
Autoposer im VisierOb Lärmanzeigetafeln etwas nützen?
Manche junge Männer scheinen sich im Verkehr so zu verhalten wie Hirsche auf der Brunft und machen mit absichtlich auf mehr Lärm getunten Autos, Motorrädern und Lärm. Sogenannte Autoposer fahren oftmal die gleichen Flaniermeilen ab, im Glauben, sie würden irgendwem damit imponieren. Es wäre eine Studie wert, ob Frauen tatsächlich von solchem Verhalten von Imponiergehabe angezogen werden.
Knatternde Auspuffrohre und heulende Motoren stören jedoch bei anderen und rauben machen auch die Nachtruhe und vermiesen den Aufenthalt im Freien.
Es ist zudem festzustellen, daß komischerweise manche ältere Mofas von Jugendlichen mehr Lärm machen als 20 Autos, zumal noch, wenn es sich um Elektrofahrzeuge handelt.
Genf und Zürich haben als Erste sogenannte Lärmblitzer eingeführt, nun befaßt sich auch der Bundesrat damit, allerdings nicht mit einer Variante, die zu Bußen führt, sondern bloß mit einer Variante, die den Lärmerzeugern anzeigt wieviel Lärm sie erzeugen. Dies dürfte wenig nützen. Denn die Lärmerzeuger wollen ja Lärm erzeugen, machen es absichtlich und dürften sich über die Anzeige, wie laut sie sind eher freuen als abgeschreckt werden.
Verkehrspsychologe Urs Gerhard erklärt Autoposer-Verhalten (Schweiz, 2021, Blick.ch) und zieht ebenfalls einen Vergleich mit dem Tierreich:
„Es geht darum, sich bemerkbar zu machen. Es ist Imponier- und Balzgehabe, ein Aufplustern, wie es im Tierreich auch vorkommt. Die jungen Männer wollen auf sich aufmerksam machen wie der Hahn mit seinem Kamm.“
Weiter führt er aus, daß Autoposer oft anders überdecken wollen: „ Die Leute haben oft eine bescheidene Ausbildung. Sie haben nichts anderes an Erfolgen vorzuzeigen, wie etwa ein Studium – sie haben einzig das Auto. Sie machen auch nicht unbedingt Leistungssport. Sich zu messen und zu gewinnen, das fehlt den Auto-Bluffern im Leben.“
„Meistens aus bescheidenen Verhältnissen, es sind oft Secondos oder Migranten.“
Remo Maßat
Quellen, Weiterführendes

