Aktualisierung der Bevölkerungsperspektiven für das WallisBis 2055 knapp 444'000 Einwohnerinnen und Einwohner
Prognosen sind immer so eine Sache. In Dantes Inferno mußten Wahrsager zur Strafe für ihre Anmaßung mit umgekehrt aufgesetzten Köpfen laufen, so daß sie nicht einmal sehen konnten, wohin sie den nächsten Schritt machen. Weil sie im Leben vorausblicken und die Zukunft sehen wollten, sind sie im Jenseits dazu verdammt, niemals nach vorn sehen zu können. Dies zeigt, wie umstritten Prognosen-machen ist. Und das Schicksal aus Dantes Inferno ist natürlich den Menschen von der kantonalen Dienststelle für Statistik und Finanzausgleich auf keinen Fall zu wünschen: Diese hat ihre Bevölkerungsperspektiven bis zum Jahr 2055 aktualisiert. Nun wurden aktuelle Erkenntnis auf einer Medienkonferenz bekanntgegeben.
Gemäß dem mittleren Szenario dieser Aktualisierung wird die Bevölkerung des Kantons Wallis im Jahr 2055 443’765 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Dies entspricht einer Zunahme von rund 67’700 Personen innerhalb von 30 Jahren, was einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 0,55 % entspricht. Auf regionaler Ebene wird die Bevölkerung im Unterwallis stärker wachsen (+0,7 % im Jahresdurchschnitt) als im Mittelwallis (+0,6 %) und im Oberwallis (+0,4 %).
Per 31. Dezember 2025 beträgt die ständige Wohnbevölkerung des Kantons Wallis 376’113 Einwohnerinnen und Einwohner.
Seit dem Jahr 2000 wächst die Bevölkerung im Wallis stärker als in der Gesamtschweiz (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 1,24 % gegenüber 0,95 %).
Die Aktualisierung der Bevölkerungsperspektiven wurde aufgrund des seit 2023 besonders starken Bevölkerungswachstums notwendig. Gemäß dem Referenzszenario – auch mittleres Szenario genannt – wird die Walliser Bevölkerung im Jahr 2055 443’765 Einwohnerinnen und Einwohner erreichen.
Dies entspricht einem Zuwachs von rund 67’700 Personen innerhalb von 30 Jahren.
Der natürliche Saldo wird negativ und beschleunigt die Alterung der Bevölkerung
Die Zahl der Todesfälle wird jene der Geburten schon bald übersteigen. Dieser negative natürliche Saldo wird die bereits heute sichtbare Alterung der Bevölkerung zusätzlich beschleunigen. Seit 2019 ist die Zahl der Personen im Alter von 65 Jahren oder älter höher als jene der unter 20-Jährigen.
Derzeit machen die 65-Jährigen und Älteren 21 % der Bevölkerung aus. Gemäss dem Referenzszenario wird ihr Anteil bis 2055 auf 31 % ansteigen. Gleichzeitig wird der Anteil der unter 20-Jährigen von 19 % auf 15 % zurückgehen.
Der Altersquotient – also die Zahl der Personen ab 65 Jahren je 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren – wird deutlich ansteigen: von 34,8 auf 56,8 im Jahr 2055. Dies bedeutet, dass statt heute 2,9 Erwerbstätige künftig nur noch 1,8 Erwerbstätige auf eine Person im Alter von 65 Jahren oder älter entfallen werden.
Migration als Motor des Bevölkerungswachstums
Da der natürliche Saldo negativ wird, wird das Bevölkerungswachstum des Kantons künftig durch die Migration getragen. Sowohl die internationale als auch die interkantonale Zuwanderung werden die Wegzüge übersteigen.
Obwohl die Szenarien von einem Rückgang der Zuwanderung ausgehen, werden die internationalen Zuzüge weiterhin zahlreicher sein als die Wegzüge ins Ausland. Gleichzeitig werden sich – gestützt auf die historischen Daten – die interkantonalen Wanderungsbewegungen weiter verstärken. Der interkantonale Wanderungssaldo wird positiv bleiben.
Unterschiedliche Entwicklung je nach Region
Die Bevölkerungsentwicklung wird innerhalb des Kantons unterschiedlich verlaufen. In den meisten Bezirken wird die Bevölkerung weiterwachsen. Die stärksten Zunahmen werden in den Bezirken Martinach (durchschnittlich +1,1 % pro Jahr), Brig (+0,9 %) und Sitten (+0,8 %) erwartet. Demgegenüber könnte die Bevölkerung in drei Bezirken zurückgehen, nämlich in Goms (durchschnittlich −0,8 % pro Jahr), Hérens (−0,5 %) und Raron (−0,2 %).
Auf regionaler Ebene wird das Unterwallis mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 0,7 % stärker wachsen als das Mittelwallis (+0,6 %) und das Oberwallis (+0,4 %).
(pd, rm)































