstimmung damit drohten, daß eine Bauruine entstehen werde, dürfte früher oder später doch noch etwas mit der Halle geschehen. Dies allerdings mit hohen Abschreibern bei den Gläubigern wie der Raiffeisenbank Mischabel-Matthorn, die jüngst mit einer Hausdurchsuchung bei ihrer Tochter Avalua für Schlagzeilen sorgte. Das bekannte Finanz-Portal IP recherchierte und berichtete zu den Hintergründen.
Jährlich über 20 Jahre hohe Beträge gefordert
Allein die Gemeinde Saas-Grund sollte jährlich hohe Beträge berappen.
Das war die Abstimmungsfrage zur Zahlung der regelmäßigen Steuergelderbeträge von Saas-Grund:
“Stimmen Sie der Vereinbarung und damit der jährlichen Mietzinsgarantie von CHF 113’601.40 über 20 Jahre sowie der Defizitgarantie von CHF 35’845.00 im 1. Rang für das Projekt «Saastal Arena» und der nachstehenden Anpassung des Artikels 8.5 «Übertragbarkeit» des gültigen Baurechtsvertrags vom 20. Dezember 2022 wie folgt zu?
Alt: Das Baurecht ist übertragbar. Bedingung ist, daß der Erwerber alle Verpflichtungen dieses Vertrags vollumfänglich übernimmt. Die Übertragung bedarf der Genehmigung durch die Baurechtsgeberin und allenfalls die Zustimmung der Ur- und Burgerversammlung. Die Zustimmung der Übertragung des Baurechtes vom EHC Saastal auf die Saastal Arena AG bedarf keiner Zustimmung durch die Baurechtsgeberin.
Neu: Das Baurecht ist übertragbar. Bedingung ist, daß der Erwerber alle Verpflichtungen dieses Vertrags vollumfänglich übernimmt.”
Mit dem klaren Nein gucken die Gläubiger und anderen Beteiligten nun in die Röhre und es gibt eine Bauruine im Saastal.
Eine deutliche Ablehnung gab es auch in Saas-Almagell:
(rm)

