Avalua, die Hausdurchsuchung und die Abstimmung über die SaastalhalleRaiffeisenbank Mischabel-Matterhorn und Saastalhalle im Zyklon?
Avalua, was für ein Name! Man denkt sofort automatisch an Aloha. Aber man landet nicht auf Hawai. Sondern auf Samoa. Auch auf Samoa kann man hervorragend tauchen, so Tripadvisor. Und dort liegt Avalua.
Avalua ist eine unbewohnte Insel vor der Ostküste von Savai’i in Samoa, erfahren wir auf Wikipedia. Sie gehört administrativ zum Distrikt Faʻasaleleaga und liegt im Uanamo-Paß zwischen Savai’i und Upolu. Das Klima ist tropisch heiß, wird jedoch von ständig wehenden Winden gemäßigt. Ebenso wie die anderen Inseln von Samoa wird Avalua gelegentlich von Zyklonen heimgesucht.
Ein solcher Zyklon ist gerade im Anmarsch. Beziehungsweise sind es mehrere Zyklone. Genau genommen mindestens 3, mutmaßlich mehr. Aber nicht auf der Insel im Pazifik, sondern im Umfeld der Avalua AG im Oberwallis.
Zyklon 1: Staatsanwaltschaft Wallis schickt Kantonspolizei zur Unzeit vorbei
Zyklon 1 ist die Hausdurchsuchung bei der Raiffeisenbank-Tochter Avalua in Naters. Der Walliser Bote beziehungsweise das Portal Pomona berichtete über die Unbill die der Firma mit Niederlasssungen in St. Niklaus und Zermatt geschah.
Avalua äußerte daraufhin auf ihrer Webseite sinngemäß, sie habe nichts mit Nichts zu tun, Razzia bei ihr quasi eher zufälligM halt, weil sie die Walliser Seilbahnen als Mandanten hätten. Ein Mandant, für den sie aber weit mehr als bloß die Buchhaltung machen, wie üblicherweise eine Treuhandfirm es meist macht. Sondern “für die Walliser Bergbahnen im Mandatsverhältnis” darüberhinaus auch “administrative Aufgaben wahrnimmt” und nebst dem auch “das Generalsekretariat betreut”.
Aber auch die Walliser Bergbahnen sind sich keiner Schuld bewußt. Beide, Bergbahnen wie Avalua betonen, daß sie vollständig mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Doch fragt sich: Warum dann eine Hausdurchsuchung, zumal die Staatsanwaltschaft Wallis – wie die ganze Welt seit Crans-Montana weiß – nicht gerade zackig mit sowas zur Hand ist.
Zyklon 2: Raiffeisen-Experte No. 1, Lukas Hässig, beginnt zu stochern
Durch die Razzia geriet jedenfalls die Tochter Avalua der Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn als Haupteigner nebst mehreren kleineren Walliser Raiffeisenbanken schweizweit in die Schlagzeilen.
Es folgten Recherchen auf dem Finanzportal Inside Paradeplatz um den Journalisten Lukas Hässig. Dem die Raiffeisen-Gruppe erstaunlicherweise trotz seiner überaus großen und schweizweit anerkannten Verdienste (den Journalistenpreis erhielt er dafür) bis heute weder offiziell gedankt, noch ihn als Ehren-Genossenschafter aufgenommen hat. Der Raiffeisenbank-Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888) hätte es 100%tig sofort getan, würde er noch leben.
Hässig jedenfalls recherchierte spannende Zusammenhänge um die Beteiligung der Raiffeisenbanken im Oberwallis oder insbesondere auch dem “explosiven” Hypothekarbestand der Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn (Geschäfte in Ehren, aber wo ist hier eigentlich die Finma?): “Filz bei Raiffeisen”, “Gemauschel bei Mischabel-Matterhorn-Ableger wirft Schlaglicht auf Nummer 2 des Landes. Zehn Jahre nach Vincenz nichts gelernt?”
Als Finanzjournalist konnte Hässig es natürlich auch nicht lassen, sich die Bilanz anzusehen und stellte fest, daß die Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn “mit einem Eigenkapital von 250 Millionen einen Hypo-Bestand von sage und schreibe 2,4 Milliarden” stemme, wie er im Auftakt-Artikel bereits anlaysierte. Im weiteren Artikel stöberte er dann weitere für eine Bank eher obskur anmutende personelle und “firmelle” Verbindungen auf. Wie die zu Tonic Media. Über diese schreibt er: “Und wer war bei dieser Tonic der Geschäftsführer? Kein anderer als der erwähnte Marco Decurtins, der große Spindocter im aktuellen Thriller. …/… Die Tonic Media gehört inzwischen zum Reich der Mischabel-Bank, wo sie als spezialisierte Marketing- und Kommunikations-Bude aufgegangen ist.”
Alles scheint Hässig hierbei an die wilden Beteiligungen und Verquickungen von Pierin Vincenz mit seinen Kompagnons wie Beat Stocker und Co zu erinnern.
