Anpassung des Waldes an den Klimawandel und für die Unterstützung der betroffenen LandwirteZusätzliche Mittel für Wald und Landwirtschaft
Seit Meßbeginn fiel in der Schweiz bis Mitte August noch nie so wenig Niederschlag wie im Sommerhalbjahr 2026. Die anhaltende Trockenperiode wurde durch die Hitzewelle zusätzlich verschärft. Das hat Folgen für die Bevölkerung und die Umwelt sowie verschiedene Wirtschafts- und Lebensbereiche wie Landwirtschaft, Wälder, Schifffahrt und Stromproduktion.
Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 26. August 2026 eine Aussprache zur aktuellen Lage und zu künftigen Entwicklungen sowie zu möglichen zusätzlichen Maßnahmen geführt.
Zusätzlicher Finanzierungsbedarf
Aus den weiterlaufenden Abklärungen der Massnahmen ergibt sich kurzfristig ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel. Deshalb beantragt der Bundesrat dem Parlament, den Kredit Wald für 2027 um 17,5 Millionen Franken aufzustocken. Ab 2028 soll das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ermächtigt werden, jährlich zusätzliche Mittel in gleicher Höhe zu beantragen.
Zusätzlich sollen die Mittel für die Betriebshilfe nach Artikel 78 ff. des Landwirtschaftsgesetzes im Jahr 2026 einmalig um 54 Millionen Franken erhöht werden. Mit diesen zinslosen Krediten unterstützt der Bund die landwirtschaftlichen Betriebe dabei, durch die Trockenheit verursachte Liquiditätsengpässe zu überbrücken.
Erneute Lageanalyse für allfällige weitere Maßnahmen im Herbst
Der Bundesrat hat das UVEK beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) und dem Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), die Lageentwicklung weiter zu verfolgen.
Zudem prüfen die genannten Departemente bis Ende Oktober, ob weitere Maßnahmen zum Umgang mit Hitze und Trockenheit notwendig sind. Das EDI wird prüfen, wie landesweit einheitliche Hitzekarten und Schlimmste-Fall-Analysen umgesetzt werden können.
Außerdem wird es prüfen, welche zusätzlichen Grundlagen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung sowie der Gesundheit und des Wohls von Tieren bei Hitze und Trockenheit nötig sind.
Das UVEK wird einen Runden Tisch zu spezifischen Landwirtschaftsthemen organisieren und in Zusammenarbeit mit dem EDI und dem VBS eine Weiterentwicklung der bestehenden Trockenheitsplattform prüfen.
Auf diesen Grundlagen wird der Bundesrat im Herbst 2026 eine Gesamtschau vornehmen und über allfällige weitere Maßnahmen entscheiden.
(pd, rm)


