
Verrohung journalistischer SittenPolitiker an den Pranger gestellt
Ein Kommentar von Thomas Baumann
Blue News bezeichnet sich selbst als «das drittgrösste kommerzielle Online-Newsportal der Schweiz».
Dort treibt seit kurzem auch der Redaktor Petar Marjanović sein Unwesen. Als ihm einmal ein Weltwoche-Artikel nicht passte, reichte er beim Presserat Beschwerde ein, mitunterzeichnet gleich von dreihundert anderen Personen. Es half nichts: Die Beschwerde wurde abgeschmettert.
Jetzt solidarisierte er sich offenbar mit Tamara Funiciello, welche gemäss eigenem Bekunden «masslos enttäuscht» war.
Der Grund für die Enttäuschung: Der Nationalrat lehnte eine zusätzliche Unterstützung von einer Million Franken für Organisationen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt ab.
Funiciello war derart enttäuscht, dass sie die Frage stellte: «In welcher Welt werden Schafe besser geschützt als Frauen?»
Und Petar Marjanović? Dem passte das Abstimmungsergebnis offenbar auch nicht. Darum listete er am Ende seines Artikels fein säuberlich alle Nationalräte auf, welche für, und vor allem auch solche, welche gegen die zusätzliche Million stimmten.
Ein Pranger? Nur wenig verklausuliert. Und kein gutes Beispiel. Wenigstens war das Ganze maximal leserunfreundlich: Wer will schon eine alphabetisch angeordnete Liste von 200 Namen durchgehen…
(Bildschirmfotoausriß: „Blue news“


