Home Aktuelles, Nachrichten Wallis Warum die Todesfälle von Crans-Montana auf traurige Art und Weise einzigartig sind
Nicht vergleichbar mit früheren Katastrophen im Wallis
Warum die Todesfälle von Crans-Montana auf traurige Art und Weise einzigartig sindNicht vergleichbar mit früheren Katastrophen im Wallis

Warum die Todesfälle von Crans-Montana auf traurige Art und Weise einzigartig sind

Nicht vergleichbar mit früheren Katastrophen im Wallis
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Das Wallis hatte schon verschiedene Ereignisse mit vielen Todesopfern, auch in jüngerer Zeit.

So gab es mehrere ähnlich schwere Ereignisse allein in der jüngeren Geschichte.

  • Gletscherkatastrophe von Mattmark (1965): Beim Bau der Staumauer brach ein Teil des Allalingletschers ab; 88 Arbeiter kamen ums Leben – bis heute eine der schlimmsten Industriekatastrophen der Schweiz.
  • Lawinenwinter 1999 (u. a. Evolène, Gondo): Mehrere Großlawinen forderten Dutzende Tote, zerstörten ganze Dorfteile und Infrastruktur.
  • Unwetter und Erdrutsche in Gondo (2000): Massive Murgänge nach Starkregen; 13 Tote, weite Teile des Dorfs zerstört.
  • Sierre-Tunnel-Busunfall (2012): Reisebus-Unfall mit 28 Todesopfern, davon viele Kinder – einer der schwersten Verkehrsunfälle Europas.

Warum sich der Brand von Crans-Montana von anderen Katastrophen unterscheidet

Die meisten schweren Walliser Ereignisse:

  • waren Naturkatastrophen (Lawinen, Murgänge),
  • oder klassische Unfälle (Baustellen, Verkehr),
  • ebenfalls sehr tragisch, aber nicht im gleichen Maß vermeidbar.

Genau deshalb wird Crans-Montana juristisch und politisch so brisant:

Es geht nicht primär um das Feuer, sondern um Verantwortung, Unterlassung, Kontrolle und Prävention – und damit um die Frage, wer hätte eingreifen müssen und es nicht tat.

Das Ereignis von Crans-Montana war – im Gegensatz zu früheren tödlichen Ereignissen – vermeidbar, so etwas gab es zum Glück bisher kein zweites Mal, auch nicht in Jahrhunderten.

Allenfalls beim Mattmark-Unglück wird – trotz des Freispruchs aller Angeklagten – heute davon gesprochen, dass es möglicherweise vermeidbar gewesen wäre.

Und anders als der Bergsturz von Blatten, bei dem Bundesrat Albert Rösti fälschlicherweise von einem „Jahrtausendereignis“ sprach, ist der Brand von Crans-Montana möglicherweise wirklich eines.

Und die Aussage von Staatsrat Stephane Ganzer völlig falsch: „Man kann nicht alles verhindern“. Crans-Montana wäre verhinderbar gewesen.

Remo Maßat

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