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UTMB World Series Wildstrubel in Crans-Montana
8’500 Läufer, fünf Destinationen und ein gemeinsames ZielUTMB World Series Wildstrubel in Crans-Montana

8’500 Läufer, fünf Destinationen und ein gemeinsames Ziel

UTMB World Series Wildstrubel in Crans-Montana
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Von Yannick Ziehli

Der Wildstrubel by UTMB brachte zwischen dem 10. und 13. September Tausende Laufbegeisterte ins Wallis und ins Berner Oberland. Der internationale Grossanlass steht im Rahmen der Rennen, in welchen «Running Stones» für die World Series Finals gesammelt werden können.

Die Veranstalter haben für die fünfte Ausgabe 8’500 eingeschriebene Läuferinnen und Läufer aus 92 Nationen angekündigt. Manche reisen über weite Distanzen an, um aus eigener Kraft über die Walliser und Berner Berge zu gelangen.

Seit der ersten Austragung 2022 ist der Wildstrubel zu einem internationalen Grossanlass gewachsen. Er gehört zur UTMB World Series, die Trailrennen rund um den Globus verbindet. Die fünf beteiligten Destinationen Crans-Montana, Leukerbad, Kandersteg, Adelboden und Lenk teilen sich die Durchführung. Jede beherbergt einen Start, die Zieleinläufe sind alle in Crans-Montana.

Mit dem vertrauten Rahmen eines Dorfrennens, an dem man viele Gesichter bereits vor dem Start kennt, lässt sich diese Veranstaltung kaum vergleichen. Die Startliste ist gespickt von internationalen Teilnehmenden. Gemeinsam ist ihnen die Bereitschaft, sich während mehrerer Stunden einer Strecke auszusetzen, deren Schwierigkeiten sich mit der Kilometerzahl allein nur unvollständig beschreiben lassen.

Trailrunning findet seit mehreren Jahren ein stetig wachsendes Publikum. Und aus dem Laufen in der Natur ist zugleich für viele Teilnehmende ein Reisegrund geworden, um den sich ein beträchtlicher organisatorischer und wirtschaftlicher Aufwand entwickelt hat.

Wie gross dieser Aufwand ist, zeigt sich bei einem Besuch im Gemeindegebäude von Crans-Montana während der Rennen. Dort befand sich der Kommandoposten, in welchem freiwillige Helfer für den guten Ablauf und die Sicherheit der Athleten und Athletinnen sorgten.

Im Zielbereich von Crans-Montana. Hier enden die Rennen aus denfünf beteiligten Destinationen. Foto Yannick Ziehli
Im Zielbereich von Crans-Montana. Hier enden die Rennen aus den
fünf beteiligten Destinationen. Foto: Yannick Ziehli

Die Verantwortung läuft mit

Der Kommandoposten war während der Rennen permanent besetzt. Über das Tracking verfolgt die Organisation den Fortschritt der Teilnehmenden. Auch Läuferinnen und Läufer weit hinten im Feld sollen im Blick bleiben und bei Bedarf kontaktiert werden können.

Ryan Baumann, Rennleiter und Präsident des Organisationskomitees, hat am Freitag kurz vor der Preisverleihung des Wild 70 etwas Zeit für ein Gespräch. Anschliessend stand für ihn bereits der Start des Wild 110 an. Sein eigener Rhythmus folgt an diesem Wochenende den verschiedenen Rennen und ihren Erfordernissen.

Baumann freut sich über die Entwicklung des Anlasses. Die damit verbundene Verantwortung zu tragen, sei anspruchsvoll, erzählt er. Zugleich mache gerade diese Aufgabe das Organisieren so aufregend. Mit jedem zusätzlichen Teilnehmer wächst auch der Anspruch, einen verlässlichen Rahmen für ein sehr persönliches Abenteuer zu schaffen.

Dafür arbeiten die Veranstalter mit den Gemeinden und den touristischen Betrieben zusammen. In Leukerbad gehört der Wildstrubel inzwischen zu den grössten Anlässen der Destination. Urs Zurbriggen, CEO Tourismus Leukerbad, beschreibt die zentrale Herausforderung als das Zusammenspiel von Grossveranstaltung und gewöhnlichem Alltag. Gäste sollen weiterhin ihre Ferien verbringen können, Betriebe funktionieren und die Bevölkerung sich im Dorf bewegen.

