
UMS’nJIP führt „Sancho“ aufMusiktheater im Goms
Am kommenden Freitag, 24. April und Samstag, 25. April jeweils um 19h30 spielt das Neue Musik-Duo UMS’nJIP (Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen) seine Kammeroper Sancho am MEbU (Münster Earport) im Goms.
Die Electropop-Opera „Sancho“ basiert auf dem berühmten Roman El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha (1605/1615) von Miguel de Cervantes.
Wie schon beim Woyzeck oder A Christmas Carol spüren UMS’nJIP auch den Abenteuern dieses Klassikers mit einem Mix von Electropop, Avantgarde und Video nach und rücken Sancho Panzas Plädoyer für Bescheidenheit ins Zentrum ihres Stückes.
Mit Hunderten von Uraufführungen und Auftritten in über 40 Ländern, darunter an der Biennale Musica Venedig oder am Colón in Buenos Aires gehört das Duo zu den renommiertesten ihrer Art weltweit. Der Eintritt zum Konzert ist frei (Kollekte). Um Reservation wird gebeten.
Informationen:
Datum: Freitag, 24. April 2026 und Samstag, 25. April 2026
Zeit: 19.30 Uhr
Reservation: mebu@umsnjip.ch / http://mebu.umsnjip.ch

Programmnotizen
Sancho
Electropop Opera von und mit UMS’nJIP nach dem Roman El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha (1605/1615) von Miguel de Cervantes (spanisch mit deutschen Untertiteln, dt. Übersetzung: Ludwig Tieck)
Text: Miguel de Cervantes, Franz Kafka
Libretto: JIP, nach einer Idee von Javier Walpen
Musik: UMS’nJIP, Shintaro Imai
Regie: Wolfgang Beuschel
Sancho, Herzog, Gandalin, Arbeiter, Schneider, Merlin, Sprecher: JIP
Teresa Panza: UMS

Don Quixote als Kopfkino
Kafkas Kurzprosa ‚Die Wahrheit über Sancho Pansa‘ ist der Schlüssel zu diesem Musiktheater: als Vorspann des Abends ist der Text eine ironische Umdeutung der beiden Hauptpersonen aus Cervantes‘ bekanntem Roman Don Quixote aus dem Jahr 1605/1615: Geht es nach Kafka, so gelingt es Sancho Pansa, mit Hilfe von Ritterromanen seinen eigenen Teufel — er gibt ihm den Namen Don Quixote — von sich abzulenken und ihn die verrücktesten Taten aufführen zu lassen.
Sancho Pansa folgt ihm dabei gleichmütig auf seinen Zügen und hat dabei bis zum Ende große Unterhaltung. Sancho Pansa wird somit zum Spiritus rector der Geschichte, der in UMS’nJIPs Musiktheater, allseits begleitet von einer wortkargen Teresa Pansa, nun im Wohnzimmer (inter-)agiert.

Bescheidenheit als Tugend
Die Faszination für Sancho liegt in seiner Menschlichkeit und in seinen sich entwickelnden Antworten auf die Fragen zwischen Sein und Haben.
Indem er zwar der Versuchung, Statthalter zu werden, nachgibt und dafür auch seine Familie verläßt, später aber zugunsten eines bescheidenen Lebens wieder abdankt und zurückkehrt, mit etwas Geld, das durch seinen „Fleiß und ohne jemandes Schaden erworben“ legt er ein Statement ab, das Begriffen wie unbedingter Wirtschafts- und Wohlstandssteigerung schlichte Genügsamkeit entgegensetzt: notabene zugunsten einer seelischen Ausgeglichenheit, persönlichen Freiheit und Unabhängigkeit.

Musiktheater
Mit ihren Electropop-Operas ONE, TWO, THREE, FOUR, FIVE, EINER, zahlreichen halbszenischen und performativen Auftragsarbeiten sowie den Musiktheatern in Zusammenarbeit mit dem Centro de Experimentaction del Teatro Colon CETC in Buenos Aires können UMS’nJIP seit 2007 auf eine jahrelange Musiktheatererfahrung zurückblicken.
Ihre bisherigen Arbeiten spielen, nicht ohne Ironie, mit den meisten Ästhetiken zwischen Experimentalmusik und Electropop. Sancho ist neben Woyzeck und A Christmas Carol ihr erstes Werk, das einer klassischen literarischen Vorlage annimmt. Darin destillieren sie ein Dutzend Szenen aus dem Don Quixote-Roman und legen den Fokus auf dessen Gefährten Sancho Pansa. Textgrundlage ist ausschliesslich das spanische Original. Auf der Bühne agieren UMS’nJIP als Sänger, Schauspieler, Instrumentalisten und Tonregisseure. Die Regie übernimmt UMS’nJIPs Hausregisseur Wolfgang Beuschel.
UMS’nJIP gehören zu den aktivsten Ensembles für Neue Musik der Gegenwart, mit Aufführungen am Palacio de Bellas Artes Mexico City, Colón Buenos Aires, der Shanghai New Music Week, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona, Alexandrinsky St. Petersburg, CRR Istanbul und der Biennale Musica Venezia. 2022 lassen sie sich im Goms nieder und gründen mit dem MEbU (Münster Earport) unweit des Rhonegletschers einen Kunstraum für zeitgenössische Musik.


