Walliser Pläne zu Luchstötungen in der KritikPro Natura Wallis lehnt die Regulierung des Luchsbestands entschieden ab
In Graubünden meldeten sich jüngst die Waldbesitzer, dies, nachdem 3 Luchse von einem Wildhüter mit Wölfen verwechselt und getötet worden waren und es darum ging, daß neue Luchse ausgesetzt werden sollten. Im Wallis hingegen sollen sogar Luchse bewußt geschossen werden. Pro Natura Wallis äußert Kritik (kursiv):
Der Luchs ist eine seltene, bedrohte und streng geschützte Art, deren Vorkommen für das Gleichgewicht der Ökosysteme positiv ist.
Angesichts der jüngsten Diskussionen über eine mögliche Regulierung des Luchsbestands in unserem Kanton weist Pro Natura Wallis diese Idee entschieden zurück, den fragilen Bestand dieser symbolträchtigen Art, die sich endlich wieder langsam erholt, künstlich zu reduzieren.
Der Eurasische Luchs steht auf der Roten Liste der Säugetiere der Schweiz. Es handelt sich um eine bedrohte und streng geschützte Art. Nachdem er zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorben war, hat er dank der vom Bund seit den 1970er Jahren unterstützten Wiederansiedlungsbemühungen in bestimmten Regionen wieder Fuß-gefaßt.
Im Wallis war sein Bestand stets gering und fragmentiert, deckte in den 1980er-Jahren jedoch ein größeres Gebiet ab als heute. Erst in jüngster Zeit konnte eine positive Entwicklung festgestellt werden, wenn auch in noch begrenztem Umfang; wissenschaftlichen Erhebungen zufolge leben im Wallis derzeit etwa dreißig Luchse, also halb so viele, wie unser Gebiet beherbergen könnte.
Eine wichtige ökologische Rolle
Seit einigen Monaten werden Stimmen laut, die eine Regulierung des Luchsbestands fordern, da dieser angeblich für den Rückgang der Reh- und Gamsbestände verantwortlich sei. Pro Natura Wallis widerspricht dieser Interpretation und lehnt Regulierungsmaßnahmen entschieden ab. Bis heute gibt es keine wissenschaftlich fundierten Belege, die ein Eingreifen zur Verringerung des Luchsbestands rechtfertigen würden. Im Gegenteil: Der Luchs spielt eine wichtige ökologische Rolle, indem er zur natürlichen Regulierung der wildlebenden Huftiere, zu deren Verteilung und damit zur Erhaltung der Waldökosysteme beiträgt.
Die Unterstützung der langsamen Wiederbesiedlung in Gebiete, in denen er ehemals lebte, ist heute ein Gebot der Stunde. «Es ist unverantwortlich, eine Regulierung des Luchsbestands in Betracht zu ziehen, während die Verjüngung unserer Schutzwälder aufgrund einer zu hohen Population von Wildhuftieren nicht sichergestellt ist », erklärt Jérémy Savioz, Geschäftsleiter bei Pro Natura Wallis.
Pro Natura Wallis fordert die Walliser Behörden auf, die Bemühungen zum Erhalt der Biodiversität fortzusetzen, anstatt wissenschaftlich unbegründete Regulierungsmaßnahmen gegen eine bedrohte, geschützte und von der Bevölkerung geschätzte Tierart in Betracht zu ziehen.
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(pd, rm)
(Foto: Archiv)