Nach seinen Angaben liegt der finanzielle Aufwand vor Ort in der Grössenordnung mehrerer Zehntausend Franken. Dem stehen laut der von ihm genannten Wertschöpfungsanalyse für 2025 rund 1’000 Logiernächte und eine direkte touristische Wertschöpfung von über 150’000 Franken in der Destination Leukerbad gegenüber.

Besonders wichtig ist für Zurbriggen der Zeitpunkt. «Uns war es ein wichtiges Anliegen, dass der Anlass ausserhalb der Hochsaison durchgeführt wird.» Das zweite Septemberwochenende sei dafür ideal. Über das Rennwochenende hinaus erhofft sich die Destination Gäste, die zum Trainieren oder für Ferien zurückkehren.

Eine feste Wachstumsgrenze möchte Zurbriggen heute offenlassen. Massgebend seien die Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Auch der sorgfältige Umgang mit den Bergwegen gehöre dazu. Der Erfolg eines solchen Anlasses bemisst sich damit ebenso an dem, was er vor Ort hinterlässt.

Der Arbeitsplatz von Rennleiter Ryan Baumann im Gemeindegebäudevon Crans-Montana. Vom permanent besetzten Kommandoposten aus verfolgt
die Organisation den Rennverlauf und koordiniert die Sicherheit der
Teilnehmenden. Foto Yannick Ziehli
Der Arbeitsplatz von Rennleiter Ryan Baumann im Gemeindegebäude von Crans-Montana. Vom permanent besetzten Kommandoposten aus verfolgt die Organisation den Rennverlauf und koordiniert die Sicherheit der Teilnehmenden. Foto: Yannick Ziehli

Für die Schweizer Athletin Mirjam Niederberger zählt der Weg zurück

Was eine Teilnahme persönlich bedeutet, lässt sich an Mirjam Niederbergers diesjährigem Rennen ermessen. Die Athletin startete beim Wild 70, über eine Distanz von 72 Kilometer und 4’600 Höhenmeter. Nach acht Stunden und 41 Minuten erreichte sie als fünfte Frau und erste Schweizerin das Ziel.

Noch wenige Wochen zuvor hatte sie ihre Saison bereits abgeschrieben. Pfeiffersches Drüsenfieber zwang sie im Juli zu einer fast vollständigen Sportpause. Erst in den letzten Wochen vor dem Wildstrubel ging es wieder deutlich aufwärts. Die Entscheidung für den Start fiel entsprechend kurzfristig.

Ihr ursprüngliches Ziel war vor allem das Ankommen. Mit dem zurückkehrenden Vertrauen in ihre Form wuchs sogar die Hoffnung auf einen Podestplatz. Im Rennen lief dann aber doch nicht alles, wie erwünscht. Besonders auf dem letzten Abschnitt vom Tseuzier-Stausee nach Crans-Montana verlor sie Zeit. Doch die Freude über das Erreichte bleibt. «Ich bin sehr happy, dass ich’s ins Ziel geschafft habe.»

2022 gewann sie den damaligen Wild 50, dreizehn Monate nach der Geburt ihrer Tochter. Möglich geworden war der Wiedereinstieg ins Renngeschehen auch durch die Unterstützung ihres Partners und viel Flexibilität. Sie trainierte mit Kinderwagen oder nach 20 Uhr, wenn ihre kleine Tochter bereits schlief.

Dieses Jahr führte sie der Weg erstmals hinauf zur Wildstrubelhütte. Auf diesen alpinen Abschnitt hatte sie sich besonders gefreut. Zur Faszination des Rennens gehört für sie auch die Verbindung zwischen den Regionen Bern und Wallis. «Nur schon diese Tatsache gibt einem das Gefühl, dass man wahnsinnig weit läuft.»

Der erhoffte Podestplatz blieb diesmal ausser Reichweite. Für Niederberger ist das ein Grund, im nächsten Jahr zurückzukommen.

(Bild ganz oben: UTMB by Wildstrubel)

 

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