Womit es auf Zyklon 3 zugeht.
Zyklon 3: Die Saastalhalle- bzw. Erlebnisbank-Arena-Abstimmung
Hässig kommt hierbei im Beitrag von gestern auf die Saastalhalle beziehungsweise die Erlebnisbank-Arena, wie sie nach der namensgebenden Bank, der Erlebnisbank Mischabel-Matterhorn, benannt wurde, zu sprechen und die Verquickungen mit Avalua und der Bank:
“Zuständig fürs Sanierungskonzept ist dabei keine andere als die Avalua, jene Treuhänderin, die mehrheitlich der Hauptfinanziererin des Sportprojekts gehört – der Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn.
Wo der starke Mann Karlheinz Fux heißt, der mit seinen Familien-Angehörigen den Takt von Brig bis Saas und Zermatt vorgibt.
Die Geschichte wirkt wie eine Wiederholung jener Vergangenheit, die man bei der Raiffeisen längst hinter sich gewähnt hatte.“
Hässig kristallisiert also die Rolle von Karlheinz Fux heraus. Fux, notabene der häufigste Name in St. Niklaus. Dort, wo auch die Avalua ihren Hauptsitz hat gemäß Handelsregister.

Doch zurück zur Erlebnisbank-Arena:
Über ein Rettungs- bzw. Finanzierungskonzept wird nun am 5. Juli abgestimmt. Es geht um die Erlebnisbank-Halle beziehungsweise die Saastalhalle. Sie sollte 9 Millionen kosten, Stand heute sind es 14 Millionen oder noch weit mehr. Wer soll die Finanzlücke zahlen, fragt sich? Die Gemeinden des Saastals sollen ran. Saas-Fee als finanzstärkste Gemeinde des Saastals sagte bereits Nein. Nun kommt die “wegweisende Abstimmung” über neue Finanzspritzen für die Saastalhalle. Die Saastalhalle in Saas-Grund stehe “weiterhin im Zentrum politischer und finanzieller Diskussionen“, so Sebastian Glenz auf Kanal 9 unter dem Titel: “Trägt die Bevölkerung das Rettungskonzept mit?” Entscheidend werde sein, ob die Bevölkerung am 5. Juli dem Projekt zustimme.
Saas-Grund als Standortgemeinde soll neu zusätzlich zu bereits geflossenen Geldern 150.000 Franken jährlich zusichern, die Gemeinde Saas-Almagell 26.000 Franken jährlich und die Stimmbevölkerung von Saas-Balen soll 24.000 Franken jährlich zustimmen. Saas-Fee als vermögendste und bekannteste Saaser Gemeinde hat sich bereits verabschiedet, dort lehnte die Stimmbevölkerung weitere Zahlungen ab.
Die Saastal-Halle beziehungsweise Erlebnisbank-Arena ist nun schweizweit im Rampenlicht. Der Zeitpunkt, zu dem das Portal IP die Meldungen über den Filz bringt, ist denkbar ungünstig. Wenige Tage vor der Abstimmung über die neuen Gelder wirkt dies wenig vertrauenserweckend. Vor allen Dingen nicht nach den bisherigen Kostensteigerungen von 9 auf 14, wobei es dem Vernehmen nach bereits heute so aussehen soll, als ob die Kosten noch exorbitanter in die Höhe schießen würden.

Zyklon 4
Wie Geschäftsführer Florian Ruffiner auf Anfrage von Walliser Zeitung erklärt, sei die von Zyklonen betroffene Insel Avalua nicht namensgebend gewesen, als Avalua AG gegründet wurde. Avalua sei vielmehr eine Wortbildung in Anlehnung an “added value” (Mehrwert). Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse erscheint die von Zyklonen betroffene Insel fast ebenso passend als Namensgeber.
Die Saastal-Halle jedenfalls steht mehr denn je im Risiko. Es droht eine Bau-Ruine und es drohen Millionen-Abschreiber für die gemeinsamen Kreditgeber.
Darunter neben der Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn auch Enalpin und die Zengaffinen Unternehmungen. Letztere Gläubigerin ist über die Personalie Gerd Zengaffinen eng verwoben mit dem EHC Saastal und zugleich der Saastal Arena AG, also der Schuldnerin.
Führung EHC Saastal (Verein)
Barbara Anthamatten (Präsidentin)
Martin Zerzuben
Alexander Geiser
Gerd Zengaffinen
Saastal Arena AG (Eishalle / Infrastruktur)
Barbara Anthamatten (Präsidentin VR)
Martin Zerzuben (Mitglied VR)
Alexander Geiser (Vizepräsident VR)
Gerd Zengaffinen (Mitglied / Sekretär VR)
Saastalhalle / Erlebnisbankarena erhält kein weiteres Steuergeld"Teuerste Bauruine der Schweiz"
(rm)
