Wallis verstärkt Maßnahmen für ein friedliches SchulklimaImmer mehr Verhaltensauffälligkeiten bei Walliser Schülern
Die Vermittlung der Grundkompetenzen – Lesen, Schreiben, Rechnen – steht im Mittelpunkt des Auftrags der Walliser Schule. Sie stützt sich auf wesentliche überfachliche Kompetenzen wie Zuhören, Zusammenarbeit und das Zusammenleben, so die Dienststelle für Unterrichtswesen und die für Berufsbildung.
Die oberste Priorität des Departements für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) bestehe daher darin, ein friedliches Schulklima zu gewährleisten, das die Entwicklung und das Lernen der Schülerinnen und Schüler fördert und gleichzeitig angemessene Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen und Direktionen bietet.
Besonderes Augenmerk richtet das Departement dabei auf Verhaltensauffälligkeiten, deren Meldungen seit Jahren zunehmen.

Angesichts dieses gesellschaftlichen Phänomens, das seit der Coronazeit mit ihren Zwangsmaßnahmen nicht nur im Wallis auftritt (Schüler haben auch immer mehr psychische Krankheiten, auch Erwachsene, dies betrifft insbesondere die IV), verstärkt das DVB die bestehenden Massnahmen. In einer ersten Phase werden den Lehrpersonen der obligatorischen Schule im französischsprachigen Kantonsteil Dokumente mit einem Beobachtungsraster, Protokollen für schrittweise Massnahmen sowie Hinweisen zu Schulklima, Sanktionen und Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Dieses neue Hilfsmittel enthält außerdem Merkblätter zu den Themen Klassenmanagement, Verhaltensauffälligkeiten und Verweigerung.
Im Schuljahr 2025–2026 arbeiteten die Ressourcenlehrpersonen Gemeinschaft in den Primarschulen im Unterwallis an mehr als 1’400 Fällen. Im Mittelpunkt der Interventionen standen vor allem Verhaltensauffälligkeiten ohne Gewaltausübung, das Schulklima, Prävention, Verhaltensauffälligkeiten mit Gewaltausübung, Unterstützung für Lehrpersonen und Mobbing. Dieses Programm wird mit rund 40 Ressourcenlehrpersonen (23.5 VZE) im gesamten Unterwallis fortgesetzt. Ein ähnliches Pilotprojekt wird an den Primarschulen Visp und Naters lanciert.
Unter Mithilfe der Dienststelle für Unterrichtswesen werden an bestimmten Schulen zudem Pilot-Unterstützungsklassen eingerichtet, um Schülerinnen und Schüler zu betreuen, die ihre kognitiven, sozialen oder emotionalen Kompetenzen ausbauen müssen und wieder einen Sinn in der Schule finden sollen. Damit sie den Kontakt zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie ihrer Lehrperson nicht verlieren, werden sie zu bestimmten Tageszeiten für einen festgelegten Zeitraum in diesen Settings betreut.
Mobbing an Walliser Schulen
Was die Bekämpfung von Mobbing unter Schülerinnen und Schülern betrifft, so haben alle Gymnasien, 85 Prozent der Primarschulen, 70 Prozent der Orientierungsschulen sowie 50 Prozent der Handels- und Fachmittelschulen im Unterwallis eine Schulung in der Shared-Concern-Methode absolviert.
Dieser unvoreingenommene Ansatz bezieht alle Schülerinnen und Schüler (mutmaßliche Akteure, Zeugen) mit ein, die dazu beitragen können, die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Die von der Dienststelle für Unterrichtswesen durchgeführten Schulungen werden dieses Jahr fortgesetzt. Parallel dazu werden den Mediatorinnen und Mediatoren auch Weiterbildungen angeboten zum Umgang mit Kindern, die Opfer von Mobbing sind.

(pd, rm)


