Dr. Aron Pfammatter zur März-SessionCrans-Montana und Weinbau
Von Dr. Aron Pfammatter
Unaufgeregt, sachlich und würdig hat sich das Parlament mit der schrecklichen Brandkatastrophe von Crans-Montana befasst. In Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen wurde einstimmig die Gründung einer Stiftung beschlossen, um den Betroffenen umgehend eine finanzielle, rechtliche und administrative Unterstützung zukommen zu lassen. Unabhängig davon müssen aber selbstverständlich die strafrechtlichen und zivilrechtlichen Verantwortlichkeiten durch die Justiz lückenlos geklärt werden. Auch eine politische Aufarbeitung wird notwendig sein.
Die Weinbranche im Wallis steckt in einer ernsten Krise. Die grosse Mehrheit des Parlaments unterstützte den Vorschlag der Mitte Oberwallis für einen gezielten und unternehmerischen Anreiz einer Absatzförderung für Walliser Wein. Die Massnahme wird hälftig durch den Kanton und je zu einem Viertel von der Branche und den Weinproduzenten mitfinanziert. Während der Covid-Pandemie wurde sie bereits sehr erfolgreich durchgeführt. Die Aktion hat zudem praktisch kaum Auswirkungen auf die Staatsfinanzen, da der Kanton durch die Ankurbelung des Absatzes und der Stabilisierung der Erntepreise höhere Steuereinnahmen realisiert. Profitieren werden nur diejenigen Produzenten, die sich aktiv um einen Direktverkauf bemühen. Auf Antrag der Mitte Oberwallis müssen sie ihren Hauptsitz im Wallis haben. Zudem können dieses Mal auch Walliser Restaurants und Hotels mitmachen. Der undifferenzierte und kaum durchdachte Vorschlag einer Subvention von Fr. 10 Mio. zur Rodung von Reben lehnte die Mitte Oberwallis hingegen ab. Dies hätte zu teils unerwünschten Effekten geführt und ist nicht Aufgabe eines Kantons, der in den vergangenen Jahren bereits sehr grosse Beträge für den Weinbau gesprochen hat.
Dr. Aron Pfammatter ist Rechtsanwalt und Notar in Brig und Fraktionspräsident der Mitte Oberwallis.


