Walliser Camping-Dachverband wehrt sich gegen ZwangsschließungenCVW: Wildcampen wird gefördert, die lokale Wirtschaft geschädigt
Der Walliser Camping-Dachverband (CVW) reagiert in Absprache mit Großrat Florian Piasenta und Swisscamps auf die einseitigen Entscheide der Kantonalen Baukommission (CCC), welche die Campingschliessungen anordnet, und stellt die kursierenden Angaben zur Anzahl der betroffenen Campingbetriebe richtig: Tatsächlich haben 6 Campingplätze eine Schließungsverfügung erhalten. Die übrigen sind entweder bereits geschlossen oder führen Gespräche über zukünftige Schutzmaßnahmen.
CVW fordert den sofortigen Rückzug der Verfügung durch den Kanton und eine Öffnung unter Auflagen bereits ab diesem Frühling. «Wir machen bei der Sicherheit keine Zugeständnisse. Sicherheit geht in Anbetracht der folgenden Punkte vor: analysieren, reduzieren, kontrollieren, überprüfen. Eine Öffnung unter Auflagen ist der verantwortungsvolle Weg, um Menschen zu schützen und gleichzeitig Arbeitsplätze, Dörfer und die Attraktivität des Wallis zu bewahren.» eetont Christophe Valley, Präsident von Campings Valais Wallis. Eine tragende Branche.
Wildcampen wird gefördert, die lokale Wirtschaft geschädigt
Im Jahr 2025 verzeichneten die 66 Walliser Campingplätze 625’612 Logiernächte (+14 % gegenüber Vorjahr).
Schließungen würden die lokale Wirtschaft ins Ungleichgewicht bringen und das Wildcampen fördern – nicht zuletzt als Sicherheitsrisiko Camper und Umwelt.
Sicherheit ja – ohne voreilige Schlüsse.
Das derzeitige Vorgehen ist (kurz vor Ostern und dem Saisonstart der Campingplätze) brutal in der Umsetzung, zeigt mangelnde Koordination zwischen kantonalen Diensten, Gemeinden und Betreibern der Campingplätze und verletzt die Verhältnismäßigkeit in sehr großem Maß.
140.000 Logiernächte gefährdet
Eine generelle Schließung gefährdet über 140’000 Logiernächte, über 180’000 m² Campingflächen und rund 870 Stellplätze auf Campingplätzen. Im Namen der betroffenen Gemeinden erklärt Florian Piasenta: «Sicherheit muß die oberste Priorität behalten, darf aber nicht zulasten von Dialog und Verhältnismäßigkeit gehen. Wir brauchen pragmatische, standortspezifische Lösungen und eine Übergangsphase, die es Gemeinden und Betreibern der Campingplätze ermöglicht, sich zu organisieren, ohne die touristische Tätigkeit unserer Regionen zu gefährden.»
Postulat eingereicht
Mit seinem Postulat in der letzten Session des Großen Rates verlangen die Gemeinden zusätzliche Fristen zur Klärung der Lage sämtlicher Campingplätze, sowie die dringende Einsetzung einer Arbeitsgruppe (“taskforce.”)
“Kurzfristig fordern wir eine standortweise, vernünftige Beurteilung mit definierten Betriebsperimetern, erhöhter Überwachung, Einsatzkräfte der Gemeinden auf Abruf sowie klar ausgeschilderten, mehrsprachigen Evakuationsplänen”, so der Walliser Camping-Verband.
Der Arbeitskreis «Camping» unter Einbezug der Gemeinden, der zuständigen Dienste und der Betreiber der Campingplätze ist umgehend einzuberufen.
Sollten Schließungen bestehen bleiben, wird die Auslösung von Härtefallhilfen für betroffene Unternehmen gefordert. Mittel- und langfristig erwarten wir eine ambitionierte kantonale Strategie, um Schutzmaßnahmen dort zu beschleunigen, wo sie sinnvoll sind, und – wo nötig – Umsiedlungen der Campingplätze zu planen, ohne die betroffenen Gebiete zu schwächen.
Wir rufen zur Schaffung von A-fonds-perdu-Instrumenten für Gemeinden und Betreiber im Rahmen der kantonalen Tourismusstrategie auf.
Swisscamps fordert Verhältnismäßigkeit in den Entscheidungen. Swisscamps, mit rund 220 Mitgliedern schweizweit, äussert grosse Besorgnis über sofortige Schliessungen der betroffenen Walliser Campingplätze und bekräftigt seine volle Unterstützung für den Walliser Regionalverband. Sicherheit hat oberste Priorität; das aktuelle Verfahren verursacht jedoch erhebliche operative und wirtschaftliche Einschränkungen für die Campingplatzbetreiber und den gesamten Tourismussektor.
Die Lage markiert einen Wendepunkt: kurzfristig Angebotsschock, mittelfristig Unsicherheit und regulatorischer Druck, langfristig eine mögliche Beschleunigung von Modernisierung und Konzentration. Ausschlaggebend wird die Qualität von Dialog und Zusammenarbeit zwischen Behörden und Wirtschaft sein.
Vor diesem Hintergrund plädiert Swisscamps für ein umsichtiges, verhältnismäßiges Vorgehen, basierend auf Risikominderungsmassnahmen, angepassten Übergangsfristen und standortspezifischen, individuellen Lösungen – und ist bereit, aktiv an pragmatischen, nachhaltigen Lösungen mitzuwirken.
(pd, rm)
